brachenbrunch #2

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fotos: felix liebig – 16.6.2012

hier die fotos von sebastian.

ach war das schön!

sonnensucher, donnerzähmer, geocacher, jongleure, dj’s, wandmaler, nagelkünstler – vom vormittag bis in die nacht haben wir einiges an uns vorüberziehen sehen. beiträge kamen wie immer von allen in essbarer, in sichtbarer, in hörbarer, in verbaler, in sportlicher und sonstnochwas für einer form. zugegeben: wir haben uns ganz schön arbeit gemacht mit dem herschaffen der möbel. und weil nach dem brunch auch vor dem brunch ist (das sollte zur fünften jahreszeit in deutschland jeder wissen), werden wir im nächsten jahr beim nächsten brunch sanftere methoden anwenden, es aber genausoschön haben.

aber mal zu sache:

der herzogin garten ist nicht nur ein „sächsischer genitiv“, sondern auch ein ganz historisch konkreter, jedoch mit blick auf die stadtentwicklung derzeit absolut unkonkreter ort in dresden. 100 schritte vom zwinger entfernt, hinter dem schauspielhaus, um die ecke vom zentralen ortsamt, gleich bei SZ und MOPO, kirchentag und SIB, zwischen townhouses und designforen, gegenüber von den theaterwerkstätten, also mittendrin im zentrum der stadt liegt diese OASE.

und plötzlich bist du draußen!

leere, ein stelle ohne alles, bis auf ein blau angestrichenes, etwas krummes altes gewächshaus. stille, bis auf ein paar vögel und ein fernes rauschen; anfänglich ein kransurren; mal eine straßenbahn. sattes grün, bis auf ein paar urbane einsprengsel in pastelltönen, die der bewuchs noch nicht aus dem bild tilgen konnte. ein paar steine. der rest ist egal.

ulrike gärtner, deren leistungen in kunst & kultur dresdens ich nicht müde werde zu rühmen, hat 2003 mit partnern eine künstlerische aufarbeitung des ortes bestritten:

„BNU 2103 – Bau ’ne U-Bahn 2103“

sie haben archive durchstöbert und menschen befragt, bezüge zu anderen orten hergestellt und waren schlussendlich vor ort. alle reden über diesen ort. eine frau und noch ein paar menschen wissen beinahe alles über diesen ort!

das hier auzuarbeiten wäre demnach unmöglich. das brachenbrunch, das späte erscheinen der künstlerin, dann aber die intensive auseinandersetzung, das wieder-vor-holen, das vor-lesen der fakten allein schon hat viel an unschätzbarem vermittelt. mit freundlicher genehmigung der künstlerin darf ich teile des wissen hier teilen:

B-Team Brownfield Days Dresden

Die Anfrage aus dem Stadtplanungsamt Dresden an diesem Programm mitzuwirken war eine willkomme Gelegenheit zur intensiven Auseinandersetzung mit der Leipziger Vorstadt in Dresden als Zielgebiet einerseits und den Werkzeugen des Spazierengehens, des Location-Scoutings und der „Kultur!nventur“ anderersetis.

Fotos folgen in Kürze …

Die sog. „B-Team Initiative“ vereint elf europäische Städte in einer strategischen Entwicklungspartnerschaft mit dem besonderen Augenmerk auf innerstädtische Brachen (engl. Brownfield) vor dem Hintergrund des regionalen Vermittlungsprogramms „Interreg IV C“ der Europäischen Union. Die Stadt Dresden lud im Rahmen dieser Initiative vom 4. bis 7. Juli 2011 Experten aus den beteilgten Städten und der lokalen Szene zu den Brownfield Days. Aufgabe der Stadt war es, den bestehenden Masterplan Leipziger Vorstadt, Neustädter Hafen mit neuen Erkenntnissen zu unterfüttern und weiter publik zu machen.

Meine Aufgabe war das Ermitteln und Aufschließen einiger Partner und Akteure im Gelände der Leipziger Vorstadt – von mir gemeinhin als „Kultur!nventur“ betitelt – und das Verarbeiten der Erkenntnisse zugunsten einer umfassenden Vorstimmung der Teilnehmenden Experten auf einem Spaziergang. Nebenbei konnte ich mit etwas Glück die Räumlichkeiten von der Geh 8, Michael Grzesiak von urbikon.com in Leipzig und den Szenekoch Paul Hackenberg vom „Genusswerk“ im Projektgebiet als Kollaborateure gewinnen.

