eugen nosko

kultur ist mitunter das wiederauflesen bedeutungsvoller informationen. ja, ein reinigungsprozess. ich fand beim reinigen meiner email-postfächer diesen wikimedia-link zu fotografien von eugen nosko, der eine selbstentwickelte und seinerzeit einmalig starke blitzanlage verwendete:

fotos von eugen nosko bei der deutschen fotothek

vielen dank an tim und jürgen für die übermittlung!

meine anregung:

schaut euch die photos von eugen nosko ruhig genauer und ausgiebig an. meine generation hat vieles davon anders oder gar nicht gesehen, dennoch: ich finde die fotos symphatisch und aufschlussreich, finde unzähige referenzen – besonders zu meinen vielen bahnreisen und den industrien an der strecke sowie zu dresden (z.b. prohliser hochhäuser whh17 im bau) usw. die menge ist überwältigend, doch es lohnt sich, zu blättern.

man kann sich fragen, ob einen eine gewisse nostalgie gefällt, inwiefern die bilder von damals und heute sich unterscheiden. man erkennt welche bildmotive eine dauerhaften wert haben könnten und warum eigentlich. die sujets von nosko sind vielfältig zwischen mensch und maschine, zwischen privatheit und industrie, zwischen leben und arbeit gelagert.

hier der pressetext zur kabinett-ausstellung der fotografien in den ‚technischen sammlungen dresden‚ april bis august 2010:

Pressemitteilung

Der hellste Blitz in Ost und West Eugen Nosko. Industriefotograf und Erfinder

Eine Kabinettausstellung in den Technischen Sammlungen Dresden

23. April bis 29. August 2010

Die Technischen Sammlungen Dresden präsentieren in einer Kabinettausstellung vom 23. April an ein fototechnisches Unikat und zugleich einen spektakulären Neuankauf für die Museumssammlung. Der Dresdner Industriefotograf Eugen Nosko entwickelte und baute in den 1970er Jahren die stärkste transportable Blitzlichtanlage der Welt. Mit dieser einzigartigen Technik fotografierte Nosko von 1977 an Maschinen, Prozesse und vor allem arbeitende Menschen unter extrem ungünstigen Lichtbedingungen in den großen Produktionsanlagen der Schwerindustrie und im Bergbau. 1985 reiste Nosko in die Bundesrepublik aus und konnte Dank seiner auch dort konkurrenzlosen Blitztechnik seine erfolgreiche Arbeit als Industriefotograf fortsetzen. Inzwischen lebt Nosko wieder in Dresden. Die Technischen Sammlungen konnten im vergangenen Jahr die technische Ausrüstung Noskos für die Museumssammlung erwerben.

Die Blitzlichtanlage von Eugen Nosko basiert auf handelsüblichen Blitzgeräten der Firma Elgawa in Plauen, die miteinander verknüpft und in ihrer Leistung bis an die Grenzen des Materials ausgereizt wurden. Nosko baute drei batteriebetriebene Blitzlichtleuchten mit einer Leistung von je 2.000 Wattsekunden. Während der Aufnahmen positionierte Nosko drei Assistenten in den auszuleuchtenden Räumen, die die schweren Geräte als „lebende Stative“ in der Hand hielten. Nosko war auf diese Weise in der Lage, Momentaufnahmen der Arbeitsprozesse zu machen. Seine Fotografien, die vor allem für die Berufswerbung Verwendung fanden, zeigten ungestellte Bilder von Menschen bei ihrer Arbeit und ersetzten die bis dahin üblichen inszenierten Aufnahmen, in denen Arbeiter zumeist als Helden posierten.

Außer Noskos „Fotografiermaschine“ und einer Materialsammlung aus seiner Erfinderwerkstatt ist in der Ausstellung der Technischen Sammlungen eine Auswahl aus Noskos Industriefotografien in Betrieben der Großindustrie der DDR und der BRD zu sehen. Ausschnitte aus Video-Interviews, die gemeinsam mit dem Mediencollege Dresden produziert worden sind, erinnern an ein erfolgreiches und ungewöhnliches Fotografenleben in Ost- und Westdeutschland.

Auf Wunsch stellen wir gern digitale Fotos zur Verfügung.

Ausstellungseröffnung: Donnerstag 22.04.2010, 19 Uhr

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 18 Uhr

Kontakt: Vera Beyer, Museologin Technische Sammlungen, Fon: 4887236, vera.beyer@museen-dresden.de, Maren Dose, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fon: 4887254, maren.dose@museen-dresden.de

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