freiheit Aufzeichnen!

2011/12 – eine kulturgeologie

das motto des kultur!ngenieurs für 2012 heißt:

„freiheit Aushalten!“

passend dazu gibt es noch vor weihnachten das eigene geschenk zum aufzeichnen kultureller zeitschichten. ein skizzenbuch. marke eigenbau. „freiheit Aufzeichnen!“

freiheit Aufzeichnen!

warum aber „freiheit Aushalten!“ und was hat das mit geologie zu tun?

in einem früheren artikel hatte ich mich an das thema herangetastet. 2010 aus den vorlieben einer freundin für das „gemischte doppel“ bei einem besuch der von mir mit vorliebe besuchten stadt görlitz–zgorzelec kristallisiert, ist es die unabhängige eigeninterpretation eines phänomens – vergleichbar des buchtitels und programms von richard rogler aus dem jahr 1986/88. wo die geologie darin liegt, denke ich mir so:

ich bin überzeugt, dass die welt ein poetisches spiel von gegensätzen war und ist und dass die suche nach freiheit und deren Aushalten! zu einer dem menschen eigenen kulturellen geologie der welt geführt hat.

wer einmal in die ausstellung „terra mineralia“ nach freiberg fährt, weiß das nachzuvollziehen. bohrlöcher oder erdspalten der kultur findet man nur mit geeigneten kulturtechniken, denn der mensch hat seine eigenen (ge)schichten über unsere gewachsenen lebensgrundlagen gelegt. in einem eigens unter diesem label formulierten programm wird der kultur!ngenieur im kommenden jahr deshalb der motivation nachgehen, warum freiheit heute ein kulturell codiertes versprechen ist, das wir uns zu allererst selbst zu erfüllen lernen müssen.

das ist schon der ausblick auf 2012.

das jahr 2011 war unter dem motto „gib mir einen klumpen kultur und ich mach‘ was draus.“ das mensch-geologische vorspiel. der klumpen – dresden als stadt? dresdens kulturlandschaft vielleicht? – wurde von mir wie von vielen anderen in die hand genommen und ich habe was daraus gemacht, wo ich wirken konnte. die eigene selbständigkeit und die damit verbundenen erfahrungen auf dem ‚freien markt‘ für kultur sowie die ganz konkrete und händische oder köpfische arbeit am besseren haben den kultur!ngenieur als eigenständige person geprägt. einige wunderbare projekte fanden und finden statt und damit sind hervorragende, zugleich fruchtbare (geschäfts)beziehungen zu kollegen und partnern entstanden. einige davon harren noch der verwirklichung, sind also mit vorfreude verbunden. natürlich gab es auch ungute erlebnisse. projekte und kulturpartnerschaftliche anbahnungen, die der gemeinsamen basis und – bei aller diskussion in der stadt über den respekt für kulturelles schaffen als wirtschaftskraft – ebendieser wertschätzung entbehrten.

was habe ich persönlich als kultur!ngenieur aus 2011 an kulturschichten mitgenommen oder geschaffen? meine höhepunkte:

als schlusssatz mein FAZIT:

die erkenntnis, dass ich kultur nicht (ver)kaufen kann und will, da das meine überzeugungen moralisch konterkarieren würde; dass ich aber kulturelle schnittstellen und formate verkaufen, wenigsten anbieten kann und damit auf ein bewusstsein und einen von mir selbst kritisch mitgestalteten „markt“ sowie ein weitreichendes netzwerk der partner blicke, in dem mein vertrauen trotz einiger schwierigkeiten gewachsen ist und der spass an der sache und die menschlichen maßstäbe nie verloren gehen. dass ich also ein wertvoller mitgestalter urbaner kultur (in dresden) bin.

und weil lob gut tut, möchte ich an dieser stelle als nachlese post zitieren, die mich am 18. november 2011 aus dem freiraum elbtal erreichte–das freut mich und gibt kraft–auch im namen meiner partner!

„lieber felix.

herzlichen dank für das gesendete zeit-dokument. 
halte selber gerade ständig rückschau. da ist so ein dokument gold wert.

und herzlichen dank für deine aktionen dieses jahr, zumal die, von denen ich/wir berührt war/en. dass du unseren freiraum elbtal in den stadtplaner-spaziergang „reingeschmuggelt“ hast – das war genial. hat innen und außen für unser projekt viel gebracht (wenn auch im außen immerhin wenigstens ansatzmöglichkeiten). im inneren mut und zutrauen, mehr vertrauen untereinander auch.

die zukunftswerkstatt pieschen 2020 – für mich immerhin die möglichkeit zum knüpfen wertvoller kontakte. ich glaub: auch deswegen geh ich jetzt öfter zum stammtisch pro-pieschen, was sehr erhellend und interessant ist.

die krautwald-fabrik: ein echtes geschenk. was auch immer nun aus der heiligen halle wird, die veranstaltungen und das offensichtlich machbare mit einer gruppe kreativer menschen empfinde ich als bereicherung für mich persönlich, für mich als künstlerin, für mich als teil des freiraum elbtal und für uns als welt-(mit-)gestalter/innen.
hoffnung für dresden? keine ahnung.

winterzeit ist für mich auch aufatmen.
auch wenn es so aussieht, als würden die aktiven nie stillstehen wollen, so sind es doch eher die geistigen potentiale, die weiterstreben. der körper will ruhen, die hände sich wärmen.

[…]

mit herzlichen grüßen vom winterquartier ins winterquartier.

yaki“

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