Streifzüge Johannstadt Wohnkultur Logo Favicon

Einladung auf die Johannstädter Streizüge

Ab Sofort wohnt & arbeitet der Kultur!ngenieur einen Monat für die Ausstellung Wohnkultur – zum Bauen und Wohnen nach 1945 in der Johannstadt und geht dabei mit älteren Menschen auf Streifzüge in deren persönliche Erinnerung an den Stadtteil.

Die Wohnung ist auf der Wormser Straße 24c in 01307 Dresden-Johannstadt. Erreichbar unter 0176 24083754.
Der Arbeitsort ist die Johannstadthalle auf der Holbeinstraße 68 in 01307 Dresden-Johannstadt. Erreichbar unter 0351 4469568.
Das Tagebuch des Projektes führt der Kultur!ngenieur auf der Website Streifzüge Johannstadt.

Orte der Erinnerung
– Ein Arbeitsaufenthalt zur Architekturfotografie verbunden mit einem Workshop für Senioren

6 Wochen lang lebt und arbeitet ein junger Fotograf in der Johannstadt mit dem Ziel, zusammen mit Senioren Orte deren Erinnerung aufzusuchen und zu dokumentieren. Ausgangspunkt sind dabei private Aufnahmen der Workshopteilnehmerinnen und –teilnehmer, die um aktuelle Aufnahmen dieser Orte ergänzt werden. So kann sich Dokumentarisches mit einem aktuellen Blick, Erfahrungswissen mit künstlerischer Betrachtung vermischen. Die künstlerische und generationsübergreifende Auseinandersetzung mit dem Baubestand der Johannstadt, ihrer Erinnerungskultur, mit dem Stadtteil an sich wird zum Arbeitsfeld.

Die „Johannstädter Streifzüge”

In Zusammenarbeit mit der Ausstellung „WohnKultur – Bauen und Wohnen nach 1945” in der JohannStadthalle entwickelt eine kleine Gruppe von 8 bis 10 Senioren im Frühsommer eigene fotografische Ausstellungsbeiträge. Diese sollen sich mit dem Ober-Thema „Raum – Zeit – Perspektiven” beschäftigen. Oder anders gefragt:

* An welche Orte in der Johannstadt erinnern sie sich besonders?
* Zu welchen Zeiten oder Zeitabschnitten haben sie die Johannstadt kennengelernt? 
* Mit welchem persönlichen Blick schauen sie heute auf die Johannstadt?

Ab Mitte Mai vereinbart die Gruppe  Termine zum Kennenzulernen und Spazierengehen in der Johannstadt sowie mehrere Einzeltermine um ihre fotografischen Interessen und vorhandenes Bildmaterial zu sondieren. Vom 3. bis 30. Juni dann betreibt das Team vier Wochen lang intensive Stadtteilforschung und Fotografie. Orte und Menschen werden z.T. (erneut) aufgesucht und individuelle fotografische Perspektiven auf Raum & Zeit in der Johannstadt entwickelt. Die Workshop-Termine werden gemeinsam geplant und gestaltet. Am Schluss steht die Vorbereitung von ganz persönlichen Foto-Beiträgen zur bestehenden Ausstellung „WohnKultur” für die Eröffnung in einer gesonderten Veranstaltung Anfang September 2013. Felix Liebig, Kultur!ngenieur, leitet und begleitet die Senioren methodisch bei ihren Streifzügen, ihrer Bildfindung und Auswahl. Er wird wie sie in der Johannstadt wohnen und sich ganz dem Stadtteil und den Menschen dort widmen.

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Kunst- und Kulturfabrik Krautwald 2011

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fotos war-zustand: felix liebig & ralf nowak, grafiken: conny cobra & nadja nitsche

nachdem das sachsenbad in dresden-pieschen der ig „metropole pieschen“ wiederholt vom liegenschaftsamt für zwecke der kulturellen überbrückung seines vegetativen verfalls versagt wurde, war seit zwei jahren die ehem. r. krautwald maschinenfabrik auf der torgauer straße 38 in das blickfeld gerückt.

