Der gefühlte Wert der Lee(h)rstelle

Text & Bild: cynal.de

Die Veröffentlichung dieser Informationen geschieht aufgrund der eigenen Beteiligung in Redaktion und Autorschaft bei #CYNAL 01. Herzliche Einladung!

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Alter Schwede, das war knapp!!!

Mit Hilfe der Supporter unseres Crowdfundings sind die Druckkosten für die erste Ausgabe gedeckt.
Ein ganz herzliches Dankeschön an alle Supporter! Wir sind völlig aus dem Häuschen…

Wir möchten Euch einladen, mit uns gemeinsam das Erscheinen von #CYNAL 01 am 25. Oktober 2012 ab 19 Uhr in galerie modul.KUNSTHALLE DRESDEN zu feiern. An diesem Abend wird es neben dem Geruch druckfrischer Kunstjournale ein kleines, aber feines Buffet sowie Netlabel-Musik mit Konrad Behr geben.

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

An dieser Stelle sei auch auf die Ausstellung zur ersten CYNAL-Printausgabe verwiesen:

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Der gefühlte Wert der Lee(h)rstelle

Laufzeit: 14.10.12 bis 4.11.12
Ort: galerie modul.KUNSTHALLE DRESDEN (www.galeriemodule.de)

Beteiligte Künstler_innen sind Sophie Aigner, Christian Bär, Julia Boswank, Sarawut Chutiwongpeti, Else Gold, Stephan Groß, Stefan Malicky, Christian Manss und Juliane Schmidt.

Die Ausstellung wird kuratiert von: Katja Dannowski, M.A.

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Veranstaltungen

Vernissage: 14.10.12 // 15 Uhr
Musikalische Improvisation für Kontrabass und Live-Elektronik von Felix Krüger und Sebastian Drichelt

Höhepunkt: 25.10.12 // 19 Uhr
CYNAL-Saloon: Feierliches Erscheinen #CYNAL 01 mit Kuchen, Keks und Brause
Netzmusik mit Konrad Behr (www.clongclongmoo.org)

Finissage: 4.11.12 // 16 Uhr
Lesung von Lyrikern aus #CYNAL 01

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Doch noch in den letzten 12 Stunden #CYNAL 01 supporten? Dann geht das hier: http://www.startnext.de/cynal-kunstjournal

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überflug löbtau

überflug löbtau

(bild: google-earth, die leere flagge darf symbolisch mit fragen oder antworten gefüllt werden…)

für ein brandneues magazin der kollegen von ‚der werkstatt‘ in dresden-löbtau habe ich einen ‚überflug‘ gestartet. ich habe mich dabei an der weisseritz orientiert. meine erkenntnisse sind in folgendem text zusammengefasst. dies ist die reinversion, die marc, matti und omez in eine viel abwechslungsreichere form gebracht und durch zahlreiche eigene ermittlungen in unterschiedlichsten medien ergänzt haben haben.

es geht um authentisches stadträumliches erkunden mit dem ziel urbaner kultureller bildung.

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untertitel „gedanken zur kulturellen anatomie eines wachsenden stadtteils“

der mensch lebt bekanntlich in wahrnehmungsgebundenen raumkontinuen. wenn ich selbst an löbtau denke, weiss ich, auf welchen wegen ich mir den stadtteil aus notwendigkeit oder entdeckerfreude bislang erschlossen habe, und was dabei zum vorschein gekommen ist. wie ist das wohl bei anderen menschen?

das kritisch forschende schreiben ist dabei so eine sache: es formuliert noch keine fertigen gedanken und möchte dennoch nachvollziehbare denkanstöße liefern. ich werde im folgenden den stadtteil dresden-löbtau in einem spagat zwischen weitgehend intuitiver erkundung mit dem blick des raumforschers und angehend journalistischer sachkunde entlang der weißeritz darstellen.

