felix liebig kulturtagebuch eins kuhhandel

eins

[ dresden 06|09|2014 ]

in dem wort tagebuch steckt das englische wort tag, d.h. auf deutsch z.b. stichwort, ein solches soll jedem eintrag in das tagebuch wie auch das foto voranstehen.

heute: → kuhhandel (duden)

die beiden → bustouren (kultur!ngenieur) zum kesselsdorfer straßenfest waren trotz kleiner organisationslücken eine feine sache. der zuspruch hielt sich quantitativ in grenzen, allerdings waren die menschen qualitativ interressiert, kontakte kamen zustande und der busfahrer, herr kaute, bewegte uns sehr wendig im engen löbtauer straßenraster!

der preis der dichte.

so eng war es nicht immer: einst herrschte hier am seichten hang südwestlich des heutigen kerndresden die weite der kuhweiden und wiesen, die → löbtau (wiki) in seinem ursprung „liubituwa“ als einer art „lieblicher aue“ laut diversen quellen den namen gaben. eine urkunde vom 8. Oktober 1068 bezeugt es – nachzulesen bei WILLIGE 1934, S. 30 und zu sehen daselbst S. 31. 2018 dürfen und werden wir 950 Jahre löbtau feiern. der hang ist noch spür- und sichtbar, die weite nicht. löbtau ist urbanisiert, dies begann mit der christianisierung, der belehnung durch bistümer und später den königlichen hof bzw. die stadt dresden, die industrialisierung und die ansiedlung zunächst kleiner und später wachsender gewerbe an freiberger bzw. löbtauer und tharandter straße, der weißeritz und ihrem mühlgraben. viele menschen haben viele bedürfnisse.

hier beginnt der erste kuhhandel.

was an versorgungsgütern in den grenzen der stadt nicht produzierbar war, musste eingeführt werden. oder durch geschickte – und nachweislich nicht immer faire – (tausch)geschäfte erworben werden. zugleich verbat es zeitweilig eine bannmeile fremden handwerkern, ihre leistungen in dresden anzubieten. alle auch heute sichtbare kultur ist somit ein zugeständnis. sie wäre ohne enorme entbehrungen der produzierenden bevölkerung in landwirtschaft, später industrie und heute sicher auch den dienstleistungen womöglich nicht denkbar. das rasante leben im unaufhörlichen kultur- und fortschrittsdenken finden wir selbstverständlich. der kritische humanismus hat es hier noch immer schwer und gerät oft genug in das ungerechtfertigte fahrwasser von kommunismus, sozialismus oder gar totalitarismus.

damit sind wir in löbtau.

der arbeitervorort mit bäuerlichen wurzeln war nicht nur sozial recht eng, sondern auch eng an dresden gebunden und die wechselwirkung wirtschaftlich und kulturell kaum aufzulösen. straßen, mühlgräben, wasserleitungen, stromleitungen, albertbahn, pferdebahn, tram etc. verknüpfen über die jahrhunderte zunehmend stadt und umland. 1902 zahlt man schließlich nicht mehr zoll am → einnehmer- bzw. chausseehaus (dresdner stadtteile) an der weißeritz, sondern steuern in die kasse der kommune. zu dem zeitpunkt ist entlang des bestehenden rückgrades der kesselsdorfer straße der friedhof schon knapp 30 jahre angelegt, die typischen würfelhäuser – „kaffeemühlen“ – unter nun kommunaler planungshoheit gebaut. gerade an diesem urbanen rückgrad floriert fortan der einzelhandel der unterschiedlichen ansässigen gewerke. die damalige kultur wirkt in der identifikation mit löbtau bis heute nach.

an dieser stelle beginnt der zweite kuhhandel.

jede kuh hat ein rückgrat, das sie trägt. was hier seit 1900 wächst und sich in eine kulturelle figur einer straße und ihres stadtgewebes mit typischen fassaden und markisen, mit kaufverhalten und sozialen netzen auswächst, wird erst in jahrzehnten wieder nachgewachsen sein!

Henschelverlag Berlin 1982 Kesselsdorfer 1932

Henschelverlag Berlin 1982 Luftbild der Kesselsdorfer Straße 1932

was nach dem zweiten weltkrieg an handel wieder aufgebaut wird, muss sich spätestens nach der sog. → wende“ (wiki) der wachsenden kapitalmarktorienierung stellen (auch vorher gab es flurbereinigungen an bausubstanz und handel) und hat es nicht nur gegen diesen bald globalen kapitalisierungssturm, sondern auch gegen den lokalen oder nationalen bildersturm zu allen zeiten schwer. und gegen missverständnisse wie die politisch gut gemeinte, aber urbanistisch falsche nutzung des wortes → boulevard“ (wiki) für die zukünftige zentralhaltestelle auf der unteren kesselsdorfer straße kennt leider auch die robert-koch-apotheke kein kraut.

kulturelle bandscheibenvorfälle am rückgrat von löbtau.

wo die bandscheiben sich rar machen, schmerzen die wirbel. kleinteilige stadtstrukturen fehlen, weitere reibungsverluste entstehen. geschäftsmodelle wie auch bauten – und diese poetik wird meines erachtens zu häufig übersehen bzw. nicht kritisch genug reflektiert – geraten in der folge unmaßstäblich, kalt, ungeschmeidig: „löbtau passage“, „drei-kaiser-hof“, …  verdrängen weitere kleingewerbe. die bürger und viele händler besitzen nicht das realkapital und die poltische chuzpe zu einem „fairen“ handel mit projektentwicklern, viele ihrer politischen vertreter lassen sich allzu leicht vom „florierenden handel“ großer, überzeugender ketten erfolge versprechen und die kommunalen stadtplaner wissen oft nicht, was sie ohne (ver)wertungsfreien öffentlichen raum noch „gestalten“ sollen und „toben“ sich hauptsächlich an – zu recht gelobten – europäisch geförderten projekten aus. entschuldigung! aber schade ist es doch.

mensch schreibt geschichte(n) in kuhlöbte.

das eingangsbild zeigt ein handgefertigtes plakat von marlis goethe am eingang des temporären „geschichtstreffs“ der „ag stadtteilgeschichte“ in einem leerstehenden laden. mensch, kultur und geschäft gehen in so einer symphatischen ausstellung durchaus zusammen, schreiben eigene geschichte(n), entwerfen ihr authentisches lokalkolorit. in hintergrund bzw. nachbarschaft dieser an sich feinen aktivität zeigt sich aber ein fortlaufender bilderstreit: während der politisch leider nicht paritätisch geführte → gewerbeverein kesselsdorfer straße (homepage) ein sog. „geschäftstraßenmanagement“ mit einflüssen aus den heute selbst in großbritannien und den vereinigten staaten nach mehr als 30-jährigen erfahrungen harsch kritisierten → business improvement districts“ (BID; wiki) führt und dabei das ganze der von menschen kultivierten straße in ihrem stadtkörper oft dem etablierten unternehmerkreis und der großen (wirtschafts)politik, vielleicht aber auch gar keiner vision unterstellt, fühlen sich einige einzelhändler und gewerbetreibende an der straße mit der ablehnung gegenüber ihren progressiven vorstößen vom verein durchaus vor den kopf gestoßen. der neuartige handel einer nachwachsenden unternehmerschaft aus spätshops, tattoo-läden, a&v’s hat auch neuartige eigenheiten, bildet eigene milieus. notfalls eigene rechtsformen.

die wahrheit liegt in der mitte.

nun währe ein zweiter gewerbeverein auch schade, die katze bisse sich in ihren eigenen schwanz. aber dem zusammenkommen stehen arge verspannungen im weg. so versuchen aufgeschlossene geister und auch die → löbtauer runde (homepage) zu lockern, setzen impulse gegen tradierte denkbilder, gleichsam in richtung authentischer straßenkultur mit menschlichem maßstab und lokalpolitischem selbstbewusstsein, statt einseitiger geschäftsinteressen ohne langzeitperspektive. denn der kuhhandel besteht auch 25 jahre nach 1989 und 112 jahre nach der eingemeindung in löbtau – wie vielerorts – in dem ungünstigen leitbild der globalen kapitalisierung lokaler menschlicher (ja!) bedürfnisse und der recht undifferenzierten anbiederung an nicht wirklich menschgerechte lobbies.

hier wirkt der kultur!ngenieur an einem langfristigen umdenken mit.

natürlich ist der „kuhhandel“ eine metapher. in handel steckt auch das wort hand: bürgerliche initiativen „kultureller handarbeit“ wie der erwähnte geschichtstreff mit der „löbtauer bücherkiste“, die löbtauer runde, ihre suche nach einem café-lese-archiv-sitzungs-raum, auch das stadtteilfest des gewerbevereins als sinnvoller übergeordneter attraktor, die offene werkstatt des → werk.stadt.ladens (homepage), der dort initiierte nachbarschaftsfonds, der löbtauer markt und weitere alternative handelsmodelle, das breiter gedachte engagement einiger händler u.v.a. sind existentieller teil des spezifischen lokalkapitals und damit der hiesigen lokalkultur. sie sind zur heilung des rückgrades von löbtau in den nächsten jahren, vielleicht jahrzehnten dringend ausbau- und vernetzungsbedürftig – und wären stadtweit beispielhaft!