Der Spaziergang erstreckte sich nach mehreren Probe- und Erkundungsläufen sowie intensiver und für mich fruchtbarer Zusammenarbeit mit den Kollegen im Stadtplanugnsamt – namentlich Matthias Flörke-Kempe, Barbara Engel, Thomas Herm – über das gesamte Gebiet und hatte einen Umfang von ca. vier Stunden. Leider war das Wetter nicht sehr wohlgesonnen, aber das haben alle Teilnehmenden hervorragend weggesteckt.

Idee war es dabei in einer Art potentiellem Panoptikum des Areals den Experten des B-Teams alle erdenklichen Schnittstellen für eine Entwicklung des Masterplangebietes vor Augen zu führen und sie mit Akteuren wie Objekten gleichermaßen vertraut zu machen und nebenher auch die Akteure vor Ort für ihr Gebiet und füreinander mehr zu interessieren. Das gelang zunächst hervorragend: Vom Immobilienentwickler mit eigens aufgebautem Zelt am Leipziger Bahnhof über den Szene-Akteur vom Beachklub bis zum Freiraum Elbtal mit alternativen Lebenskonzepten oder dem Betriebsleiter des Pillenherstellers waren alle und alles dabei.

Das Feedback war durchweg positiv.

In den Workshops und der öffentlichen Abschlussdiskussion der Brownfield Days wurde konstruktiv und teils äußerst kreativ an Verbesserungen und Ergänzungen des Masterplanes gearbeitet. Dabei wurde offen über ganz und gar zeitgenösische Entwicklungskonzepte debattiert, die lediglich den schweren Weg in die hiesige Politik und Ökonomie haben.

Für mich war es eine Ehre mit einigen wirklcih bewanderten und umtriebigen Köpfen der europäischen Stadtentwicklung in Kontakt zu kommen, zu sehen, dass die B-Team Initiative von einer Deutschen im Stadtentwicklung Departement in Belfast koordiniert wird und es im Grunde Menschen wie Du und Ich sind, die die europäische Stadt durch Stürme des Investments und Wogen der Politik zu einer lebenswerten Stadt zu machen versuchen. Die Arbeit war fruchtbar und zukunftsweisend, denn die nächsten Entwicklungen stehen so oder so im Kontext Pieschen, Leipziger Vorstadt schon an.

Alle Achtung!

Hier der Plan des Rundgangs als PDF:

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fA!

freiheit Aushalten!

grafik: felix liebig, montage

an irgendeinem punkt um neujahr 2011 herum ging mir „das jahr der spaziergänge“ durch den kopf.
was man so findet auf seinen streifzügen! – manchmal auch auf einem ganz normalen weg von A nach B.

schwarz auf gelb

in dresden nichts besonderes;

wir leben in einer gesellschaft aus territorien und sichtbaren wie unsichtbaren handlungsanweisungen. (farb)codes! dem eigentlichen kulturgemäß-menschlichen handeln wird dabei in den seltensten fällen entsprochen. ritualisierung! freiräume sind kostbar geworden, aber es gibt sie. dies u.a. zu erforschen und zu ändern machen sich neben urbanofeel viele andere menschen zur aufgabe.

im alltag sehr präsent und doch übersehen sind dennoch diese schilder.
in der auseinandersetzung mit oben gesagtem und dem menschlichen bedürfnis nach (frei)raum  – also auch meinem freidenken – entstand das etwas abgewandelte schild:

freiheit Aushalten!

es begegnet uns tagtäglich. ein ready-made! überall da, wo freiheit anlässlich des omnipotenten und omnipräsenten eichmaßes unseres fortschritts eingegrenzt, gefiltert, abgezäunt, verschränkt wird – es kommt auf die lesart an.

wie in so vielen dingen im leben sollte man wissen, ob man aufgrund eigener bewegung vorwärts will oder lieber fortschreiten lässt. freiheit muss man in der tat jeden tag aushalten können, wenn man menschlich wachsen will. aber wem sage ich das … raum ist universell und denken ist universell. zunächst.

es kommt mehr hinzu:

dass der mensch das aushalten nicht immer kann, sieht man, wenn er mit echter freiheit konfrontiert ist, z.b. allein in einem großen raum, oder vor der entscheidung zwischen einer unbestimmbaren chance und einer sicheren rezeptur wählen zu müssen. und das ist menschlich.