bereits seit 2008 waren beauftragt von der metropole pieschen künstler im artist-run-space „koloni“ und angeschlossenem künstlerhaus auf der torgauer straße 40 unter leitung der künstler jens besser & kata huszar ansässig. mit dem eigentümer ist vertraglich eine zwischennutzung gegen miete vereinbart worden. das haus war nach der anlaufzeit gut gebucht. ausstellungen & veranstaltungen fanden regelmäßig statt.

während dieser zeit kamen unregelmäßige gespräche mit den eigentümern bzw. dem hausverwalter des grundstückes zustande. ausschlaggebend für intensivere gespräche war letztlich die übertragung des besitzes auf einen in dresden-pieschen ansässigen bauträger. künstler und vor ort tätige handwerker sowie der bauleiter des bauträgers kamen zunehmend auf dem hof zusammen. als gemeinsamer gesprächsinhalt stellte sich die geschichte des ortes als ex-ballsaal und über hundertjährige maschinenfabrik heraus. ebenso fanden die akteure über ganz alltägliche interessenlagen im umgang mit der immobilie bzw. den anliegen der jeweiligen anwesenheit zueinander.

diese menschliche grundlage im praghmatischen vor ort wurde ergänzt auf der ebene des administrativen im büro:

im zusammenhang mit den vorgesprächen für die zukunftswerkstatt „pieschen 2020“ fanden stefanie fuhrmann und felix liebig den weg zum inhaber des bauträgers. hier wurde die frage nach einer kooperation zur zwischennutzung des als bauvorhaben noch nicht genehmigten saales direkt gestellt.

kunst- und kulturfabrik krautwald 2011.

alltägliche und administrative aktivitäten ergänzen sich weiterhin. inzwischen hat sich eine gruppe von knapp 25 mehr oder weniger aktiven menschen um die metropole pieschen, den trägerverein pro pieschen e.v. und die künstlerin conny cobra in ihrer knark-art.gallery gebildet um das projekt zu begleiten. conny cobra – seit mehr als fünf jahren an diesem ort in dresden pieschen-ansässig und tätig– suchte für den „zapfenstreich“ ihrer gallery einen passenden ort und gibt mit ihrem programm ab 1. juni 2011 den startschuss für fünf monate kunst und kultur in der fabrik. das interesse hat bereits über den stadtteil hinaus regionale und internationale kulturinteressenten und künstler angesprochen und zur sehr schnellen vernetzung geführt – ausdruck für die langzeitwirkung und überregionalität der fortgeführten arbeit einer lokalen kutlurinitiative wie auch des vielfachen mehrwertes einer initialen kulturförderung durch die stadt dresden 2008.

in der knark-art.gallery auf der torgauer straße 24 treffen sich die organisatoren und interessenten nun jeden mittwoch ab 18 uhr.

mit blick auf die verzahnung im stadtteil und bei den menschen hat sich an diesem ort des früheren vergnügens und der arbeit in mehr als 100 jahren kürzlich ein ehemaliger mitarbeiter vorgestellt. das aufräumen und reinigen des raumes geht einher mit diversen erkenntnissen über seine frühere nutzung – nun auch tatsächlich menschlich. mit etwas glück wird uns der frühere mitarbeiter anhand von fotos und zeugenberichten einblick geben können.

die maschinenfabrik verzahnt nun geschichte, kunst und kultur mit den menschen im stadtteil.
das plakat von conny cobra gibt dies ohne gleichen wieder:

zapf_plak

einige der akteure:

stephan popella

– anikó töppel – stawowy media

– nadja nitsche – N2

– susann wagner – schultheater dresden

– ralf nowak – initiator der metropole pieschen

– carsten möller – scargo designbüro

– lothar lange – freiraum elbtal e.v.

rebecca jane jones

– jesn klant & kathrin peine – studio 24 tango argentino

yaelle dorison

brachen.wochen.ende.