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der himmel ueber loebtau kulturanatomie

Der Himmel über Löbtau – eine kulturelle Anatomie (und eine Hommage á Löbtau)

Dieser Artikel sollte im April 2014 im Fanzine „La Pôsch“ herausgegeben vom Werk.Stadt.Laden Löbtau, erscheinen. Aufgrund drängender interner Aufgaben aber wurde er bislang zurückgestellt. An dieser Stelle gibt es Neues, wenn es soweit ist…


„Überflug“(1) war gestern – ich bin jetzt gelandet in Löbtau. Ich lebe seit Ende 2011 hier. Seitdem bearbeite ich die Kultur im Stadtteil, u.a. in der „Löbtauer Runde(2), dem stadtteilübergreifenden Kulturstammtisch. Das ist soweit in Ordnung. Nun wage ich eine kulturelle Anatomie(3), eine Beschreibung der inneren kulturellen Beschaffenheit des Stadtteils für „La Pôsch“.

Dies ist ein Grenzgang um Dresden-Löbtau.

Ich möchte den Leserinnen und Lesern das heutige Löbtau so schmackhaft machen, dass ihnen ob kennerischer Inspirationen das sprichwörtliche Wasser der Weißeritz im Munde zusammenläuft und ob fachlicher Expertise die Kupferwindungen des Kraftwerkes im Kopf glühen. Ein roter Faden soll sich um den Stadtteil spannen und kulturelle Hoch- wie Tiefpunkte verbinden. Denn Kultur(4) ist alles um uns.

Und dieses Alles soll eine Ordnung haben: Es geht um Löbtau, nicht um Cotta, das den verwaltungsrechtlichen Mutterstadtteil bildet und auch schön ist, wo Frau Brauner ihr Ortsamt leitet und Löbtau unterstützt oder der Freundeskreis Cotta hoffentlich bald wieder seine „Froschpost(5) herausgibt; nicht um Gorbitz, das kunstvolle DDR-Gerippe im Westen mit der umtriebigen Bürgerinitiative und dem noch existenten Quartiersmanagement, und schon gar nicht um Naußlitz, Wölfnitz, die Friedrichstadt, Plauen oder gar die „neue Neustadt“. Interessanterweise lebe ich selbst genau an der Grenze zu Naußlitz. Aber gleich mehr davon.

Am südwestlichen Innenstadtrand, würden die in Löbtau angenehm präsenten Stadterneuerer nun sagen, wo von der dresdner Altstadt her kommend konvertierte Industriebrachen und gut geordnete Grünzüge uns schon fast auf dem Land oder gar in Freiberg wähnen, da beginnt unmerklich Löbtau, die scheinbar unendliche Stadt, an der Freiberger Straße, genau am Restaurant „Zum Heiteren Blick(6), das es heute aber nur noch als bleichen Fassadenschriftzug hinter einer alten Leuchtreklame gibt (BILD). Dafür gab es hier um die Ecke 2013 kreative Fassadenmalerei beim „Sichtbetong Camp(7) und ich denke spontan: Wir sollten werden mal der Ordnung halber auf der Stadtteilgrenze(8) drumrum laufen um dieses Löbtau. Um eine Sache zu erfassen, sollte man sie zunächst einmal umrunden.

der himmel über löbtau kulturanatomie FREIBERGER VERGLEICH HISTORISCH HEUTE

Der Himmel über Löbtau – Kulturanatomie: FREIBERGER STRASSE UM 1900 & HEUTE (6)

Also gehen wir noch ein Stück durch die Hirschfelder Straße, um links auf die Löbtauer Straße und dann rechts wieder in die Wernerstraße einzubiegen – schon haben wir jede Menge verpasst: Der „Weißeritz-Grünzug(9) mündet hier auf ehemaligen Kohlebahngleisen als EU-Förder- und städtisches Vorzeigeprojekt in den Stadtteil. Einen Kohlehandel gibt es noch. Den früheren Floßhof(10) der Flößer aber lange schon nicht mehr. Diesen Flitzebogen können wir bis ans andere Ende der Tour spannen um gespannt zu bleiben. Das Stadtteilschild zur Friedrichstadt steht rechts ein Stück die Löbtauer runter vor dem Kupplungswerk. Links können wir auch über den Autohof von Jürgen Liebigs Tankstelle abkürzen. Nein, der Autor und der Autodienstleister sind nicht verwandt. Hier wechseln nur viermal am Tag die Preise; gegenüber wechseln im „Volume 11(11) vielleicht viermal am Tag die Bands ihre Probenräume und sicher noch öfter die Möbelpacker der DMS ihre Kisten. Bald auch der Werk.Stadt.Laden? Mal sehen.

Die Wernerstraße gehen wir gaaanz langsam bis hoch und wieder rechts in die Lübecker Straße. Denn schon auf den ersten Metern ist es brisant: Am Wernerplatz schießen nicht nur Autos über uns hinweg, da haben sich letztes Jahr vor der Kneipe auch zwei Albaner einen Messerkampf(12) unter uns geliefert, und an der Ecke grinst nicht mehr wirklich das alte Punker-Lächeln des Gründerzeitbaus, wo in Urzeiten die Zentrale der Kommunisten in Ostsachsen(13) und später eine Brutzelle der „Commonisten(14) in Dresden war bis Rechte in Verkennung der zeitgenössischen Praxis (sic!) immer wieder und teils unter Aufsicht der Polizei die Scheiben einschlugen – zuletzt am 13. Februar 2011(15). Heute herrscht hier (fast) Ordnung. Die Nachbarschaft jedoch bleibt sehr rege, arbeitet an einem eigenen Fonds für finanziellen Kleinstbedarf und nennt sich gerne Kiez: Drei Häuser weiter hoch bildet der „Werk.Stadt.Laden“ mit einigen anderen ein „Konglomerat e.V.(16), gegenüber spinnt der „Liubituwa e.V.“(17) stadtteilbezogene Projekte für die in seinem Namen benannte „liebliche Aue“ Löbtau, u.a. das „Columbusstraßenfest“ oder den „Löbtauer Wochenmarkt“, auch die Plattform Brachfläche.de kommt von hier und drei Häuser weiter auf der Columbusstraße residiert der studentische „WUMS e.V.(18). Bald gibt es einen bürgerbetriebenen „Columbusgarten“(19) und den amtlichen Segen der Stadt. Jetzt schon gibt es einen Schaukasten für uns Bürger gegenüber. Den frechen Hochbeeten und dem Werk.Stadt.Garten-Initial sei dank! Was bürgerschaftliche Selbstverwaltung heißen kann, sehen wir hier demnach recht gut. Doch das war’s fast. In der Lübecker dann stolpern wir links schon über den alten Dorfanger von „Kuhlöbte(20) und wenig später über die unsichtbaren „Drescher-Häuser(21) der früheren Kornbauern. Heute gibt’s hier zwischen Bier-Netto und Bier-Anger ein pittoreskes Schreber-Lächeln unter Hochspannung und sonst weit und breit nur den TÜV.