aber: wir sind so ausgiebig und umfassend mit rezepturen für alles und jedes – mit produkten – umgeben, dass wir es gar nicht mehr wissen, wie man aus nichts etwas machen oder aus einem toten ort einen lebendigen platz machen kann. dass das spaß machen kann! unsere „neue realität“ (oder auch erweiterte realität der jetztzeit) hält uns bereits an sanften fesseln. wir müssen nicht mehr entscheiden. alle bedürfnisse sind schon gedeckt und erzeugt. die „dritte industrialisierung“ rollt. die produkte werden immer besser. uns geht es blendend.

was also müssen wir eigentlich noch aushalten? oder was treibt uns noch an?

aushalten müssen wir sogar einiges; all jenes, das von perfekten produkten nicht bedient werden kann. von z.b. unvermittelter und ungehinderter aggression durch menschen, die dem selbstdarstellungszwang im engmaschigen netz angepriesener ‚freiheit‘ nicht mehr standhalten über die – sinnlich aggressive – überfülle an „unnötigen“ informationen im stadtraum bis zu den tatsächlichen sinnlichen beanspruchungen, zu denen wir kaum noch vordringen, weil keiner mehr den sinn und einfluss perfekter produkte auf unsere frei(t)räume hinterfragt.
angetrieben werden wir trotzdem von mehr als dem erhalt der existenz. von neugierde, von der eigendynamik unseres bewußtseins. dem folgen wir so selten ernsthaft, dass immernoch die mär von der notwendigkeit der 40h-woche oder das paradighma (paradoghma?) von der leistungsgesellschaft funktionieren.

womit wir wieder beim fortschritt sind.

und jetzt explizit zum (auto)mobil, weil das z.t. hinter meiner argumentation steckt – als metapher: ich selbst bin überzeugt, dass die ikonen unseres gesellschaftlichen fortschritts uns womöglich ungeheuer aufhalten. das kann jeder jeden tag auf den einfallstraßen der großstadt beobachten. keine zeit für einfälle. ausfälle vielmehr. abfälle sowieso und abgase. stress. unsinn.

das perfekte sinnbild einer trägen, ungebremsten hülle (aus versprechungen), die das eigene agieren altern läßt und behäbig macht und unbeherrschbar die lebenszeit rafft.

in dresden möchte man dem nun mit echtzeit-verkehrsbeeinflussung begegnen. siehe den film „the italien job“! „welcome to dresden’s automated traffic control and operation centre“. die einbahnstraße in den köpfen, die schranken, die unsichtbaren roten ampeln, der subtile gasfuss im täglichen leben (z.b. beim morgentlichen schwimmen der berufspendler in der freiberger straße); das alles wird davon nicht verschwinden. und das ist nur ein laster unserer fortschrittlichen gesellschaft, der/das nichts trägt. nicht nur aus der atomkraft sollten wir bald aussteigen.

soviel zum kulturpessimismus ;)

ich träume von einer gesellschaft, in der wir die freiheit haben uns so zu bewegen wie wir das für richtig halten und zeit zum entdecken haben.

spaziergänge helfen dabei, sich ein paar dinge in echtzeit genauer anzusehen und zu reflektieren. nicht nur das sichtbare, auch das dazwischen. den raum zu öffnen durch das bewußte und nur mental zielgerichtete bewegen ohne ziel. sie machen optimistisch, weil alles noch vor uns liegt. der „innere visionär“ der schamanen ist nicht so abwegig. gehen und denken interagieren. im spazierengehen überlagern sich wahrnehmung und auseinandersetzung. zumal im dialog mit mitgängern. perspektiven wechseln dynamisch. das „dynamische seminar“.

davon gab es dieses jahr bereits einige und wird es weitere geben; in pieschern, in löbtau, in der friedrichstadt und dazwischen…

bitte aussteigen.

ps: 4. september 2011: freiheit Aushalten! bei google googlen und staunen. kultur ist ein prozess paralleler gedankenwelten, die irgendwann aufeinandertreffen. interessant dabei sind buch und theaterstück!

der teufelsberg

in berlin unweit des olympiastadions befindet sich der ‚teufelsberg‚.