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fotos: felix liebig

man könnte auf brachen auch wochen verbringen – soviel gibt es zu entdecken. doch am ende ist es weder gesund noch gänzlich erfüllend. also verabredet man sich für ein paar stunden. und räumt auf. — so geschehen diesen samstag und sonntag.

maschinenfabrik r. krautwald

die auf der torgrauer straße 38/40 vor 1900 noch als ballsaal des „gasthof pieschen“ errichtete anlage diente bis 2006 der r. krautwald maschinenfabrik als produktionsstandort. zahlreiche einträge in den firmenregistern im www zeugen noch von der firma (hier bei google). die metropole pieschen hat diesen raum nun vom 1. juni bis 31. oktober 2011 mithilfe des aktuellen besitzers hölzer wohnbau gmbh für eine zwischennutzung aufschließen können. am samstag morgen haben wir scheiben geputzt und den hof gefegt und aufgeräumt. in einer neuerlichen ‚aufräumaktion‘. auch das braucht eine brache. mehr dazu an besonderer stelle …

leipziger vorstadt

für samstag nachmittag hatte ich spontan freunde gefragt mitzukommen auf eine route durch das ‚gelände‘. zu dritt waren wir unterwegs mit drei unterschiedlichen zielen: graffitis (foto)dokumentieren, zerfall (foto)dokumentieren, sinnliche phänomene inventarisieren. erst die räumliche erfahrungssequenz macht einem klar, was dieses gelände alles in sich birgt. und, was man von den hauptstraßen oder dem überflug bei google zwar ahnt aber eben nicht nachvollziehen kann. dazu ein paar bilder…

schon am freitag war ich zu gast zum „dauerbrenner II“ bei der geh8. am samstag nachmittag stand dort fast alles noch so da, nur weniger leute waren anwesend. von den erstaunlichen (und nicht in jedem fall publizierbaren) ergebnissen der tour sind diese spannend:

die auch bei google.earth sichtbare mondlandschaft ist nun ein räumlich geschlossener jungwald. mit interessanten dschungeleffekten und einigen geschickten menschlichen eingriffen.

es passiert wesentlich mehr in dem gelände als mensch gemeinhin vielleicht annimmt. aber es ist nunmal weitläufig und nicht auf jedermanns weg.

auch hier findet – in ungleich größerem maßstab – ein aufräumen statt, nämlich städtebaulich.

über den seit jahren stattfindenden individuellen raubbau an der ehem. villeroy & boch fabrik (stadtwiki dresden) will ich nicht viel sagen. er geht mit der planerischen bzw. politischen „konjunktur des verschwindens“ kulturhistorischen erbes einher. mich wundert wie wenig respekt menschen vor dem schaffen und der tradition derjenigen haben, in deren waschbecken sie sich z.t. heute noch die hände waschen und mit deren namen (und fliesen) sie sich auch heute stets gern schmücken. hier wird vorr. niemand mehr aufräumen. wieviele menschen wissen, dass sanitärkeramik mit absicht ‚falsch geformt‘ wird, damit sie sich beim brennen aufgrund der eigenmasse in die richtige form verzieht?

zum kontext später mehr …

ex. plattenwerk johannstadt

nahe der trinitatiskirche existierte mit dem segen des amtes für kultur und denkmalschutz der stadt dresden bis vor jahren eine sogenannte „betonzeitschiene“ (homepage). sie verwies auf das ehemalige plattenwerk johannstadt (johannstadtarchiv), aus dem heraus im mindesten die johannstadt großindustriell errichtet wurde. der architekt und künstler ruairi o’brien errichtete die betonzeitschiene gemeinsam mit vielen anderen und unter vermittlung des sonderbaren werner ehrlich als patentiertes „micromuseum“.

das publizierte und gelobte werk, an dem auch ein guter bekannter mitarbeitete, ist nun 200 meter weiter ‚eingelagert‘ – besser beräumt. soweit bekannt wurde es aus grundrechtsgründen und nach langen streitereien abgebrochen. es ging offiziell um bauvorhaben. nicht das erste mal, dass ein vom kulturamt gefördertes und allgemein anerkanntes kulturprojekt unter den hammer der ökonomischen oder rechtlichen interessen gelangte. heute: brache, junge menschen. aber kein offenes museum, in dem die allseits geforderte bildung der (jungen) menschen stattfindet. nur das: die dekontextualisierung kulturellen engagements. nicht auf- sondern abgeräumt.