Erst an der Pennricher oberhalb des gerade noch durch Löbtau zur Autobahn verlaufenden Bramsch-Tunnels biegen wir links ein, laufen rauf zur „Schanze“ und von da aus links die Rudolf-Renner Straße ein Stück runter bis zur Bramschstraße. Der erhabene Blick vom Hang über die Schreber gen Stadt ist nicht zu verachten! Weiter hinten sieht man vor dem ehrwürdigen Friedrichstädter Güterbahnhof(22), der dereinst mal á la park die Stadtteile Löbtau und Friedrichstadt verbinden könnte, das erste Dresdner Wächterhaus haushalten – samt seinem Garten am seit 1893 kanalisierten Teil der Weißeritz(23), dem Emmerich-Ambros-Ufer. Der Betreiberverein „EAU42 e.V.(24) sammelt gerade Funding aus der Crowd für den heutzutage ordnungsgemäß einzureichenden Bauantrag. Die Autopest dazwischen stört noch mehr als Anträge und die Pennricher Straße zeigt uns sodann sowieso gerade ihre schon beantragten Eingeweide. Also bahnen wir uns den Weg an einer Holzlattenwand lang, die wir schon aus „La Pôsch“ Nr. 1 kennen. Dahinter ist allerhand im Gange. Daneben gibt es in der Gohliser Straße noch ein paar wilde Obstbäume. Darauf ist nicht viel zu sehen. Immerhin sind die Häuser hier teils recht prägnant: Entweder mit ihrer neuen Farbe oder mit ihrer alten Marodie. Die „Schanze“ ist weniger eine Fluganlage, als eine alte Wehranlage(25) aus der Zeit von Napoleon und man bemühte sich ehedem um ortstypische Bezeichnungen. Heute ist die „Schanzen-Apotheke“ den Bach runter, nur Frau Aderhold von der „Robert-Koch-Apotheke(26) hat noch Laufkunden und kann auch deshalb etwas dazu sagen. Wie sie dem Interessierten ohnehin zu so vielem etwas sagen kann und für Stadtteilgeschichte(n) und Archive eine Multiplikatorin ist. „Pink Pizza“ heißt alliterarisch, sieht komisch aus, schmeckt nicht schlecht, kann aber nicht zählen und der Bäcker daneben ist lange schon dem Sonnenstudio gewichen. Auch das alte Pflaster weicht bald. Endlich glatt. Ordnung muss sein. Dafür halten sich auf der Rudolf-Renner-Straße gen Löbtau gleich zwei soziale Wahlkreisbüros: Der „Rote Renner“ der Linken und das „Bürgerbüro“ der SPD(27), während gen Cotta gar eine Mosché(X) in einem ausgebauten Erdgeschoss der Gründerzeit besteht. Der Conertplatz hat Charme, man sieht ihm die Plattenbauten am Nordrand gar nicht (mehr) an.

Nun aber gehen wir rechts in die Bramschstraße hinein bis zum westlichen Tunnelauge, an dem wir links rüber auf die Braunsdorfer Straße huschen und auf der wieder ein Stück rechts laufen. Das Panorama zwischen Coventry-Straße unter uns und Kindergarten hinter uns mit den WBS-70- auf der linken und den 30er-Jahre-Bauten auf der rechten Seite ist aufregender als es scheint: Hier ist die Schnittstelle zwischen den Ausläufern des oben schon grüßenden Gorbitz des zur Miete wohnenden Nachwendeproletariats und dem sehr begrenzten gründerzeitlichen Löbtau der oft wohneigentümelnden jungen Professionellen am Conertplatz. Von hinten durch die Brust ins Auge sozusagen durchsteigen wir hier einen Milieuknoten zwischen konträren Sozialräumen. Just hier, wo vormals das Dienstleistungskombinat der DDR (DLK) sein Domizil hatte und auch noch an den Fassaden im „Hof“ prangt, will die Eisenbahnerwohnungsbaugenossenschaft (EWG) den querstehenden Plattenbau in einen „Kunsthof(28) mit Künstlerateliers zur Aufwertung des Quartiers nachrüsten. Das ruft nicht nur die lobenswerte Kreativraumagentur auf den Plan, sondern auch Sozialkünstler und -kritiker. Wir bleiben gespannt.

Gleich nach dem zweiten Block schlüpfen wir links hindurch, an den Kleingärten und dem Sportplatz vorbei die Malterstraße entlang. Für den Sport gibt es in Löbtau reichlich Betätigungsfelder und Schrebergärten sind allüberall in den Rand- und Übergangsbereichen zu finden, wenngleich mit dem Aufheben des Bestandsschutzes für manche Kleingärten 2014 Bewegung in die alte Ordnung kommt. Im Hintergrund wurden – als seien wie in der „Kräutersiedlung“ Gorbitz Platten übrig gewesen – entlang der Hermsdorfer Straße Wohnkuben für Einzel- und Mehrfamilien an die „Piano Nobiles“ der Gründerzeit angehängt. Dafür muss die „Villa Friedrichsruh“(29) kurz hinter der Rennerstraße ihres Schicksals harren, weil gleich zwei von bald acht Kindertagesstätten im Stadtteil nebenan den Dresdner Babyboom(30) in einem Bauboom aus Neubauten auffangen und nicht in den alten Gemäuern mit noch erlebbarem Piano Nobile wie zuvor. Von dort könnten wir herrlich die Plattenstraße hinauf zu den Plattenbauten der Wohnhochhäuser „WHH 17(31) in Gorbitz sehen, wenn wir nicht auf der Malterstraße wären. In der nicht minder langen Stollestraße links mit den nachts so schön ordentlich aufgereiht leuchtenden Laternen befindet sich übrigens ein Absenker aus dem Werk.Stadt.Laden: die „Stolle33“. Parallel dazu in der Emil-Überall-Straße 6 verbirgt sich von hier aus gesehen am anderen Ende der diakonische Treff „Emil“, aus dem 2007 die Inititive zur Löbtauer Runde und 2010 auch zur Website http://www.löbtau.org kam.

Wo die Malterstraße schließlich die Kesselsdorfer Straße, diesen Zentralnerv von Löbtau kreuzt, stapfen wir halbrechts hinüber hoch in die Saalhausener Straße. Nicht aber, ohne uns vorher bewusst zu machen, dass wir genau hier die für den Stadtteil prägende Nord-Süd-Schwelle überschreiten, die gerne zitierte „Chinesische Mauer(32) und um uns hier umzusehen, denn an der ersten Ecke ist nicht nur der erste, einzige und bald letzte Matrazenoutlet von Löbtau, was für Zuzügler interessant gewesen sein dürfte, sondern mit der kleinen Bäckerei „Andrä“ an der zweiten Ecke auch der eine von gerade zwei Natursauerteigbäckern unter geschätzten zehn Backmischungs-Filialisten und drei Privaten auf dieser Straße und weiteren mindestens zehn Bäckern in Löbtau. Oben wie unten hängt der Einzelhandel der Kesselsdorfer Straße am Tropf des Globalkapitals(33), regalmeterweise hat es die Läden an der Straße bereits ausgezehrt und die Mieten sind unerreichbar, was heute an anderer Stelle bei „Globus“ wider die Erkenntnis weiter diskutiert werden muss. Dazwischen glänzen außer den Discountbäckern Tattoostudios, Reisebüros und rechte Reklamebuden. Eine Oase in der Handelswüste befindet sich nur abseits – im Mietparadies auf der Reisewitzer Straße, ein Glücksfall, der zum Ausflug lohnt: Der Weltladen und Verein „Quilombo“ reiht sich mit dem „Weltcafé“ an einer Hausfront auf, ein Stück weiter ist der feine Buchladen „Buchlese29“. Ob in diesem Umfeld auch mal der ersehnte Stadtteilladen der Löbtauer Runde und anderer Akteure sein kann? Oder doch direkt an der Kesselsdorfer? Der Gewerbeverein(34) im Büro der CDU jedenfalls tut sich schwer mit der schönen neuen Weltordnung, dem Leerstand wie an der Ecke mit dem schönen Holzerker und dem nicht vorhandenen bzw. anders gelagerten lokalen Interesse der neuen Gewerbetreibenden. Deshalb wird „Foto-Hahn“ an der vierten Ecke kostenfrei die Portraits der Löbtauer Runde für die Kampagne „Ich bin Löbtau!(35) beisteuern und so Kultur fördern. Leider sind damit noch keine leeren Läden zu Kulturinkubatoren transformiert. Doch das traditionelle „Kesselsdorfer Straßenfest“ am 5. bis 7. September 2014 als Teil dieser Initiative nutzt womöglich trotzdem einige. Die „Kellei“ ist aber eine eigene Tour wert.