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ein besuch dort war neuerlich inspiriert vom profilbild einer freundin auf skype, das eines der sog. ‚radome‚ zeigt. die eindrücklichen schutzkuppeln schützten ehedem abhörantennen. der berg liegt in einem heutigen freizeitareal und ist ziel einer überraschend grossen menge von ‚urban explorers‚. die auffällige – und technisch z.t. aufwendige – fotografische inszenierung des ortes durch die ‚bildtouristen‘ brachte mich der frage nahe:

was haben besuch und bilder für eine bedeutung für den ort und die menschen?

zunächst einmal ging es mir wie vielen: ich hatte mir von der freundin erzählen lassen und nach mehrmaligen ‚drüber stolpern‘ fand sich die passende gelegenheit während eines berlin-aufenthalts. die suche nach einem ‚loch im zaun‘ war hier gar nicht nötig, wiewohl andere gerade darin ihr abenteuer zu finden suchten. im tor zum gelände fehlte eine strebe, der wachdienst gab sich gelassen und expedierte lediglich stichprobenhaft leute von den gedäuden. den rest liest man auf wikipedia und den verknüpften oder selbst gefunden artikeln, videos usw.

der ort bietet bei eingehender auseinandersetzung jedoch zahlreiche weitere schichten des bewußtseins über ihn. nachrichtendienste, trümmerhalden, freizeit, bauprojekte, erinnerungskultur, exploration, … ich konkretisiere die frage kulturtechnisch:

wie hoch ist die identifikation mit diesem ort? warum? was drücken die fotografien der besucher davon aus?

ich spreche hier erstmal erfahrungsgemäß: hinter der identifikation mit etwas liegen emotionale ebenso wie rationale motivationen. bei diesem ort kann ich sagen, dass für mich insbesondere die eher intuitiv-sinnlichen beweggründe eines ‚mysteriums‘ und einer ästhetischen prägnanz zu buche schlugen um dort hinzufahren; erst jetzt vermelde ich rationale motivationen bei der auseinandersetzung mit kulturwissenschaftlichen hintergründen des ortes.

orte wie diesen, das erfährt man bei recherchen, gibt es überall auf der welt. würde man bei google-maps alle radome visuell dechiffrieren, erhielte man eine eindrucksvolle topografie des grossen lauschangriffs. die besondere ästhetik dieses ortes ist die eines (hier) westlichen abhörnetzes namens ‚echelon‚, mit dem geheimdienstliche informationsaufgaben erledigt werden. am teufelsberg: zuerst überwachung des luftkorridors nach west-berlin, jedoch später datenspionage gegenüber dem ostblock durch die usa im ‚kalten krieg‚, heute verödet.

wie weit fortgeschritten diese technologie war und wie ungeheuer ähnlich der diskurs darüber den aktuellen debatten über facebook und den milliardenschweren informationsmarkt dahinter ist, kann man auf einschlägigen web- und video-plattformen nachvollziehen. hier sieht man wieviele menschen in diesen strukturen ihr arbeitsleben binden und wieviel volkswirtschaftliches kapital für das ‚übereinander-spionieren‘ gebunden wird.

hinter spionage liegen immer untiefen des bewussten. menschen sind neugierig. wenn es um macht und geld geht, stellt spionage das vermeintlich probate mittel zum erringen von geopolitischen vorteilen dar. der sonntägliche spaziergang vor ort wird mitunter zur (gegen)spionage. unsere eigenen ’spionage-technologien‘ und diejenigen des militärs stehen in enger relation zueinander, bedingen sich. auf der ebene der information erkunden wir menschen sinnlich ein räumliches phänomen, das etwas ausstrahlt, das wir aber nicht fassen können. wir versuchen ‚der sache näher zu kommen‘. fotografien als informationsträger bieten aufbereitet in weltweiten sozialen medien die chance zur identifikation und wissenvermittlung. der ort trägt lediglich die bedeutungsfolie dafür.

real in berlin nämlich ist dieser ort zerlegt in seine bestandteile. (fast) alles wertvolle ist verschwunden. vandalismus hat das meiste in stücke geschlagen, der rohbau steht noch – und hier zählt wieder die zäsur des öffentlichen interesses: nachdem ein film den ort bekannt machte (siehe wiki) stieg der strom der besucher offenbar erheblich. real-medial: es gab vor ort keine ruhige minute. (re)produziert wird nur noch das bekannte bild, identifikation als wiederkehr des gleichen.

oder erzählt der ort doch eine geschichte? was ist der genius loci?