ein vor–schein zum einstieg: löbtau ist ein stadtteil voller würfelhäuser und hat vorwiegend studentische einwohnerschaft. der schein trügt. löbtau hat alles an stadtkulturellem repertoire, das man sich denken kann. die würfelhäuser nennt man z.b. auch ‚dresdner kaffee-mühlen‘. bei einer heute nicht unüblichen google-suche“löbtau“ findet man auf den ersten zehn plätzen zunächst folgende einträge – stand 16.2.2011:

1 http://de.wikipedia.org/wiki/Löbtau – die enzyklopädie wikipedia über löbtau
2 http://www.dresden-loebtau.de/ – die namentlich freche domain einer spielvereinigung in löbtau
3 http://www.dresdner-stadtteile.de/Sudwest/Lobtau/lobtau.html – ehrenamtliche historiker über löbtau
4 http://www.apotheke-loebtau.de/ – gesundheit! löbtau
5 http://www.dresden-und-sachsen.de/dresden/loebtau.htm – tourismusbörse über löbtau
6 http://www.dresden-lexikon.de/Lexikon/Loebtau.htm – eine stadtinterne enzyklopädie über löbtau
7 http://www.st-antonius-dresden.de/ – eine kirche in löbtau
8 http://www.loebtauer-kickers.de/ – diesmal fußball in löbtau
9 http://www.36te-mittelschule-dresden.de/ – eine mittelschule in löbtau
10 http://www.sn.schule.de/~gs35dd/ – eine grundschule in löbtau

das ist nun keinesfalls repräsentativ und deckt sich zu genau 10% mit dem von mir angestrebten allgemeinwissenden überblick über den stadtteil. deshalb habe ich ohne anspruch auf vollständigkeit weiter geforscht und mir dabei ein feld entlang der weißeritz per fahrrad erschlossen. dabei fiel mir auf, dass löbtau wie einen hammer zwei sich überschneidende sog. STRIPS als anatomische basis aufweist. strips sind seit robert venturi und denise scott-brown der begriff für ins suburbia führende straßenschneisen, entlang derer sich verschiedenste wirtschaftszweige wie auf einer kette aufreihen. das ‚rückgrat‘ von löbtau und gleich auch die teilung in nord und süd bildet die kesselsdorfer straße als quasi kommerzieller bunt gemixter strip. sie ist dies viel mehr als der andere strip, den ich im zug der löbtauer–tharandter–straße auszumachen glaube, der auch viel mehr abhängig von den örtlichen gegebenheiten zwischen verwertungsökonomien im norden und medienkulturellen clustern im süden changiert; zu nennen das kino in der fabrik (kif) und die bienert-mühle (museum hofmühle). und vor allem fliesst er mit dem fluss.

die kesselsdorfer straße hingegen weist in ihrem vorderen teil eine sehr starke konzentration ökonomischer ‚durchlauferhitzer‘ auf, bauten, die keinen architektonischen, dafür aber einen lokalökonomischen wert haben, um sich dann westwärts richtung gorbitz / naußlitz zu entfernen. an diesem umsteigebahnhof der wissens- und arbeitspendler endet auch das ’studenten-shuttle‘ der linie 61. doch schon ein paar meter weiter westlich auf der kesselsdorfer straße fehlen bauten, klaffen leerstellen, die – ein dortiges kuriosum an der ‚werbewagenecke‘ – expressiv von werbe-anhängern zugestellt werden. hier herrscht work-in-progress und kein feiner boulevard. es gibt lediglich eine unfreiweillige ‚torsituation‘, indem nämlich der autobahnhochstraßenzubringer die einfahrt zum stadtteil rahmt. das hat leider noch kein stadtplaner erkannt und für eine visuelle aufwertung gesorgt. das kraftwerk der drewag ist gleich dahinter. löbtau ist also erstmal gut angeschlossen – zumindest in sachen lebensadern.

