7 Fragen an Felix Liebig urbanite Dez 2015

7 Fragen an Felix Liebig

Grafik: Screenshot, urbanite.net

In einem schönen kleinen Interview des Stadtmagazins urbanite Kultur!ngenieur mit dem Kultur!ngenieur im Dezember 2015 ist u.a. vom „JohannStadtRad“ und den Vorhaben der „Löbtauer Runde“ 2016 die Rede. Reinschauen lohnt sich … Vielen Dank für den Artikel an Viola Martin-Mönnich!

FelixLiebig Fotoanatomie Dresden-Sued Schnuller

Kulturtagebuch

Es braucht in der Kultur mitunter ein wenig, bis gute Ideen reif sind und geerntet werden können.

Das Kulturtagebuch beginnt heute, am Montag, dem 11. August 2014.

Christa Wolf gibt mit ihrem Werk → „Ein Tag im Jahr“ den letzten wichtigen Anstoß für eine langfristige Neuorientierung auf diesem Blog. Vom VRB|BLG über die Website des Kultur!ngenieurs wuchs sich schon lange der initiale Gedanke aus: Der Blog soll gegenüber den wichtigen „statischen“ Informationen erhalten bleiben und die Arbeit des Autors in einem weiteren gesellschaftlichen, kulturellen und basispolitischen Kontext beschreiben.

  • Was ist Kulturproduktion in Echtzeit?
  • Was passiert da eigentlich?
  • Was hat die eigene kleine tägliche Arbeit mit der großen Kultur zu tun?

Es ist nicht gelogen, dass die Bücher von Christa Wolf, insbesondere obiges, dazu Mut machen in ihrem Schreibstil, ihrer ganzheitlichen kulturellen Reflexion.

Tägliche Beobachtungen tragen nicht nur eine Poesie in sich, die hilft, um sich mancher Unfletigkeiten des zeitgenössischen gesellschaftlichen Alltages zu erwehren, sondern die auch von einer besseren, visionären Welt kündet. Und zu entdecken gibt es viel – ein neues Kapitel!


Einen Anfang könnten die kulturellen Beobachtungen vom Wochenende – sozusagen en passant – auf einer Wanderung im Dresdner Süden machen: Dazu gibt es einen Beitrag auf der → Website der „AG Stadtdokumentation“, die der Kultur!ngenieur öfter im Zusammenhang mit seinen intensiven Beobachtungen nutzt, wie auch den Dienst → „umap“.

Im Süden von Dresden, im urban-ruralen Übergangsraum prallen konträre Welten aufeinander: etwa die gewachsene Siedlungskultur auf die „implantierte“ Konsumkultur. Beides steht sich bei halböffentlichen Großbauten bisweilen unvereinbar gegenüber; im Privaten verschmilzt es jedoch beinahe unmerklich und wird zu einem Teil des Gewachsenen. Autobahn, Zubringer, Industrieanlagen, Strommasten u.v.m. sind Teil des Bildes, der Landschaft in unserem Kopf, aus der bestimmte kulturelle Elemente nicht wegzudenken sind, stets mitgedacht werden. Eine mentale Topografie einer infrastrukturellen Anatomie des Zwischenlandes.

Ein Gros der Arbeit des Kultur!ngenieurs besteht hier im sprichwörtlichen Übergang, dem Sich-Aussetzen, dem Hingehen, dem Dasein als Schnittstellenakteur, hier noch auf der voraktiven Ebene des Kulturbeobachters. Dem Aufnehmen und Verarbeiten.

  • Was könnte nun daraus folgen?

Die Wanderung steht im Kontext mit anderen ähnlichen Aktivitäten mit unterschiedlichen Beteiligten, die seit ca. 2012 eine Art „Training“ für eine Querschnittswanderung durch Dresden bilden: geplant vom „Grünen Turm“ zum Fernsehturm. Mehr aus der Recherchephase findet sich bereits in den fotoanatomischen Berichten auf der Seite der AG Stadtdokumentation.