Von der Saalhausener verabschieden wir uns schon beim Griechen „Thalassa“ mit einem leichten Linksschwung in die Rabenauer Straße. Wer hier nachts die Ohren gut dreht und dem Wind lauscht, der hört die Autobahn vom „Grünen Turm(36) her säuseln und antizipiert die verdrehten Straßenzüge dorthin. Sonst ist hier nicht viel los, schon gar nicht nachts. Löbtau Süd ist hauptsächlich ein Schlafstadtteil. Apropos: Die Gaslaternen flackern unverrichtet vor sich hin bis sie dereinst wohl angeblich der Sicherheit(37) und Energiekosten wegen ausgetauscht werden. Im gleichen Takt verrichten aufrichtige Löbtauer hier und da des nachts ihre Schäferstündchen. Schließlich soll es Babys für Dresdens Steuern regnen. Was aus der demografiegünstigen Heimeligkeit wohl wird, wenn Löbtau sicherer ist und alles neu strahlt und funkelt? Aber Ordnung muss sein. An gleich zwei Ecken kann ich in dieser Straße auch nach langen Nächten schnell noch Butter holen. Aber Vorsicht: Etikettenschwindel(38): Bei einem der beiden stimmt schon das Kneipenschild draußen nicht mehr mit dem Inhalt des Ladens überein und spätestens beim Blick auf die Produkte findet man sich auch hier im guten und günstigen globalen REWE-Markt-Regal wieder. Die Öffnungszeiten werden in regelmäßigen Abständen bedenklich kürzer.

Die Rabenauer mündet kurz vor den Schrebergärten. Dort wurde die Stadt nicht weiter gebaut, dort wird bis heute nur angebaut – Obst und Gemüse für den Heimbedarf. Die Grenze zu Naußlitz knickt direkt vor meinem Kultur!ngenieur.Büro(39) von Norden nach Osten mittig über die Kreuzung zur Clara-Zetkin-Straße und wir laufen mit Clara Zetkin Richtung Osten bis zur Dölzschener Straße. Deren Denkmal steht übrigens am Bonhoeffer Platz, aber schon an der Clara-Viebig-Straße gegenüber dem „West End“; hätte sie das gewusst! Das Panorama aus meinem Büro ist wie die „Kellei“ eine eigene Tour wert: Hier treffen Afrikaner auf solche, die das Wort nicht mal aussprechen können oder wollen, alte und junge Genossenschaftler begegnen den Leuten aus meinem „Taubenschlaghaus“ vom freien Immobilienmarkt und alle existieren irgendwie in der Mitte der Gesellschaft. Zu seltenen Anlässen kann man das Panorama in meinem Büro genießen, z.B. beim „Löbtauer Musikalischen Weihnachtskalender“ (LöMuWeiKa)(40). Die Alten haben übrigens einen wundervollen achtseitigen Abriss ihrer Erinnerungen an frühere Läden(41) insbesondere in Löbtau-Süd auf einem Klassentreffen in einen Textspaziergang ähnlich dem meinen gefasst und der kleinteiligen Handelsstruktur damit ein bürgerschaftliches Denkmal gesetzt. Die Ordnung der „Kaffeemühlen(42) war und ist hier zwar eine andere als in Striesen und Blasewitz, sicher weniger blüten- und überhaupt reich. Aber Würfelhaus für Würfelhaus glauben beinahe alle der knapp 20.000 heutigen Löbtauer an das Treppenhaus in der Mitte, die Wohnung im Karreé, das Auto auf der Straße und die Liebe zum Vierbeiner an der Leine. Löbtau wurde schon 1875 von besagtem Emil Überall am Grundriss(43) entworfen, hatte schon 1903 zur Eingemeindung fast doppelt soviele Einwohner und ist in diesem wohlfeilen Raster sozial merklich verankert. In seiner Mitte, quasi dem Bauch, beherbergt es mit dem Rücken zur Clara den sehr sehenswerten und namensträchtigen „Neuen Annenfriedhof(44), neuerdings auch mit einem Denkmal zum 100. Todestag des Dresdner Flugpioniers Hermann Reichelt(45) und öffentlichen Bauten wie der Hoffnungs-Kirche(46), der jeden Mittwoch testhalber lärmenden Feuerwehr, der heutigen Theater-Kita im damaligen Volksbad(47) und der jetzigen 35. Oberschule als einer von zwei Oberschulen und zwei Grundschulen im Stadtteil, aber keinem Gymnasium. Nur die Ambulanz ist in Löbtau-Nord. Hier an der Ecke gleich gegenüber der Schule gibt es eine feine Raststätte: Den zweiten Naturbäcker im Stadtteil, „Marcel“, aber eben auch einen geschickten Neubäcker mit beredsamer Schwiegermutter, der seine Arbeit einfach gut macht und Ideen hat.

Von da gehen wir rechts die Dölzschener Straße rauf, aber nicht ganz bis ins Luftbad(48) auf den Hügeln, sondern nur bis zu dem kleinen „Bienertpark(49). Sie führt uns durch die sog. „Johann-Mayer-Häuser(50) und wieder Schrebergärten mit Blick ins Weißeritztal bis fast zur ehem. „Aktienbrauerei Reisewitz(51) im ehedem hübschen „Reisewitzschen Garten“. Hier franst Löbtau langsam aus.

Ehe uns also die Luft zu gut wird, schlendern wir lieber links hinunter durch den Park zur Tharandter Straße und der „Bienertmühle(52). Wiewohl: Die liegt schon im reichen Plauen. Quer über das Roundabout laufen wir deshalb die Tharandter lang zum schwierigsten Teil der Strecke. Pfiffige Garten-Guerilleros(53) hatten auf dem Rondel mal einen Baum im Topf „gepflanzt“, aber Ordnung muss auch Ordnung bleiben und Sicherheit mit Sicherheit auch. So grüßt die Kultur der „Haifische Plauen(54) nur von gegenüber, wo einst echte Haifische ihre Zähne in den Sedimenten verloren, später Ida Bienert die Kunst einlud und heute Sonntägler wieder zu „Museum Hofmühle“ und seinem Café bei den neuen Mäzenen lustwandeln. An der Tharandter gibt es hier leider außer Immobilienhaien, Konsum und Autohäusern nicht viel, nicht mal mehr eine Tram. Und die Fischstäbchen im Netto sind nunmal auch nicht aus Miethaien. Oh, an der Ecke des ersten Netto, der mal ein Plus war, steht eine gut erhaltene Ruine wie ein hohler Zahn. Wie haiter!

Ausgerechnet am zweiten, dem echten Netto biegen wir rechts auf den Parkplatz ein und überqueren ihn, um hinten an der Mauer in die Weißeritz zu steigen. Wir sehen da den „Schwarzen Salon“ des beliebten „Kino in der Fabrik(55) von hinten und könnten uns hier Sonntag abends zum Tatort gesellen. Auch eine dazu passende Stahlfabrik liegt gegenüber noch. Sonst aber bloß viele Steine. Hier in der Weißeritz schlurfen wir möglichst ohne feuchte Füße gen Norden bis zur Brücke an der Oederaner Straße und klettern dort, gleich neben dem neuen „Pulvermühlpark(56) und dem alten „Weißeritzmühlgraben(57), aus dem Fluss. Nun können wir den Flitzebogen vom Beginn der Tour wieder einspannen, denn hier kennt sich der Weißeritzmühlen-Müller, besser bekannt als Wolfgang Müller, richtig gut aus. Wir sollten sein Buch gelesen haben und inmitten der Bauarbeiten zum Park kommt auch die „GAP Group Lückenglück(58) zum Einsatz. Einst hatte man hier ordentliche archäologische Ausgrabungen wie heute auf der „Herzogin Garten“ beim „Zwinger“ betrieben und alles dann doch stehen gelassen. Später fand man dort feinste „Audio-Filets(59) – keine Haifische und nun? Der Weißeritzgrünzug findet hier sein vorläufiges Ende bis zum Bienertgarten und wir drehen uns um zum Endspurt.