sichtbetontrinitrashnachmittag

dafür tun ein paar urbane arbeiter dennoch etwas sinniges. am gleichen ort sammelten wir am sonntag nachmittag alles rumliegende zu einer müllskulptur zusammen. der „dosenfriedhof“ und das „konsumopfer“ sind die ergebnisse. installationen, die dem ort im aufräumen und rekombinieren einen in ihm liegenden sinn entlocken und aufzeigen wollen. die ‚museumsfolgelandschaft‘ wurde von uns neu kontextualisiert. wir haben altes und neues bzw. zusammengehörendes, aber zertreutes, zusammengebracht. nebenbei haben wir die ein wenig dilletantische ‚restauration‘ eines benachbarten graffitis betrieben. hierzu das titelbild / die bilder… und der „stadt_gorilla“ auf flickr.

pieschener zukunft

Zukunftswerkstatt Pieschen 2020 – Lebens(t)raum

Liebe Pieschener,

vielleicht haben auch Sie sich schon gefragt: Wie geht es mit Pieschen weiter?

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Unter dem Titel „Pieschen 2020 – Lebens(t)raum“ findet vom 15. bis 17. April 2011 eine Ideen- und Zukunftswerkstatt im Stadtteilzentrum Emmers statt.

Zu diesem Anlass laden wir Sie ein, als repräsentative Vertreter verschiedenster Lebensbereiche im Stadtteil ihre Ideen und Visionen über die Zukunft Pieschens an einem Wochenende zu erkunden, zusammenzutragen und aufzuzeigen.

Die Veranstaltung beginnt am Freitagnachmittag, 15.4.2011 um 17.00 Uhr, mit einer Einführungsrunde und Input-Referaten. Sie endet am Sonntagabend gegen 17.00 Uhr mit einer Zusammenfassung aller Ergebnisse.

Im Anschluss der Werkstatt findet eine öffentliche Ausstellung der Ergebnisse im Ortsamt statt.

In einer öffentlichen Runde möchten wir im Anschluss mit allen Interessierten und Beteiligten gemeinsam die gesammelten Ideen für Pieschen zur Diskussion stellen, Fragen beantworten und Anregungen über die Machbarkeit und Unterstützung geben. Das Ergebnis wird dem Stadtplanungsamt für die Einbeziehung in künftige Planungen überreicht.

Neben der Teilnahme an der Zukunftswerkstatt, die nur eine begrenzte Personenzahl von 30 zulässt, kann sich jeder Bürger Pieschens über eine Ideenpostkarte bzw. schriftlich in den Prozess einbringen.

Anmelden:
können Sie sich über die Internetseite des Herbert-Wehner Bildungswerkes oder über die letzte Faltseite auf dem Informationsflyer ‚Pieschen 2020 – Lebens(t)raum‘.

Die Teilnahmegebühr der Zukunftswerkstatt wird durch die Kooperationspartner abgedeckt, sodass Ihnen keine Kosten entstehen. Ein Catering ist inbegriffen.

Gestalten Sie mit!

… z.B. mit der IDEENPOSTKARTE! So können sie direkt am Gestalten des Stadtteils Pieschen teilhaben: Einfach Ihre IDEE, Ihre SORGE, Ihren WUNSCH auf der Postkarte erklären, zeichnen, malen und in einen der IDEENBRIEFKÄSTEN werfen. Die IDEENPOSTKARTEN liegen überall im Stadtteil aus. Die eingereichten Beiträge zeigen wir zur Zukunftswerkstatt und in der folgenden Ausstellung.

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Alle Informationen und die ständige Begleitung des Projektes finden Sie auch auf dem Blog http://www.pieschen2020.wordpress.com !!!

Termine:

Zukunftswerkstatt
Freitag 15. – Sonntag 17. April 2011 im Stadtteilzentrum Emmers
Ausstellung
Dienstag 19. April bis Sonntag 15. Mai 2011 im Ortsamt Pieschen
offene Diskussionsrunde
Samstag 14. Mai 2011 im Bürgersaal des Ortsamts Pieschen

Ort & Ideenbriefkasten der ZUKUWE:
‘Stadtteilzentrum EMMERS’, Grosser Saal, Bürgerstraße 68, HH, 01127 Dresden-Pieschen, ehem. Schule zwischen Elbcenter und Nettomarkt

Ideenbriefkästen:
am ‚Emmers‘, im Ortsamt Pieschen und in der Stadtteilbibliothek
(Auslage der Ideenpostkarten in örtlichen Geschäften, im Emmers, in der Stadtteilbibliothek und im Ortsamt)