die weißeritz z.b. ist seit der flut 2002 auch den neuen generationen dresdner bewohner bekannt. der sog. ‚weißeritz-knick‘ biegt den fluss, der längst schon kanal ist und damit seine industrielle geschichte erzählt, in richtung cotta ab, genau an dem beschriebenen löbtauer tor. der fluss hatte die gelegenheit des hochwassers genutzt um seine natürliche geschichte nocheinmal zu erzählen, denn er verlief bis vor 100 jahren entlang der heutigen löbtauer und weißeritz-strasse direkt nach nordosten. auf dem erweiterten gelände des ursprünglichen bettes befindet sich heute ein teil des ‚weißeritz-grünzuges‘. zwischen dem bahngelände an der bauhofstraße und der bienert-mühle in plauen wurde mit efre-förder-geldern (europäischer fond für regionale entwicklung) ein offener grünzug erstellt, der reste vorheriger bebauung in gabionen packt und versuche macht, freiräumliche aktionszonen zwischen baulichen investitionszonen zu definieren. eine beschilderung aus stehlen gibt fundiert auskunft über kulturell brisante orte. nicht weniges an authentischen baulichen entwicklungskernen ist dennoch dem föderprogramm zum opfer gefallen oder harrt wie das ehem. gelände des krankenhaus löbtau der vollendung, sodass man sich fragen kann, wem die aufwertungsmaßnahmen denn nützen? so hat man in dem alten krankenhaus altenheime stationieren können, was demografisch o.k. ist, doch die aktivere jugend muss sich auf einer mikrigen skater-ecke im grünzug herumdrücken. am löbtauer tor genießt man die wunderbare aussicht von hölzernen liege-sonnen-bänken auf den schon beschriebenen knoten von schlagadern des städtischen lebens.

es ist nicht wirklich ein ’stadtteil am fluss‘, dennoch behaupte ich dies provokativ. löbtau schwappt ans wasser, da wie besprochen der fluss als kanal nur noch in grosssen intervallen und dann richtig schwappt. besonders erfahrbar wird die weißeritz erst im oberen bereich ab lötauer tor, also im süden, wo die stadt sich langsam auflöst und mit der bienert-mühle der letzte bauliche ankerpunkt der stadt vor dem plauenschen grund steht. ‚die haifische‘ waren hier nicht nur in geologischer vorzeit zugegen und haben ihre zähne als fossile funde hinterlassen,  ein künstlerischer wettbewerb unter selbem namen erforscht und interveniert sukzessive an und um den fluss an der stelle, wo am deutlichsten zu spüren ist, wie die industrie und das auge des biedermeierlichen betrachters die urpsprüngliche landschaft sehend gestaltet haben. auch die immobilien-haie haben vor nicht allzu langer zeit ihre gesundeten zähne in die kulturell wertvolle mühle geschlagen, sodass diese auch heute noch nicht ganz gerettet ist. fabrikantenfrau ida bienert war kunstmäzenin und künstlerin. die gesellschaft der häuser in altplauen sei nur kurz erwähnt um zu zeigen, dass dresden die stadt der echten dorfkerne ist und damit einen besonderen schatz hat.

altlöbtau liegt auch heute nicht am fluss, besitzt in seiner stadtstruktur jedoch ebensolche dörfliche urprünge wie plauen. es bedient sich bereits modernerer bzw. gründerzeitlicher mittel um hier nicht den fluss, sondern den anger zu rahmen. so findet man eine kleine siedlung von ‚architekten-häusern‘, die leider genau keinen dorfcharakter hat und etwas zu individualistisch vermengt wirkt. (im übrigen auch auf google streetview kein schöner anblick, weil besitzer ihre häuser haben ausradieren lassen.) direkt daneben steht zum glück einer der kulturellen höhepunkte und stadtanatomischen brüche zugleich: die ev.–luth. friedenskirche. ihr turm repräsentiert noch den vorgängerbau, ihr krichenschiff jedoch ist ein viel kleinerer womöglich sogar typenbau aus der nachkriegszeit, da die kirche teilzerstört war. heute lädt man hier auch zu kulturellen veranstaltungen. noch ein höhepunkt ist in einem nahe gelegenen von neubauten und hochstrasse etwas eingeklemmten gründerzeitblock: ‚die praxis‘ und ‚die werkstatt‘ als unabhängige kulturprojekte, die meistenteils von studenten betrieben werden, neugierig auf löbtau sind und so mit der bürgerlichen sitte brechen, es sich einfach nur gemütlich zu machen. ein schaufenster-konzert zeugt davon!

