kurz in kursdorf

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fotos: felix liebig, 15. februar 2012

kurz: was bleibt?

auf einem kurzen besuch im heutigen flughafendorf kursdorf bei leipzig fand ich das raumgefüge von 2008 sichtlich verändert vor. weite schneisen ersetzen nun bauernhöfe, parkplätze füllen die lücken auf, ganze straßenzüge sind gewichen. ankerpunkte der dorfkultur sind nunmehr einige häuser und höfe alteingesessener, die feuerwehr, die kirche samt friedhof und schule, die gärtnerei, die waschanlage (für die mietwagen des flughafens), das ehemalige funkhaus des ersten flughafens, ein hotel sowie eine werkzeugfirma.

mit der entscheidung für den ausbau des flughafens leipzig/halle als wirtschaftsmotor für das regjo/nal/konstrukt mitteldeutschland über die menschen und ihre lokale kultur hinweg, konnten viele betroffene nur noch kleinbeigeben und flüchteten in perioden etwa in die bereitgestellten baugebiete in schkeuditz. der ehem. bürgermeister war der erste. ich schätze die bewohnerschaft auf keine 15 personen mehr. 2008 waren es noch um die 50. nach dem krieg sollen fast 1000 menschen dort gelebt haben, in regelzeiten ca. 400. die salzstraße führte einst hier vorbei. heute ist es die autobahn 14 und eine ice-trasse. schon 2008 flogen für das neue dhl-frachtkreuz, dem der damalige flughafen-junior-chef heute vorsteht, ca. 60 maschinen pro nacht zwischen zwölf und vier uhr durch die köpfe aller schlafenden. kursdorf existiert noch im internet auf einer eigenen website. die örtliche kultur aber ist nun flurbereinigt geprägt vom transfer, auch einiger urlaubsliebenden menschen, die ihre autos zurücklassen, aber verdeckt solcher in uniform, von paketen, von frachtgut aller flugfähigen art. was „kasper auf schatzsuche“ wohl alles fände? jan caspers und kollegen fanden ein sinnbild (pdf) der denkbaren zukunft des ortes in ihrem projekt, ob dessen das festival „aus flug hafen sicht“ beinahe aufgeflogen wäre.

mit dem performance festival stellten raumlabor berlin und thalia theater halle anlässlich des „theater der welt“ in jenem jahr die umbrüche vor ort zur künstlerischen debatte. der kultur!ngenieur war als produktionsassistent für das festival und das stück „unterm radar“ von jörg lukas matthaei (matthaei & konsorten) dabei.

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