der ausblick von da oben ist von überwältigender schönheit, sowohl gen sonnenuntergang über den ‚grunewald‚, als auch gen stadt berlin. in richtung innenstadt wird ein städtebauliches phänomen berlin als metropole deutlich: über einem teppich aus steinernem berlin gemäß ‚stimman-plan‚ erheben sich vereinzelte hochhäuser markant im abendlicht, anhand derer und weiterer landmarken bestimmte orte in der stadt leicht auszumachen sind. in jedem fall ist es auch der ästhetische reiz, der menschen hierher bringt. was sie dann entdecken, ist ihrem bildungsstreben überlassen.

liest und sieht man weiter, erfährt man, dass hier vom resort bis zur luxuswohnung schon so ziemlich alles versucht hat, kapital aus dem ort und seinem ‚genius‚ zu schlagen. am eindrucksvollsten ist die verbindung zwischen der damals bereits begonnenen wehrtechnischen fakultät der nazis für ihr ‚germania‚ und dem von david lynch geförderten projekt einer ‚vedischen friedensuniversität‘. wirklich arbeiten tut am ort nur eine unsichtbarer akteur, dessen spuren man überall findet, wenn man nicht nur fotografiert, sondern sich treiben läßt und hinsieht, die informationen sammelt, ruhen lässt und später beim reflektieren einzeldaten zu sequenzen zusammenwachsen lässt.

ich frage mich anhand des zumindest unvorsichtigen umgangs einzelner koryphäen oder gruppen mit einer so breiten identifikation durch die bevölkerung stets, woher einzelpersonen so wenig gespür für ort und geschichte nehmen? auch hier profilieren sich menschen vor o.g. bedeutungsfolie mit ‚ihren visionen‘, wo jedoch ist die gemeinsame vision aller?

am teufelsberg spricht die situation für sich: spaziergänger, location scouts, explorer und wachleute geben sich die klinke in die hand. wer das loch im zaun sucht, wird es finden. wer offene türen einrennen will, findet auch die. der wachmann ist hier kein feindbild. und vielleicht findet er direkten kontakt zu einer globalen ‚community‚, die sich sonntag abend im world wide web wiedertrifft.

zum teufel aber auch!

brachenrundgang am sachsenbad

der brachenrundgang fand im auftrag der ‚Sächsischen Umweltakademie der URANIA e.V.‚ statt.

hauptaspekte der erkundung waren stadt(teil)kultur und umwelt.

am rundgang nahmen vier junge menschen im freien ökologischen jahr teil (föj). wir trafen uns um 10 in einem aussichtsreichen ambiente gegenüber dem sachsenbad, spazierten im engsten umkreis um das bad und werteten hinterher das gefundene aus. hierzu die mentale karte.

kooperative praxis in der begriffsfindung

zur einstimmung und nachlese stellte ich aus meinem fundus ‚denkanstösse‘ ohne anspruch auf vollständigkeit über das sachsenbad zusammen:

BEGRIFFE

  • Konversion, Kooperation, Stadtraum, Ensemble, Geschichte, Identität, Projektion, Zwischennutzung, Intervention, …

FILM

> ‚Wege ins Sachsenbad‘ – 3,5 min – Christine Elmer / Felix Liebig – 2007 – (Vorf.)

  • Interviews über die Vorstellungen von Pieschener BürgerInnen, wie sie das Sachsenbad erlebt haben und sie denken, dass es wieder genutzt werden könnte

> ‚Tuvalu‚ – Spielfilm ca. 90 min – Veit Helmer – 1999 – (Teaser)

  • filmisch-komödiantische Erkundung des Zustandes eines ruinösen alten Bades und dessen Vorzügen gegenüber eines drohenden Abrisses …

STUDIEN

> Vertiefungsarbeit Sachsenbad – Fakultät Architektur – Lena Eppinger – (Bsp.)