verklemmt oder brüchig sind in löbtau viele stellen, vor allem im bereich der weißeritz und der genannten strips, weil hier ökonomische umschichtungen am eindrücklichsten zu bezeugen sind, weil der stadtteil einfach wachstumsrisse bekommt an seiner aussenhaut. die ‚filterzone‘ zwischen fluss und nord-süd-straße eröffnet einem einblicke in diesen prozess. doch auch in der gesellschaft der würfelhäuser im löbtauer binnenland finden sich eigenartige zeugen einer anderen zeit und anderer entwicklungen, die aus dem typischen rahmen fallen und auch wohnfremd genutzt werden. brachstellen im raster der bürgerlichen ordnung, die als freiräume kulturell anziehend sein sollten! dazu zählen auch leere läden, die unter den hier im gegensatz z.b. zu pieschen noch vorhandenen eckgeschäften potentiale eröffnen.

was ich nicht vergessen will: nicht nur sehenden auges erkenne ich in löbtau kulturelle prozesse – augen zu, ohren auf! die (straßen)bahn quietscht betörend, die weißeritz plätschert ungnädig, auch auf dem weißeritz-grünzug gibt es noch einen klappernden schrottplatz. richtig beeindruckend ist das drewag-kraftwerk an der nossener brücke, in dem das maschinen-brummen so umfassend ist, dass man sich kaum selbst verstehen kann und dennoch frequenzbedingt keine hörschäden erwarten muss. ich empfehle tage der offenen tür. die autos z.b. auf der kesselsdorfer bilden im kontrast den uns gar nicht mehr gewärtigen hintergrundteppich eines sonoren rauschens, das man sich ruhig mal wegdenken sollte!

ich habe im nachgang nochmal einen ‚überflug‘ bei google-maps unternommen und bin auch in streetview eingestiegen. wie anderswo auch existiert löbtau in dieser bilddimension bereits in drei zeitschichten: den älteren google-maps-daten, den 3 jahre alten streetview-daten und den realen ‚daten‘. (wer mehr wissen will, wendet sich an die örtlichen geschichtsvereine, die im gegensatz zur unterbesetzten leuchtturmarbeit des stadtarchivs flächendeckend arbeiten und für anregungen zu haben, vor allem aber zu nutzen sind.) man kann also in einem zeitrahmen von vielleicht 5–6 jahren löbtauer geschichte baulich virtuell nachvollziehen. da ist einiges, z.b. die löbtau-passage: sie ist auf google-maps eine brache, in streetview im bau und nun real-existierender fassadenschwindel. womit wir wieder bei venturi / scott-brown sind. das ‚decorated shed‘ (die dekorierte hütte) ist nicht nur an der löbtau–passage sehr eindrücklich zu erkennen. auch an den würfelhäusern gibt es vorblendungen, die uns etwas vom bürgertum vormachen sollen. nur, dass hinter dem bedeutungsträger fassade an der passage die autos auf dem supermarktdach gestapelt werden, während bei den bürgerhäusern sich die wohnungen stapeln. die ‚passage‘ ist, wenn man sich an leipzig oder gar mailand orientiert, ebensowenig passage wie der ‚boulevard‘ mit blick auf paris oder barcelona boulevard ist. interessant ist die aktuelle debatte im stadtrat um diesen ‚boulevard‘, der in völliger verkehrung seines baugeschichtlichen seins dann ohne autoverkehr auskommen soll – warum bezieht man nicht folgerichtig die kesselsdorfer straße als formales (sinnliches!) ganzes in die überlegungen mit ein? alles hier ist ein ‚ich-möchte-gern-etwas-sein‘, ich weiss aber noch nicht wie – das typische stadium der entwicklung bei jungen menschen im alter von ca. 20 jahren. auch streetview schwindelt, aber anders. die bindung der kamera an das automobil statt den menschen ist soziokulturell unrepräsentativ für aussagen über einen stadtbereich, der untertunnelt oder im bau ist, bzw. dessen eigentliche qualitäten wie die weißeritz nunmal nicht ‚erfahrbar‘ sind. hinzu kommen geo-tags von firmen usw., die wie schon die google-ergebnisse eingangs keinerlei repräsentative kulturelle aussage führen können, da dafür erstmal jeder im world-wide-web präsent sein müßte.