Programm:

 Freitag, 15.04.2011 von 17–20 Uhr, Phase I: Bestandsaufnahme und Kritik
 Samstag, 16.04.2011 von 09–19 Uhr, Phase II: Utopie / Phantasie mit Stadt-Spaziergang
 Sonntag, 17.04.2011 von 09–17 Uhr, Phase III: Verwirklichung / Praxis

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Die Veranstaltung findet statt als Kooperation zwischen Stefanie Fuhrmann, Dipl.Ing. für Umweltschutz und Raumordnung und Felix Liebig, Kultur!ngenieur mit dem Herbert-Wehner- Bildungswerk, Pro Pieschen e.V., Stadtplanungsamt Dresden und Stadtteilzentrum Emmers.

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Kontakt für Fragen und Anregungen:

‚urbanofeel-koop‘ Stefanie Fuhrmann & Felix Liebig
E-Mail: urbano.feel@googlemail.com
Telefon: 0351 3743387 / 0351 4662766
Post: urbanofeel Postfach 28 02 31, 01142 Dresden

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der teufelsberg

in berlin unweit des olympiastadions befindet sich der ‚teufelsberg‚.

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ein besuch dort war neuerlich inspiriert vom profilbild einer freundin auf skype, das eines der sog. ‚radome‚ zeigt. die eindrücklichen schutzkuppeln schützten ehedem abhörantennen. der berg liegt in einem heutigen freizeitareal und ist ziel einer überraschend grossen menge von ‚urban explorers‚. die auffällige – und technisch z.t. aufwendige – fotografische inszenierung des ortes durch die ‚bildtouristen‘ brachte mich der frage nahe:

was haben besuch und bilder für eine bedeutung für den ort und die menschen?

zunächst einmal ging es mir wie vielen: ich hatte mir von der freundin erzählen lassen und nach mehrmaligen ‚drüber stolpern‘ fand sich die passende gelegenheit während eines berlin-aufenthalts. die suche nach einem ‚loch im zaun‘ war hier gar nicht nötig, wiewohl andere gerade darin ihr abenteuer zu finden suchten. im tor zum gelände fehlte eine strebe, der wachdienst gab sich gelassen und expedierte lediglich stichprobenhaft leute von den gedäuden. den rest liest man auf wikipedia und den verknüpften oder selbst gefunden artikeln, videos usw.

der ort bietet bei eingehender auseinandersetzung jedoch zahlreiche weitere schichten des bewußtseins über ihn. nachrichtendienste, trümmerhalden, freizeit, bauprojekte, erinnerungskultur, exploration, … ich konkretisiere die frage kulturtechnisch:

wie hoch ist die identifikation mit diesem ort? warum? was drücken die fotografien der besucher davon aus?

ich spreche hier erstmal erfahrungsgemäß: hinter der identifikation mit etwas liegen emotionale ebenso wie rationale motivationen. bei diesem ort kann ich sagen, dass für mich insbesondere die eher intuitiv-sinnlichen beweggründe eines ‚mysteriums‘ und einer ästhetischen prägnanz zu buche schlugen um dort hinzufahren; erst jetzt vermelde ich rationale motivationen bei der auseinandersetzung mit kulturwissenschaftlichen hintergründen des ortes.

orte wie diesen, das erfährt man bei recherchen, gibt es überall auf der welt. würde man bei google-maps alle radome visuell dechiffrieren, erhielte man eine eindrucksvolle topografie des grossen lauschangriffs. die besondere ästhetik dieses ortes ist die eines (hier) westlichen abhörnetzes namens ‚echelon‚, mit dem geheimdienstliche informationsaufgaben erledigt werden. am teufelsberg: zuerst überwachung des luftkorridors nach west-berlin, jedoch später datenspionage gegenüber dem ostblock durch die usa im ‚kalten krieg‚, heute verödet.

wie weit fortgeschritten diese technologie war und wie ungeheuer ähnlich der diskurs darüber den aktuellen debatten über facebook und den milliardenschweren informationsmarkt dahinter ist, kann man auf einschlägigen web- und video-plattformen nachvollziehen. hier sieht man wieviele menschen in diesen strukturen ihr arbeitsleben binden und wieviel volkswirtschaftliches kapital für das ‚übereinander-spionieren‘ gebunden wird.