  • Studie über die denkmalpflegerischen Gesichtspunkte bei einer möglichen Revitalisierung des Bades

> Sanierungskonzept der STESAD vertreten durch Axel Walther

  • offizielle, mit 150.000 € vom Stadtrat unterstützte, Studie zur Sanierung des Sachsenbades, veranschlagt aktuell mit der hochgerechneten Summe von 20 Mio €, Wettbewerbsprojekte: Waldbad Klotsche, Freiberger Straße, Bühlau

VEREINE

> Pro Pieschen e.V. zur Förderung der Soziokultur im Stadtteil Pieschen

  • Kulturverein, der aus dem Wunsch von Pieschener BürgerInnen nach kultureller Mitbestimmung in ihrem Stadtteil hervorging, Vorsitzende Heid Geiler
  • Träger der Inititive ‚Endlich wieder Wasser in das Sachsenbad ! ‚
  • Träger von Projekten im Rahmen der Metropole Pieschen seit 2008

INITIATIVEN

> Bürgerinitiative ‚Endlich wieder Wasser in das Sachsenbad ! ‚

  • politische Meinungsbildung über die Vorzüge des Bades, Aktionen, Podiumsdiskussionen
  • Podiumsdiskussion zu Sachsenbad mit Vertretern aus Politik, Bürgerschaft, Kulturprojekten, Unternehmern etc. in Pieschen am 19.11.2007
  • Fachgespräch zum Sachsenbad mit Vertretern des Sanierungsträgers der Stadt Dresden (STESAD), der Politik, der Bürgerschaft und Kulturprojekten zur Vorstellung der aktuellen Studie der STESAD zur Sanierung des Bades
  • Druck der Broschüre ‚SACHSENBAD‘ als historischen Abriß der wechselvollen Geschichte des Bades

KULTURPROJEKTE

> Metropole Pieschen – Interessengemeinschaft von Kulturproduzenten (Bsp.)

Aktionen/Interventionen:

  • Handtuchaktion – Handtücher in Pieschen gesammelt. z.T. zugenäht in Kooperation mit Bewohnern und in den Fenstern des Bades aufgehängt (wie am Giebel zu sehen)
  • Postkarten – ‚Grüße aus Dresden (Sachs.)‘
  • geplante Lichtinstallation ‚Sachsen BAD‘ mit der Leuchtschrift am Giebel …
  • verschiedene Konzepte zur potentiellen Zwischennutzung des Bades

> ‚Wünsche für das Sachsenbad‘ – (Bilder)

  • gemalte oder textliche Äusserungen von intuitiven Wünschen für das Sachsenbad von Pieschenern, die ihre Identifikation mit dem Bad ausdrücken

TAGUNGEN

> ‚Landschaft quer Denken‚ des ISGV am 17.9.2009 – Beitrag am Saba (Bsp.)

(Institut für sächsische Geschichte und Volkskunde)

  • Tagung zu Theorien, Bildern, Formationen im Verstehen von Stadt als eine Art Landschaftsraum mit typischen landschaftlichen Elementen,
  • gemeinsamer Beitrag mit Dorothea Becker von H.E.I.Z. Haus Architekten zum kulturellen Spannungsfeld des Sachsenbades als einstiger Integralbaustein eines städtebaulichen Ensembles und heutiger Ruine mit weitreichenden Nutzungsprojektionen seitens verschiedenster Träger

AUSSTELLUNGEN

> ‚Das Sachsenbad als Mehrgenerationenhaus‘ vom 20.1. – 25.2.2010 (Flyer)

  • Ausstellung studentischer Entwürfe eines Architekturwettbewerbs der Messeakademie Leipzig, die zur Messen ‚Denkmal‘ stattfindet
  • Ort: Kunstfoyer des Kulturrathauses, Königstraße 15, Innere Neustadt

ENTWÜRFE

  • Studentenentwürfe unter Dorothea Becker an der Westsächsischen Hochschule Zwickau
  • Studentenentwürfe unter Christoph Schulten an der Architekturfakultät der TU Dresden
  • Studentenentwürfe an der Fachhochschule Reichenbach

PARTNER

> H.E.I.Z Haus Architekten im Hof gegenüber des Sachsenbades (Besichtigung)

  • anerkanntes Architekturbüro, das sich auch in der Bürgerinitiative engagiert und der Metropole Pieschen bei ihren Projekten geholfen hat

> Stadtplanungsamt vertreten durch Heidi Geiler

  • in Personalunion immer neueste Informationen über aktuelle Entwicklungen

BEISPIELE

> Berlin: (Bilder)

> Dresden: (Bilder)

  • ehem. Güntzbad – nicht mehr vorhanden
  • Nordbad – saniert & beliebt – Vorbild für aktuelles Konzept zum Sachsenbad!

> Chemnitz: (Bilder)

> Jena: (Bilder)

  • Kulturbad Jena – Konversion zum Kulturspielort mit Theater usw.

> Leipzig: (Flyer)