ich statiere: im gut geordneten raster der löbtauer stadterweiterung des beginnenden 20. jahrhunderts befinden sich gleich den bruchstellen an geografischen demarkationslinien wie der weißeritz und strassenmündungen auch soziale und kulturelle verwerfungen. ganz normal. und vor allem spannend! wer das herausfinden will, zumal, weil ich mich doch sehr begrenzt äussere, sollte mal von ‚der kesselsdorfer‘ richtung süden / bonhoeffer platz einbiegen und links gleich das kleine bungalow ansteuern, auf dem ‚ingrids stübchen‘ steht. oder er sollte am löbtauer tor mal in die stehbierhalle ‚drei–kaiser–hof‘ gehen. oder er macht sich mit mir und der werkstatt im frühjahr / sommer 2011 auf spaziergänge zwischen freiräumen in löbtau um mehr als das hier illustrierte zu entdecken.

eine hilfe beim entdecken sind übrigens möbel, die keiner wahrnimmt: an elektrokästen kann man nicht nur aufrufe ‚posten‘, sondern sich auch herrlich zum beobachten und aufzeichnen postieren.

summa summarum: ausbaufähig!

felix liebig © 2011

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quellen & empfehlungen:

– die liste ist fortsetzbar, gibt nur einen ausschnitt wieder; ich verweise gerne auf die erkenntnisse der kollegen im gedruckten magazin! …

– eigenes, nicht nachweisbares, nur erkundbares, allgemeinwissen über löbtau und dresden
– fundstück an der fröbelstraße, auf einem busch, metallprägeteil, rostig
– zum strip: robert venturi & denise scott-brown: learning from las vegas, MIT press, 1977
– lesenwertes feature dazu bei „dpr-bcn“
– google-suche „löbtau“ am 16.2.2011
– google-maps, google streetview: „löbtau, dresden, deutschland“ – screenshots 19.2.2011 & 20.2.2011
– seite des stadtplanungsamtes dresden zum „weißeritz-grünzug“
– dazu die „beschilderung“ im öffentlichen raum
– das efre förder-szenario beim städtischen sanierungsträger „stesad“
– kunst im öffentlichen raum der „haifische dresden“
– kino in der fabrik – „kif“
– das „museum hofmühle“ in der bienert–mühle
– encyclopaedia „wikipedia“
– die seiten der „dresdner stadtteile“ (ehrenamtliche historiker) über löbtau

don’t mind the gap

the article i publish here was originally reviewed for an magazine in nottingham, uk on 20 april 2009, edited by hugh dichmont.

websitearticle site

Don’t mind the gap

An overview of the cities‘ respective artist-run scenes

Nottingham is being seen increasingly as a vibrant and ambitious city for contemporary art. By the time I bridged the gap between the chilled arts waters of Dresden, Germany, and the hot pot of arts in Nottingham, German artist newspaper Kunstzeitung had described the UK’s East Midlands as being „the biggest mecca for art and arts lovers (in the UK) outside of London“, stating that more than £117 million had already been spent on the arts in Derbyshire, Leicestershire and Nottinghamshire between 1994 and 2005.1 From initial research into the city upon my arrival, I found a recent history of projects and events that characterised Nottingham as having a compact independent art scene; growing from a highly profiled network of professionals, often awarded by grants and funding through Arts Council England.