hinter spionage liegen immer untiefen des bewussten. menschen sind neugierig. wenn es um macht und geld geht, stellt spionage das vermeintlich probate mittel zum erringen von geopolitischen vorteilen dar. der sonntägliche spaziergang vor ort wird mitunter zur (gegen)spionage. unsere eigenen ’spionage-technologien‘ und diejenigen des militärs stehen in enger relation zueinander, bedingen sich. auf der ebene der information erkunden wir menschen sinnlich ein räumliches phänomen, das etwas ausstrahlt, das wir aber nicht fassen können. wir versuchen ‚der sache näher zu kommen‘. fotografien als informationsträger bieten aufbereitet in weltweiten sozialen medien die chance zur identifikation und wissenvermittlung. der ort trägt lediglich die bedeutungsfolie dafür.

real in berlin nämlich ist dieser ort zerlegt in seine bestandteile. (fast) alles wertvolle ist verschwunden. vandalismus hat das meiste in stücke geschlagen, der rohbau steht noch – und hier zählt wieder die zäsur des öffentlichen interesses: nachdem ein film den ort bekannt machte (siehe wiki) stieg der strom der besucher offenbar erheblich. real-medial: es gab vor ort keine ruhige minute. (re)produziert wird nur noch das bekannte bild, identifikation als wiederkehr des gleichen.

oder erzählt der ort doch eine geschichte? was ist der genius loci?

der ausblick von da oben ist von überwältigender schönheit, sowohl gen sonnenuntergang über den ‚grunewald‚, als auch gen stadt berlin. in richtung innenstadt wird ein städtebauliches phänomen berlin als metropole deutlich: über einem teppich aus steinernem berlin gemäß ‚stimman-plan‚ erheben sich vereinzelte hochhäuser markant im abendlicht, anhand derer und weiterer landmarken bestimmte orte in der stadt leicht auszumachen sind. in jedem fall ist es auch der ästhetische reiz, der menschen hierher bringt. was sie dann entdecken, ist ihrem bildungsstreben überlassen.

liest und sieht man weiter, erfährt man, dass hier vom resort bis zur luxuswohnung schon so ziemlich alles versucht hat, kapital aus dem ort und seinem ‚genius‚ zu schlagen. am eindrucksvollsten ist die verbindung zwischen der damals bereits begonnenen wehrtechnischen fakultät der nazis für ihr ‚germania‚ und dem von david lynch geförderten projekt einer ‚vedischen friedensuniversität‘. wirklich arbeiten tut am ort nur eine unsichtbarer akteur, dessen spuren man überall findet, wenn man nicht nur fotografiert, sondern sich treiben läßt und hinsieht, die informationen sammelt, ruhen lässt und später beim reflektieren einzeldaten zu sequenzen zusammenwachsen lässt.

ich frage mich anhand des zumindest unvorsichtigen umgangs einzelner koryphäen oder gruppen mit einer so breiten identifikation durch die bevölkerung stets, woher einzelpersonen so wenig gespür für ort und geschichte nehmen? auch hier profilieren sich menschen vor o.g. bedeutungsfolie mit ‚ihren visionen‘, wo jedoch ist die gemeinsame vision aller?

am teufelsberg spricht die situation für sich: spaziergänger, location scouts, explorer und wachleute geben sich die klinke in die hand. wer das loch im zaun sucht, wird es finden. wer offene türen einrennen will, findet auch die. der wachmann ist hier kein feindbild. und vielleicht findet er direkten kontakt zu einer globalen ‚community‚, die sich sonntag abend im world wide web wiedertrifft.

zum teufel aber auch!