Jetzt nämlich kommt der wirklich nahezu unmögliche Teil der Strecke: Die Hochstraße zur Autobahn am Ebertplatz können wir nur umrunden, aber nicht überqueren, um auf der anderen Seite neben dem hübschen Kraftwerk unseren Weg die Oederaner Straße runter fortzusetzen. Hier hauste vor Zeiten das Glaswerk- und Eisenbahnerproletariat. Im jahr 2000 soll das „die schlimmste Meile von Dresden(60) gewesen sein. Die letzten Überlebenden haben 2005 der Künstlerin Susanne Keichel(61) ihre Geschichte(n) anvertraut, die 2013 nocheinmal beim Sichtbetong Camp zu hören waren. Wo diese Oede am Restaurant „Zum Heiteren Blick“ auf die Freiberger Straße trifft, schließt nicht nur unsere Umrundung von Löbtau.

Da bleiben wir auch in einem kulturellen Bild: Wenn wir ein GPS-Gerät laufen lassen und das auslesen, dann sehen wir nachher auf dem Bildschirm eine Art Schmetterling als Grundriss unserer Tour. Das Muster der Flügel zeichnet sich ab in einer bunten Kulturgeografie. Das ist das eigentliche Löbtau: Die Pfauenaugen, die Kieze, die Nachbarschaften, die Einsprängsel der Kulturakteure; das ist nunmehr die endliche Stadt, so wie sie auf der Karte von Marc Schmidt 2011 dargestellt war (BILD). Doch ein Überflug? Dann aber 4.0!

Der Himmel über Löbtau Kulturanatomie Schmetterling Maps

Der Himmel über Löbtau – Kulturanatomie: Schmetterling (8)

Wenn wir eines Tages auf der Freiberger Straße, der alten Bismarkbrücke zwischen der früheren Zollstation und dem heutigen Eingangsknoten zum Stadtteil an der Weißeritz und dann der Kesselsdorfer Straße quer durch den Stadtteil zurück bis zur Malterstraße laufen, dann werden wir sozial und kulturell einen völlig neuen Stadtteil entdecken: Wir würden die Menschen in der „Huschhalle(62), im „T3(63) und viele andere neue Perspektiven kennenlernen, nicht zuletzt auf dem leerstehenden obersten Parkdeck eines dieser allgemeingültigen Konsumgroßbauten hoch über der fälschlicherweise als „Boulevard“-Lösung bezeichneten baldigen Zentralhaltestelle mit ihren Schülern, Studenten, Arbeitslosen, Werktätigen und Drückern. So aber haben wir zu Fuß im Kopf eine Runde gedreht, einen virtuellen Spaziergang und kulturellen Grenzgang, der uns das Feld Löbtau erst zur Erschließung geöffnet hat. „Punkt und Linie zu Fläche(64) schrieb Wassily Kandinski dazu. Otto Dix(65) war näher dran: Er hatte sein Atelier über dem Fahrradkaufhaus, vielleicht bald auch mit Infoplakette der „AG Stadtteilgeschichte(66) bei der Löbtauer Runde, dafür aber mit Bildmaterial von dunnemals, das kürzlich in einem Buch von „Igeltour(67) vorgestellt wurde. Ohnehin könnte sich auch die beliebte Reihe der „Stadtteilhefte“ von Annett Dubbers Löbtau mal annehmen, schließlich schreiben auch die Zeitungen regelmäßig über hiesige Stadtteilkultur und -geschichte – nur die städtische Broschüre(68) zur zweiten Runde der Sanierungsförderung in Löbtau seit 2003 durfte nicht gedruckt werden – aber das ist eine eigene Tour.

Noch keine Vision? Löbtau ist echt in Ordnung!

Felix Liebig, Kultur!ngenieur, im April 2014. Kontakt für Hinweise → Impressum


Was trotz intensiver Recherche nicht oder ungenügend mit Quellen belegt wurde, entspringt aufmerksamer Beobachtung und stellt keine Wertung dar. Für externe Verweise keine Haftung; für Hinweise einen großen Dank! Der Autor.


Quellen & Referenzen:

  1. Überflug, der – erster und zweiter Teil eines Stadtteil-Spaziergangs im April und September 2011 unter dem Titel „Überflug 2“ und „Überflug 3“ zusammen mit dem Werk.Stadt.Laden. Zugleich erste journalistische Annäherung an den Dresdner Stadtteil Löbtau unter dem Titel „Überflug“ im Stadtteilmagazin „La Pôsch“ im März 2011. siehe auch: http://www.werkstadtladen.de/archiv
  2. „Löbtauer Runde“, die – Kulturstammtisch und Kulturnetzwerk in einem. Gemeinsam mit Dr. Angela Bösche ist Felix Liebig seit Jahresbeginn 2014 Sprecher. Siehe auch: http://www.löbtau.org
  3. Anatomie, die – a. Wissenschaft vom Bau des [menschlichen] Körpers und seiner Organe, b. Aufbau, Struktur des [menschlichen] Körpers (Duden).
  4. Kultur, die – 1. a. Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung (Duden).
  5. „Froschpost“, die & „Freundeskreis Cotta e.V.“, der – Verein und Stadtteilmagazin gehen Hand in Hand und ringen derzeit um ihre Perspektive. Siehe auch http://www.fropo.info
  6. Fotogegenüberstellung damals – heute am „Heiteren Blick“, Montage Felix Liebig: Ecke Freiberger Straße 93 / Oederaner Straße mit Restaurant „Zum heiteren Blick“,  wahrscheinlich um 1900/1905, Foto: unbekannt, hochgeladen: 12.11.2012, Scan: Benutzer: Tanja. http://dresden.stadtwiki.de/wiki/Datei:AK_Freiberger_Hohenzollernstraße.jpg; Foto: Felix Liebig, 29.4.2013.
  7. Sichtbetong Camp 2013: http://sichtbetong.de, Bitte Doku-Heft anfragen!
  8. Grundriss der Verwaltungsgrenzen von Löbtau, Google Maps, Screenshot am 14.4.2014
  9. Weißeritzgrünzug, der – „EFRE Stadtteilentwicklungsprojekt Weißeritz“. Siehe auch http://www.dresden.de/weisseritz und die schöne PDF aller Infotafeln am Grünzug http://www.dresden.de/media/pdf/weisseritz/Schilder-Nord_dt.pdf
  10. „Floßhof“, der – Endpunkt des aus dem Erzgebirge auf der Weißeritz herbeigeflößten Holzes. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Weißeritzmühlgraben
  11. „Volume11“ – Bandprobenhaus. Siehe auch http://www.volume11.de
  12. SZ, u.a. 16.9.2013. Siehe auch http://www.sz-online.de/nachrichten/der-angeklagte-schwaechelt-2664170.html (Aufruf am 22.4.2014)
  13. Versammlungsort der KPD – gefunden in „Dresden: Gedenkstadtrundgang zum 27. Januar“. Siehe auch de.indymedia.org/2011/01/298859.shtml
  14. Andrea Baier / Christa Müller / Karin Werner „Stadt der Commonisten – Neue urbane Räume des Do it yourself“, transcript Verlag, ISBN 978-3-8376-2367-3. Siehe auch PDF-Vorschau http://www.transcript-verlag.de/ts2367/ts2367_1.pdf
  15. Video vom 13.2.2011, Neonazis bewerfen das Eckhaus Columbusstraße 9 / Wernerstraße und die darin befindliche „Praxis“ mit Steinen. Anonym, gesendet auf „Dresden Fernsehen“. Quelle nicht mehr auffindbar.
  16. Werk.Stadt.Laden, der & Konglomerat e.V., der – Siehe auch http://www.werkstadtladen.de
  17. Liubituwa e.V. – der Verein ist nach dem alten slawischen Ursprungswort von „Löbtau“ benannt. „Columbusstraßenfest“, das & „Löbtauer Markt“, der gehen auf Bürgerinitiativen aus der Nachbarschaft hervor. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Löbtau und wochenmarktloebtau.wordpress.com
  18. WUMS e.V. – Verein hinter einem studentisch verwalteten Wohnhaus. Siehe auch http://www.wums.org
  19. „Columbusgarten“, der – eine zunächst spontan mit Hochbeeten genutzte Brachfläche wurde in einem relativ beispielhaften Verhandlungsprozess von Bürgern und Stadt gemeinsam entwickelt und nun weitestgehend wunschgemäß neu gestaltet.
  20. „Kuhlöbte“ & „Froschcotte“ – volkstümliche Ortsteilbezeichnungen für Löbtau und Cotta. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Löbtau und de.wikipedia.org/wiki/Cotta_(Dresden)
  21. „Drescherhäuser“, die – Die Straße erinnert an die Häuser ursprünglich böhmischer Gutsarbeiter. Siehe auch http://www.dresdner-stadtteile.de/Zentrum/Friedrichstadt/Strassen_Friedrichstadt/Drescherhauser/drescherhauser.html
  22. „Friedrichstädter Güterbahnhof“, der – Wichtiges städtebauliches Bindeglied der Stadtteil Friedrichstadt und Löbtau / Cotta wie auch der Altstadt. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Dresden-Friedrichstadt
  23. Verlegung der Weißeritz 1893, die – Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Weißeritz
  24. EAU42 e.V., „Wächterhaus“, das und Haushalten e.V. – Zwischennutzungsmodell aus Leipzig, das hier erstmals in Dresden Fuß fassen konnte. Siehe auch http://www.eau42.de und http://www.haushalten-dresden.de. Spendenkampagne unterstützen: http://www.startnext.de/erhalt-waechterhaus-dresden
  25. „Schanze“, die – Wehranlage aus der Dresdner Zeit Napoleons um 1813. Siehe das Tableau http://de.wikisource.org/wiki/Der_Schanzenkranz_um_Dresden, Schanze Nr. 1
  26. „Robert-Koch-Apotheke“, die – Inhaberin Marion Aderhold. Siehe auch http://www.robert-koch-apotheke-dresden.de
  27. Wahlkreisbüro, das – „Roter Renner“ von Annekathrin Kleppsch und „Bürgerbüro Eva Maria Stange“. Siehe auch http://www.annekatrin-klepsch.de und http://www.evamariastange.de
  28. Vorstellung der Kreativraumagentur in der „Löbtauer Runde“ , Torsten Rommel am 12.3.2014. Siehe auch http://kreativraumagentur.de
  29. Villa „Friedrichsruh“, die – Gebäude von Schilling und Gräbner von 1898 in der Hermsdorfer Straße 16, wurde nach 1945 als Kindergarten genutzt. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Friedrichsruh
  30. „Baby Boom“, der – Dresden ist geburtenfreudigste Stadt in Deutschland, … Siehe auch statistik-dresden.de/archives/8540 und http://de.wikipedia.org/wiki/Einwohnerentwicklung_von_Dresden
  31. WHH17 = Wohnhochhaus 17 Typ Dresden: Für Dresden entwickelter Plattenbautypus, der auch als 15-Geschosser bis zu 60 mal in Dresden gebaut worden war. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Plattenbau
  32. „Chinesische Mauer“, die – ortübliche Bezeichnung für ein empfundenes Nord-Süd-Gefälle zwischen den verwaltungstechnischen- und geografischen Teilen Löbtau Nord und Süd. Durch Zeitzeugenaussagen u.a. im Projekt „Meine Straße“ belegt.
  33. Rewe und Kaufland besetzen die strategischen Knotenpunkte im Stadtteil mit zwei Supermärkten im Ostteil der Kesselsdorfer Straße bzw. einem Wholesale-Großmarkt im alten Straßenbahnhof Naußlitz. Weitere Filial-Märkte schließen sich an. Kaufkraft wird aus dem traditionellen Einzelhandel abgezogen.
  34. „Kellei“ e.V. bzw. „Gewerbeverein Kesselsdorfer Straße“ e.V. sitzt im Wahlkreisbüro des MdL der CDU Lars Rower auf der Kesselsdorfer Straße 55 und hat aufgrund des Einzelhandelssterbens Mitgliederschwund. Siehe auch http://www.kellei.de
  35. „Ich bin Löbtau!“ – Kampagne de Löbtauer Runde für und mit ihren Akteuren. Finanziert und geplant für Sommer 2014.
  36. „Grüner Turm“, der – früherer Beobachtungs- und heutiger Funkturm an der A17. Siehe auch http://www.openstreetmap.org/#map=19/51.03517/13.63261
  37. Gaslaternen, die – wie in anderen deutschen Städten auch läuft die politische Diskussion im Ortsbeirat Cotta und ein Antrag der SPD im Dresdner Stadtrat dazu.  SZ vom 15.3.2014 „Löbtauer wollen keine historischen Gaslaternen“
  38. gemeint ist der für die meisten namenlose Eckladen Rabenauer / Essener Straße, der aber als „Emma-Laden“ mit einer Konzession von REWE beliefert wird, was offensichtlich ist.
  39. „Kultur!ngenieur.Büro“, das: Kulturproduktion in Echtzeit! Sitz des „Kultur!ngenieurs“ und der Arbeitsgemeinschaft „urbanofeel GbR“ swie des „Team Zeit:zeugen“ und offiziell auch Vertretung der „Löbtauer Runde“. Siehe auch http://www.kulturingenieur.com
  40. „LöMuWeiKa“, der – lebendiger Weihnachtskalender mit Musik und Kunst in diversen Räumen in Löbtau. Siehe auch http://loemuweika.wiki.zoho.com
  41. Textspaziergang, der – textliches Abschreiten eines Weges im Kopf der Autoren aufgrund langjähriger oder intensiver Erlebnisse. Hier: Vom Zeitzeugen Andreas Beutin 2012 überreichtes achtseitiges Erinnerungsdokument „Weißt Du noch? Ein Spaziergang durch Löbtau, Ende der 50er Jahre. Alte Leutchen erinnern sich“, aufgeschrieben von Gabi Wulff (geb. Schwarze) und Achim Schröter, 2004.
  42. „Kaffeemühle“, die – übliche Bezeichnung für die in einigen Dresdener Stadtteilen typischen Wohungsbauten aus der Gründerzeit. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Kaffeemühlenhaus
  43. Stadtplanung – dazu „Typisch für Löbtau ist das 1875 vom Geometer Emil Ueberall entworfene rasterförmige Straßennetz und die aufgelockerte Bebauung mit den “Würfelhäusern”“ Siehe auch http://www.dresdner-stadtteile.de/Sudwest/Lobtau/lobtau.html
  44. „Neue Annenfriedhof“, der – Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Neuer_Annenfriedhof
  45. Einweihung eines Denkmals für den Aviatiker Hermann Reichelt durch den Künstler Roland Fuhrmann am 12.4.2014 um 10:30 auf dem Neuen Annenfriedhof. Einladungs-E-Mail vom 7.4.2014. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Reichelt
  46. „Hoffnungskirche“, die – zur Gemeinde „Frieden & Hoffnung“ gehörig. Besonders durch den außenstehenden hölzernen Glockenstuhl. Siehe auch http://www.frieden-hoffnung.de und http://de.wikipedia.org/wiki/Hoffnungskirche_(Dresden)
  47. ehem. Volksbad Löbtau, das – ehem. Wannen- und Reinigungsbad; heute Sitz der sog. „Theater-Kita“ „FunkelDunkelLichtGedicht“. Siehe auch http://dresden.stadtwiki.de/wiki/Volksbad_Löbtau und http://www.theater-kita.de
  48. „Luftbad Dölzschen“, das – Luft- und Freibad auf den Höhen über dem Plauenschen Grund. Siehe auch dresdner-baeder.de/freibaeder/luftbad-doelzschen
  49. „Bienert-Park“, der – nicht Bienert-Garten. Siehe auch http://dresden.stadtwiki.de/wiki/Bienertpark
  50. „Johann-Meyer-Häuser“, die – Wohnanlage der Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft von 1912-14. Siehe auch http://www.dresdner-stadtteile.de/Sudwest/Lobtau/Strassen_Lobtau/strassen_lobtau.html
  51. ehem. „Reisewitzer Brauerei“, die und ehem. „Reisewitzscher Garten“, der – Ansiedelung einer Privatbrauerei auf dem Gelände eines barocken Gartens. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Reisewitzscher_Garten
  52. „Bienertmühle“, die und „Bienertgarten“, der – eigentlich „Hofmühle“; heutiges „Museum Hofmühle“ samt angeschlossenem historischen Garten. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Hofmühle_(Dresden)
  53. SZ, Artikel leider unauffindbar.
  54. „Haifische Plauen“, die – Freiluftkunstraum von Anke Binnewerk und Birgit Schuh im Areal des Museums Hofmühle. Siehe auch http://www.haifische-dresden.de/ort.html
  55. „Kino in der Fabrik“, das – beliebtes Tatort- und Programm-Kino in Löbtau direkt an der Weißeritz in der ehem. Kupplungs- und Triebwerksfabrik. Siehe auch http://www.kif-dresden.de
  56. „Pulvermühlenpark“, der – zunächst archäologisch untersuchtes Gelände und dann neu angelegter Park auf dem ehem „Weißeritzmühlgraben“. Siehe auch „Weißeritzmühlgraben“.
  57. „Weißeritzmühlgraben“, der – Kulturhistorische und archäologische Untersuchungen, nicht nur in Löbtau, maßgeblich publiziert – auch in Buchform – durch Wolfgang Müller. Siehe auch http://www.weisseritzmuehlgraben.de
  58. „GAP Group LÜCKENGLÜCK“, die – seit 2013 tätige Künstlergruppe, die sich mit klar umrissenen Freiräumen in der Stadt und deren vegetativer Genese und Beschaffenheit beschäftigt, bestehend aus Gärtner ______ Minack Nickel. Siehe auch http://gapgroup.wordpress.com
  59. „Audio-Filet“, das – DJ Set, das zur legendären Free Party „freigrillen und electroshit“ am 26.5.2011 im Weißeritzmühlgraben auflegte, als der das erste Mal aufgegraben und schon wieder zugewachsen war.
  60. „Oederaner Straße, Dresdens schlimmste Meile“ – BILD-Zeitung, 24.3.2000. Artikel liegt dem Autor vor.
  61. Susanne Keichel – Künstlerin (Dresden, Leipzig). „Oederaner Straße“: Interviews, Portraits, Ausstellung 2005. Siehe auch http://www.kulturserver-sachsen.de/home/oederanerstrasse/kontakt.html
  62. „Huschhalle“, die – ehem. Tramstop; heute fast 24 Stunden Bierbar und Spielhölle, sozialer Milieuknotenpunkt am Eingang zu Löbtau. Siehe auch SZ vom 16.2.2011 „Der Herr der Huschhalle“ http://www.sz-online.de/sachsen/der-herr-der-huschhalle-757112.html
  63. „Kinder- und Jugendaus T3“, das – Betrieben vom Kinderland Sachsen e.V. an einem Bau neben dem von einer Flut zerstörten ehem. Löbtauer Rathaus. Siehe auch http://kinderland-sachsen.de/angebote-dresden/freizeiteinrichtungen/kinder-und-jugendhaus-t3.html
  64. Wassily Kandinski, „Punkt und Linie zu Fläche“ – Kunsttheoretische Schrift. Beitrag zur Analyse der malerischen Elemente. 8. Auflage, Benteli, Bern 2002, ISBN 3-7165-0182-4
  65. Otto Dix, ehem. Atelier auf der Kesselsdorfer Straße 11. Früher Kaufhaus „Magnet“; heute Kaufhaus „Bike24“. Siehe auch http://www.otto-dix.de/leben/1933-1945 und http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Dix
  66. „AG Stadtteilgeschichte“, die – Neugründung einer stadtteilgeschichtlichen Arbeitsgemeinschaft in Anlehnung an die frühere „IG Löbtau“ unter Schirmherrschaft des „WIMAD“ e.V. Siehe auch http://www.wimad-ev.homepage.t-online.de und http://www.löbtau.org
  67. „Dresden, Auf Spurensuche mit Igeltour“, edtition Sächsische Zeitung, 2014. Wertvolle historische Funde, u.a. zu Löbtau. Siehe auch http://www.editionsz.de/dresden-auf-spurensuche-mit-igeltour.html
  68. „Löbtau im Wandel“, Landeshauptstadt Dresden, 2. Auflage, August 2009. Broschüre zur EU-geförderten Stadterneuerung im Sanierungsgebiet Löbtau 1993-2003. Die Broschüre für die zweite Förderperiode durfte auf Beschluss der Oberbürgermeisterin weder gedruck werden, noch ist sie im Internet auffindbar, obwohl zahlreiche Akteure der Stadtteilentwicklung daran mitgewirkt hatten.
  69. (X) Mosché „Fatih Camiine“, die – geführt vom Imam Hatip. Siehe auch http://www.moscheesuche.de/moschee/Dresden/Fatih_Camiine/13921 (die Quelle wurde leider vergessen zu registrieren.)
Streifzüge Johannstadt Wohnkultur Logo Favicon