In 2006, Nottingham acted as the third location for the ‚British Art Show‘, inhabiting the city’s established, ACE-funded spaces, but distinguished itself in being the only host city to have had a fringe festival running alongside, organised entirely by independent artists and curators. Among its numerous events and exhibitions, ‚Sideshow‘ featured a show at Moot (a gallery that is becoming increasingly prominent nationally after three years of activity) by local artist Niki Russell entitled ‚redrawn [MOOT]‘. Formed over six weeks, Niki responded to „Moot’s transitional makeover from warehouse to white exhibition space, sifting for the inevitable gaps that have been left through this process. Once identified, these were exemplified and manipulated in order to physically alter the appearance of the Moot space.“ In doing so, Russell drew out the gaps in expectations between the gallery space, audience and artist, as an interrogation of the underlying psychology of art creation. He used precisely developed habits to inhabit the space subtly. The absence of an actual object left the visitor only with traces of the redrawn process of avoiding it.

This notion encapsulates the impressions I have of the city as a newcomer to Nottingham, and resembles my own approach of understanding it. Once there, I started by intuitively measuring and mapping the surroundings around local artistic activities; redrawing my inner map of the artistic landscape of Dresden and overlaying it with the artscape of Nottingham. Immediately this emphasised spatial contrasts – Nottingham is a dense town of short distances in comparison to Dresden’s extensive gaps, and so straight away offers a prompt creative potential. Nottingham makes it easy to visit six exhibitions in one day.

Tether is seemingly one of the most space-taking art groups in Nottingham at present. An award from the National Lottery through Arts Council England enabled tether to develop an independent art-based platform for different movements within various genres of the arts, including their own gallery, The Wasp Room, based above a carpet shop in a former office space on the edge of the city-centre. In March, the gallery featured work by artist Tom Down, with his first solo exhibition ‚A Far Sunset‘. Curious to me was that the exhibition leaflet came with a computer-generated impression of Down’s proposal: his show inhabiting both real and digital spaces as a kind of pictorial equivalent to Second Life.

Observation in the form of surveillance was brought into question by a new media festival and symposium Radiator (Exploits in the Wireless City) in January. Now in its fourth year, the festival aims „to instigate discussion and debate based on the understanding that the development of digital networks are transforming our notion of (public and private) space.“

Radiator featured commissioned artworks incorporating the new hybrid spaces in today’s wireless environment. Blind Spot by German artists Köbberling and Kaltwasser was perhaps the most powerful physical representation of this, in using reclaimed material to form a new space of fragmented ‚blind spots‘ not covered by CCTV surveillance. As artistic directors of trampoline – Platform for New Media Art (the organisation behind Radiator), Anette Schäfer and Miles Chalcraft are pioneers in utilising Nottingham’s urban space for the independent critique and examination of phenomena of contemporary urban life.

Much of the festival was physically centred in the Broadway Cinema and Media Centre, an independent hub for much creative activity in Nottingham. Also inhabiting the Broadway earlier this year was Hinterland Projects‘ nomadic curatorial project ‚the Reading Room‘. Coordinated by Jennie Syson, the Reading Room has for the past two years served the independent art scene as an exceptionally flexible and mobile open-discussion group focusing on various issues surrounding art, whilst examining short texts and pieces of writing. this ongoing project was also present as ‚the Reading Corner‘ within the show ‚Fictions‘ at Bonington Gallery during March and April. Syson compiled a reading list and composed a resource area in the gallery to compliment the exhibition, which itself explored the boundaries between fact and fiction, drawing on the paradoxical scenarios created by writer Jorge Luis Borges. Whilst having a strong focus on language, among other works ‚Fictions‘ featured interactive viewing devices by Eugenia Ivanissevich. Pointing out fragments of the exhibition, the periscopes offered alternative perspectives on the spatial environment of the show, with the visitor acting as observer of pre-defined views.

Recently awarded with funding by Arts Council England as well as the European Regional Development Fund, Moot and Stand Assembly have in the last year moved into a large free-standing space owned by BioCity, an organisation whose purpose is as a „bioscience business incubator“, and who own lots of land in the east-side of Nottingham’s city centre (an area undergoing a vast process of regeneration). After reading an article in a local paper entitled „Making space so art will flourish“ (in which Moot’s Tom Godfrey and Matthew Jamieson stated that they were intending to „expand Moot further“2), BioCity’s Chief Executive Glenn Crocker decided to offer Moot and Stand Assembly a disused former factory they owned, for a reduced rent, only leaving the artists with the costs for regenerating the building themselves. They are now in the process of developing it into a distinctive hive featuring artist studios, workshops, project spaces and of course Moot.