BLDG|BLOG

auf der suche nach neuen infos über die mittlerweile weithin bekannte verwitterte kohleinsel hashima vor nagasaki / japan stiess ich auf den blog von geoff manaugh:

hier der beitrag über die insel, die vor ort aufgrund ihrer erscheinung auch ‚gunkanjima‘ (schlachtschiffinsel) heißt.

manaugh betreibt in seinem BLDG | BLOG offenbar seit 2004 eine produktive kultur von wie er es nennt architectural conjecture :: urban speculation :: landscape futures – schlicht über die räumliche zukunft der welt und unseres lebens, also auch über all die sozialen medien, die unsere existenz irgendwann nicht mehr in der uns gewohnten form sichern werden können. und eben auch von phänomenen, die in ihrer alltäglichkeit dennoch eine besondere verdichtung menschlichen seins und seiner grundbedingungen aufzeigen – also von kultur in ihrer ureigenen erscheinungsform. auch wenn es nur für die blosse freude an der spekulation wäre…

BLDG | BLOG

in seinem ‚the BLDG BLOG book‘ hat er die hervorragendsten phänomene, projekte und visionen zusammengefaßt. das buch liegt in meiner bibliothek vor.

hochgradig empfehlenswert!

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seeking up-to-date information about the now well known derelict coal-mining island hashima off-coast nagasaki/japan i came across geoff manaugh’s blog:

this is the entry about the island which due to his appearance is named ‚gunkanjima‘ (battleship island) by locals.

apparently since 2004 manaugh runs a form of productive culture in his blog concerned by as he names it architectural conjecture :: urban speculation :: landscape futures – simply put about spatial futures of the world and our lives, ergo as well about the types of social media which at some point will not support our existenz in the way we are used to it now. and also about phenomena that in their all-day presence comprise a specific essence of human wellfare und its basic conditions – ergo about culture in its most archaical appearance. and even if it was just for the sake of speculation…

BLDG | BLOG

in his ‚the BLDG BLOG book‘ he collected the most astonishing phenomena, projects and visions. the book is available from my private library.

highly recommended!

Brachenrundgang am Sachsenbad

der brachenrundgang fand im auftrag der ‚Sächsischen Umweltakademie der URANIA e.V.‚ statt – vielen dank dafür!

hauptaspekte der erkundung waren stadt(teil)kultur und umwelt.

am rundgang nahmen vier junge menschen im freien ökologischen jahr teil (föj). wir trafen uns um 10 gegenüber dem sachsenbad, spazierten im engsten umkreis um das bad und werteten hinterher das gefundene aus. hierzu die mentale karte.

kooperative praxis in der begriffsfindung

zur einstimmung und nachlese stellte ich aus meinem fundus ‚denkanstösse‘ ohne anspruch auf vollständigkeit über das sachsenbad zusammen:

BEGRIFFE:

> Konversion, Kooperation, Stadtraum, Ensemble, Geschichte, Identität, Projektion, Zwischennutzung, Intervention, …

FILM:

> ‚Wege ins Sachsenbad‘ – 3,5 min – Christine Elmer / Felix Liebig – 2007 – (Vorf.)

Interviews über die Vorstellungen von Pieschener BürgerInnen, wie sie das Sachsenbad erlebt haben und sie denken, dass es wieder genutzt werden könnte

> ‚Tuvalu‚ – Spielfilm ca. 90 min – Veit Helmer – 1999 – (Teaser)

filmisch-komödiantische Erkundung des Zustandes eines ruinösen alten Bades und dessen Vorzügen gegenüber eines drohenden Abrisses …

STUDIEN:

> Vertiefungsarbeit Sachsenbad – Fakultät Architektur – Lena Eppinger – (Bsp.)

Studie über die denkmalpflegerischen Gesichtspunkte bei einer möglichen Revitalisierung des Bades

> Sanierungskonzept der STESAD vertreten durch Axel Walther

offizielle, mit 150.000 € vom Stadtrat unterstützte, Studie zur Sanierung des Sachsenbades, veranschlagt aktuell mit der hochgerechneten Summe von 20 Mio €, Wettbewerbsprojekte: Waldbad Klotsche, Freiberger Straße, Bühlau

VEREINE:

> Pro Pieschen e.V. zur Förderung der Soziokultur im Stadtteil Pieschen

typischer Kulturverein, der aus dem Wunsch von Pieschener BürgerInnen nach kultureller Mitbestimmung in ihrem Stadtteil hervorging, Vorsitzende Heid Geiler

* Träger der Inititive ‚Endlich wieder Wasser in das Sachsenbad ! ‚

* Träger von Projekten im Rahmen der Metropole Pieschen seit 2008

INITIATIVEN:

> Bürgerinitiative ‚Endlich wieder Wasser in das Sachsenbad ! ‚

politische Meinungsbildung über die Vozüge des Bades, Aktionen, Podiumsdiskussionen

* Podiumsdiskussion zu Sachsenbad mit Vertretern aus Politik, Bürgerschaft, Kulturprojekten, Unternehmern etc. in Pieschen am 19.11.2007

* Fachgespräch zum Sachsenbad mit Vertretern des Sanierungsträgers der Stadt Dresden (STESAD), der Politik, der Bürgerschaft und Kulturprojekten zur Vorstellung der aktuellen Studie der STESAD zur Sanierung des Bades

* Druck der Broschüre ‚SACHSENBAD‘ als historischen Abriß der wechselvollen Geschichte des Bades

KULTURPROJEKTE:

> Metropole Pieschen – Interessengemeinschaft von Kulturproduzenten (Bsp.)

Aktionen/Interventionen:

* Handtuchaktion – Handtücher in Pieschen gesammelt. z.T. zugenäht in Kooperation mit Bewohnern und in den Fenstern des Bades aufgehängt (wie am Giebel zu sehen)

* Postkarten – ‚Grüße aus Dresden (Sachs.)‘

* geplante Lichtinstallation ‚Sachsen BAD‘ mit der Leuchtschrift am Giebel …

* verschiedene Konzepte zur potentiellen Zwischennutzung des Bades

> ‚Wünsche für das Sachsenbad‘ – (Bilder)

gemalte oder textliche Äusserungen von intuitiven Wünschen für das Sachsenbad von Pieschenern, die ihre Identifikation mit dem Bad ausdrücken

TAGUNGEN:

> ‚Landschaft quer Denken‚ des ISGV am 17.9.2009 – Beitrag am Saba (Bsp.)

(Institut für sächsische Geschichte und Volkskunde)

* Tagung zu Theorien, Bildern, Formationen im Verstehen von Stadt als eine Art Landschaftsraum mit typischen landschaftlichen Elementen,

* gemeinsamer Beitrag mit Dorothea Becker von H.E.I.Z. Haus Architekten zum kulturellen Spannungsfeld des Sachsenbades als einstiger Integralbaustein eines städtebaulichen Ensembles und heutiger Ruine mit weitreichenden Nutzungsprojektionen seitens verschiedenster Träger

AUSSTELLUNGEN:

> ‚Das Sachsenbad als Mehrgenerationenhaus‘ vom 20.1. – 25.2.2010 (Flyer)

Ausstellung studentischer Entwürfe eines Architekturwettbewerbs der Messeakademie Leipzig, die zur Messen ‚Denkmal‘ stattfindet

Ort: Kunstfoyer des Kulturrathauses, Königstraße 15, Innere Neustadt

ENTWÜRFE:

> Studentenentwürfe unter Dorothea Becker an der Westsächsischen Hochschule Zwickau

> Studentenentwürfe unter Christoph Schulten an der Architekturfakultät der TU Dresden

> Studentenentwürfe an der Fachhochschule Reichenbach

PARTNER:

> H.E.I.Z Haus Architekten im Hof gegenüber des Sachsenbades (Besichtigung)

anerkanntes Architekturbüro, das sich auch in der Bürgerinitiative engagiert und der Metropole Pieschen bei ihren Projekten geholfen hat

> Stadtplanungsamt vertreten durch Heidi Geiler

in Personalunion immer neueste Informationen über aktuelle Entwicklungen

BEISPIELE:

> Berlin: (Bilder)

* Stadtbad Oderberger Straße, Berlin – heute Kulturspielort für Events

* ehem. Sadtbad Wedding – heute Statt Bad Wedding, Berlin

* Stadtbad Schöneberg – umgebaut und erweitert

> Dresden: (Bilder)

* ehem. Güntzbad – nicht mehr vorhanden

* Nordbad – saniert & beliebt – Vorbild für aktuelles Konzept zum Sachsenbad!

> Chemnitz: (Bilder)

* Stadtbad Chemnitz – saniert

> Jena: (Bilder)

* Kulturbad Jena – Konversion zum Kulturspielort mit Theater usw.

> Leipzig: (Flyer)

* Leipziger Stadtbad – Kulturspielort unter der Führung einer Stiftung