Einladung auf die Johannstädter Streizüge

Ab Sofort wohnt & arbeitet der Kultur!ngenieur einen Monat für die Ausstellung Wohnkultur – zum Bauen und Wohnen nach 1945 in der Johannstadt und geht dabei mit älteren Menschen auf Streifzüge in deren persönliche Erinnerung an den Stadtteil.

Die Wohnung ist auf der Wormser Straße 24c in 01307 Dresden-Johannstadt. Erreichbar unter 0176 24083754.
Der Arbeitsort ist die Johannstadthalle auf der Holbeinstraße 68 in 01307 Dresden-Johannstadt. Erreichbar unter 0351 4469568.
Das Tagebuch des Projektes führt der Kultur!ngenieur auf der Website Streifzüge Johannstadt.

Orte der Erinnerung
– Ein Arbeitsaufenthalt zur Architekturfotografie verbunden mit einem Workshop für Senioren

6 Wochen lang lebt und arbeitet ein junger Fotograf in der Johannstadt mit dem Ziel, zusammen mit Senioren Orte deren Erinnerung aufzusuchen und zu dokumentieren. Ausgangspunkt sind dabei private Aufnahmen der Workshopteilnehmerinnen und –teilnehmer, die um aktuelle Aufnahmen dieser Orte ergänzt werden. So kann sich Dokumentarisches mit einem aktuellen Blick, Erfahrungswissen mit künstlerischer Betrachtung vermischen. Die künstlerische und generationsübergreifende Auseinandersetzung mit dem Baubestand der Johannstadt, ihrer Erinnerungskultur, mit dem Stadtteil an sich wird zum Arbeitsfeld.

Die „Johannstädter Streifzüge”

In Zusammenarbeit mit der Ausstellung „WohnKultur – Bauen und Wohnen nach 1945” in der JohannStadthalle entwickelt eine kleine Gruppe von 8 bis 10 Senioren im Frühsommer eigene fotografische Ausstellungsbeiträge. Diese sollen sich mit dem Ober-Thema „Raum – Zeit – Perspektiven” beschäftigen. Oder anders gefragt:

* An welche Orte in der Johannstadt erinnern sie sich besonders?
* Zu welchen Zeiten oder Zeitabschnitten haben sie die Johannstadt kennengelernt? 
* Mit welchem persönlichen Blick schauen sie heute auf die Johannstadt?

Ab Mitte Mai vereinbart die Gruppe  Termine zum Kennenzulernen und Spazierengehen in der Johannstadt sowie mehrere Einzeltermine um ihre fotografischen Interessen und vorhandenes Bildmaterial zu sondieren. Vom 3. bis 30. Juni dann betreibt das Team vier Wochen lang intensive Stadtteilforschung und Fotografie. Orte und Menschen werden z.T. (erneut) aufgesucht und individuelle fotografische Perspektiven auf Raum & Zeit in der Johannstadt entwickelt. Die Workshop-Termine werden gemeinsam geplant und gestaltet. Am Schluss steht die Vorbereitung von ganz persönlichen Foto-Beiträgen zur bestehenden Ausstellung „WohnKultur” für die Eröffnung in einer gesonderten Veranstaltung Anfang September 2013. Felix Liebig, Kultur!ngenieur, leitet und begleitet die Senioren methodisch bei ihren Streifzügen, ihrer Bildfindung und Auswahl. Er wird wie sie in der Johannstadt wohnen und sich ganz dem Stadtteil und den Menschen dort widmen.