Taking over Stand Assembly and Moot’s previous location are recent graduate group Backlit, who I visited on the 26 March for the private views of ‚Five Brothers in Seven Sisters‘ and ‚Symbol Minded‘, the second of which brought together four students in order to create an immersive environment that insinuated connections to the mystic and the occult. For some reason I arrived too early and some seven or so people were gathered between the four triangular and prismatic works in the room, deep in conversation about mystical truths in arts.

Very much responding to the expansive trend within Nottingham’s independent arts, perhaps rather intuitively, artists Charlotte Osborn and Chie Hosaka have developed Artnot.

Launched this April and challenging the gap that has been left by local event listings and the national press, Artnot acts as a free printed resource for both artists and visitors to Nottingham to locate independent art activities, events, exhibitions and venues in the city. It is also hosted online by new web-based magazine Nottingham Visual Arts.

In comparison to Nottingham’s compressed artistic geography, Dresden has a relatively scattered community of artists. As a city bombed greatly during World War II, it still has large areas of unused city-centre land, spaces that artists are keen to inhabit. Improvisation took over in the economically tight and politically oppressive GDR era (between the end of the war and the fall of the wall) when artists specialised in hiding from observation whilst renovating derelict properties as private spaces to live in, which the vibrant parts of today’s Dresden has built its reputation on. After the fall of the wall, Dresden received a lot of financial support for regenerative projects, with artists continuing to use disused spaces and unwittingly make areas of the city more attractive for business investment; renovating properties, populating hidden areas of the city and increasing the status of forgotten districts. For a long time, artists acted within their own understanding of regeneration, without government support or pressure, though this is all changing. With cities and states in financial debt, federal art councils are facing pressure to be more present in a global context of city branding. In this regard, Dresden has a disadvantage, in being already spatially more spread than Nottingham, where quite often, restless art facilitators seem to be able to contextualise their ambitions within the wider frame of national redevelopment/regeneration, or at least achieve some kind of support through local initiatives.

No such cohesive approach is existent in disparate Dresden, as solutions for rebuilding the city centre are still regarded as uncertain by the artistic community, but are incessant, due to Dresden’s aim to fulfil its global image projection as ‚Florence of the Elbe‘. Because of this, artistic work is regarded as obsolete and hindering, and alongside a present lack of funding after the financial melt-down, public space art projects are generally limited to mainstream cultural activity. Despite this, Dresden artists continue to inhabit a variety of city spaces; former butchers shops (Knark-art); on top of office high-rises (7.stock); baroque civil houses (Art house Dresden); former factories, warehouses and other industrial spaces (Idee 01239, Metropole and many more). But without more respect and support for regenerative art projects and long-term prospects for funding from councils, Dresden’s artists will always be waiting for money that either is not there or is not coming. Out of a number of independent art venues that draw their history from public art activity after the fall of the wall, only the two hot spots of Art house Dresden and 7.Stock inhabit Dresden’s centre in a sustainable way, however, without a cohesive social context in their surrounding area.

Alongside genuine efforts to receive future governmental investment, Dresden’s art scene together with the government can learn from Nottingham’s diversity of art activities and their support by governmental bodies. Dresden has the potential, but needs engagement from funders and expanded networking to improve long-term prospects for growth in the arts.

In some ways, the widespread spatial potential of Dresden’s artistic landscape offers a calm antipode to the enforcing density of Nottingham’s artscape. Dresdeners like me would do well in learning from Nottingham’s ambitious pursuit for a self-contained settlement, and yet, conversely, Nottingham locals might do well in learning from Dresden’s practical ability to link across the gaps of a rather an urban space scattered with empty fields, to find artistic satisfaction in (or the artistic harvest if you will).

1 Kunstzeitung, regensburg/Germany, September 2009, Dorothee Baer-Bogenschuetz.
2 Evening Post, tuesday 25 March, 2008.