»Es war einmal im Krautwald« – Ein Nachruf

Text: c/o Metropole Pieschen, Agathe Lisok
Bild: c/o Metropole Pieschen, unbekannter Autor

Ein Aufruf zum Nachruf aus der Metropole Pieschen erreicht den Kultur!ngenieur. Bitte folgen sie jetzt:

»Es war einmal im Krautwald« – Ein Nachruf auf die ehemalige R. Krautwald Maschinenfabrik in Pieschen

»Erinnerung ist eine Form der Begegnung.« (Khalil Gibran)

Der Abriss der ehemaligen Maschinenfabrik auf der Torgauer Straße 38 ist beendet. Im letzten Jahr war sie Veranstaltungsort zahlreicher Ausstellungen, Konzerte und Aktionen – die Kunst- und Kulturfabrik Krautwald hat als temporäres Projekt in Pieschen mit großem Erfolg statt gefunden.

Nun startet die METROPOLE PIESCHEN die Aktion »Es war einmal im Krautwald«. Inhalt des Projektes ist die Recherche und Sammlung von Erinnerungsstücken jeglicher Art. Ob Bilder, Collagen, Skizzen, Geschichten, Fundstücke oder nur drei Schlagworte – wir wollen die Erinnerung lebendig halten und einen persönlichen Eindruck der Fabrik von ehemaligen Arbeitern, Nachbarn, Gästen zusammentragen und so einen Raum der Begegnung von Erinnerung schaffen. In einer abschließenden Ausstellung werden die gesammelten »Fundstücke« präsentiert.

Wir freuen uns auf Eure/Ihre Zuschriften. Bitte leitet/leiten Sie doch diese Nachricht in nichtelektronischer Form an Personen weiter, die wir mit E-Mails nicht erreichen.

Postkartengröße ist ausreichend, Einsendeschluss ist der 31.10.2012

An: Agathe Lisok
Torgauer Straße 25
01127 Dresden

Herzlichst grüßt die METROPOLE PIESCHEN
www.metropole-pieschen.org

infofak

campussp!onage

grafik: felix liebig auf basis von tu dresden, dezernet für akademische angelegenheiten und google maps
foto: felix liebig, 2010 

zum 8. markt für dresdner geschichte und geschichten eröffnet der kutlur!ngenieur gleich zwei formate für geneigte betrachter des campus der tu dresden. die umsetzbarkeit ist dem engagement des nunmehr langjährigen bekannten klaus brendler, vorsitzender des vereins „dresdner geschichtsmarkt“ e.v. zu danken. hier der bewegte teil davon.

campussp!onage

> zeit: am samstag, den 24. märz 2012 in der zeit von 14 bis 16 uhr.
> ort : technische universität dresden, fakultät informatik, nöthnitzer straße 46, 01187 dresden

besucher des marktes und interessenten sind zum spaziergang herzlich willkommen. es gibt keine teilnehmerbeschränkung.

idee >>> ein forscher-spaziergang in form einer interaktiven spionage in ergänzung der erzähllandschaft zur geschichte des campus der tu dresden.

das ziel der „campussp!onage“ ist nicht das wiedergeben, sondern das erforschen historischer (ge)schichte(n) im campusareal der tu dresden. sie reiht sich in die forschungsinhalte der campus!nventur ein und geht vor ort auf spurensuche. somit beginnt sie mit einer kurzen sichtung bisher gesammelter historischer schichten und erzählungen.

weniger im historisch faktischen sinne, sondern vielmehr in der erzählperspektive der beteiligten wird der erfahrungsraum universität an der tu dresden durchleuchtet und auf schnittstellen zwischen den vielen historischen schichten hin untersucht. die methode ist es im gehen die schichten zu durchschreiten – (geh)schichten – und bewusst zu spionieren. die erzählstränge anwesender interessenten und experten setzen sich auf dieser basis dann mit den komplexen zusammenhängen und historischen zeitläuften im campus beim spazierengehen weiter auseinander. anregungen und erzählungen der spaziergänger werden mit text, audio und foto aufgezeichnet um in der datenbank der campus!inventur und für spätere qualifizierte projekte verfügbar zu sein. faktische schwerpunkte der forschung ergeben sich daraus ebenso wie potentiale weiterer beteiligung durch interessenten…

die campussp!onage ist vom kultur!ngenieur geprägt worden.

campus!nventur

terminal

foto: felix liebig, 2010; grafik: felix liebig, 2012

zum 8. markt für dresdner geschichte und geschichten eröffnet der kultur!ngenieur gleich zwei formate für geneigte betrachter des campus der tu dresden. die umsetzbarkeit ist dem engagement des nunmehr langjährigen bekannten klaus brendler, vorsitzender des vereins „dresdner geschichtsmarkt“ e.v. zu danken. hier der immobile teil davon.

> titel: campus!nventur
> thema: eine ausstellung in form einer interaktiven erzähllandschaft zur geschichte des campus der tu dresden.
> zeit: geöffnet während der veranstaltungszeiten. samstag, 24. märz 2012, von 10 bis 17 uhr & sonntag, 25. märz 2012, von 10 bis 15 uhr.
> ort : technische universität dresden, fakultät informatik, nöthnitzer straße 46, 01187 dresden

jedermann, besucher des marktes und interessenten, ist zur beteiligung daran eingeladen. anbei ein eindruck des standes.

das ziel der „campus!nventur“ ist das sichtbarmachen und zusammenführen der vielschichtigen bearbeitungsstände unterschiedlichster akteure zur geschichte, kulturellen, künstlerischen und wissenschaftlichen prägung des campus der tu dresden. einzelpersonen und gruppen können als „erzähler“ ihre erinnerungen oder vorstellungen notieren lassen.

geschichte ist erst durch die erzählung einer größeren anzahl von personen erfahrbar, nachvollziehbar und eindeutig lesbar. das interesse an interdisziplinärer forschung und das suchen nach einer vielzahl unterschiedlicher perspektiven ist inhalt der kultur!nventur. die bereits existierende zugänge werden auf der campus!nventur gezeigt, qualitativ hinterfragt und anhand der reaktionen und erzählungen seitens interessierter besucher bestätigt. sie werden befragt, geben ihre geschichten zu protokoll und notieren ihre wertvollen hinweise zu zusammenhängen im campus und zwischen campus und umfeld. mithilfe einer interaktiven digitalen karte auf dem computer und der aufnahmen mit einem audiorecorder werden die historischen begebenheiten im campus anhand individueller erzählungen von besuchern auf dieser karte zugänglich gemacht werden. die informationen werden sortiert und zugeordnet und als datenbank für die weitere bearbeitung und zusammenführung der verschiedenen quellen mit der hilfe der besucher und anderer autoren genauer formuliert.

die campus!nventur basiert auf der „kultur!nventur“ und ist vom kultur!ngenieur geprägt worden.

skizzenbuch_schreibbuch

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fotos: felix liebig

„schreib dieses buch fertig“

klar, die idee kommt von einem mittlerweile nicht mehr unbekannten und in zahlreichen museumsshops sowie auf couchtischen in ganz deutschland vorhandenen objekt aus dem buchhandel:

„mach dieses buch fertig“ von keri smith.

die idee ist allerdings so universell wie das skizzenbuch als solches und könnte von jedem stammen. und vielleicht ist dieses buch ja sogar besser?

so dachte auch der kultur!ngenieur sich, dass die vielen geschichten seiner mutter etwas brauchen, das ihr den anreiz verleiht sie aufzuschreiben. denn wirklich schreiben will sie aus vielerlei gründen nicht… die geschichten mit ihren bildern sind es aber wert.

so ist dieses buch mit allerhand interessanten, aber keineswegs perfekten features entstanden. sie soll es benutzen. „fertig machen“. es auseinander und wieder zusammen setzen und ergänzen oder umstrukturieren wie es ihr gerade gefällt und für ihre geschichten passt. die hatte ich einmal zu weihnachten notiert und nun als „inhaltsverzeichnis ohne inhalt“ mit eingeheftet. möge es hilfreich sein!