Streifzüge Johannstadt Wohnkultur Logo Favicon

Auf Johannstädter Streizügen

Ab Sofort wohnt & arbeitet der Kultur!ngenieur einen Monat für die Ausstellung Wohnkultur – zum Bauen und Wohnen nach 1945 in der Johannstadt und geht dabei mit älteren Menschen auf Streifzüge in deren persönliche Erinnerung an den Stadtteil.

Die Wohnung ist auf der Wormser Straße 24c in 01307 Dresden-Johannstadt. Erreichbar unter 0176 24083754.
Der Arbeitsort ist die Johannstadthalle auf der Holbeinstraße 68 in 01307 Dresden-Johannstadt. Erreichbar unter 0351 4469568.
Das Tagebuch des Projektes führt der Kultur!ngenieur auf der Website Streifzüge Johannstadt.

Orte der Erinnerung
– Ein Arbeitsaufenthalt zur Architekturfotografie verbunden mit einem Workshop für Senioren

6 Wochen lang lebt und arbeitet ein junger Fotograf in der Johannstadt mit dem Ziel, zusammen mit Senioren Orte deren Erinnerung aufzusuchen und zu dokumentieren. Ausgangspunkt sind dabei private Aufnahmen der Workshopteilnehmerinnen und –teilnehmer, die um aktuelle Aufnahmen dieser Orte ergänzt werden. So kann sich Dokumentarisches mit einem aktuellen Blick, Erfahrungswissen mit künstlerischer Betrachtung vermischen. Die künstlerische und generationsübergreifende Auseinandersetzung mit dem Baubestand der Johannstadt, ihrer Erinnerungskultur, mit dem Stadtteil an sich wird zum Arbeitsfeld.

Die „Johannstädter Streifzüge”

In Zusammenarbeit mit der Ausstellung „WohnKultur – Bauen und Wohnen nach 1945” in der JohannStadthalle entwickelt eine kleine Gruppe von 8 bis 10 Senioren im Frühsommer eigene fotografische Ausstellungsbeiträge. Diese sollen sich mit dem Ober-Thema „Raum – Zeit – Perspektiven” beschäftigen. Oder anders gefragt:

* An welche Orte in der Johannstadt erinnern sie sich besonders?
* Zu welchen Zeiten oder Zeitabschnitten haben sie die Johannstadt kennengelernt? 
* Mit welchem persönlichen Blick schauen sie heute auf die Johannstadt?

Ab Mitte Mai vereinbart die Gruppe  Termine zum Kennenzulernen und Spazierengehen in der Johannstadt sowie mehrere Einzeltermine um ihre fotografischen Interessen und vorhandenes Bildmaterial zu sondieren. Vom 3. bis 30. Juni dann betreibt das Team vier Wochen lang intensive Stadtteilforschung und Fotografie. Orte und Menschen werden z.T. (erneut) aufgesucht und individuelle fotografische Perspektiven auf Raum & Zeit in der Johannstadt entwickelt. Die Workshop-Termine werden gemeinsam geplant und gestaltet. Am Schluss steht die Vorbereitung von ganz persönlichen Foto-Beiträgen zur bestehenden Ausstellung „WohnKultur” für die Eröffnung in einer gesonderten Veranstaltung Anfang September 2013. Felix Liebig, Kultur!ngenieur, leitet und begleitet die Senioren methodisch bei ihren Streifzügen, ihrer Bildfindung und Auswahl. Er wird wie sie in der Johannstadt wohnen und sich ganz dem Stadtteil und den Menschen dort widmen.

LöMuWeiKa: Das Ding mit den Zipfeln

das ding mit den zipeln

das ding mit den zipfeln

Grafik: Annie Lux
Text & Bild: Felix Liebig

++ 15. Dezember 2012 um 19.00 Uhr im Kultur!ngenieurbüro, Clara-Zetkin-Straße 48, 01159 Dresden ++

++ LöMuWeiKA. Häh? 1 Jahr Kultur!ngenieurbüro. Aha! ++

++ Kurz & Gut: Der „Löbtauer Musikalische Weihnachtskalender“ ist der Weihnachtskalender für Menschen mit performativer Ader. Auch im tiefsten und verschneiten Löbtau-Süd. Die literarischen und musikalischen Gesellen Annie Lux & Micha Wieting schenken uns „Das Ding mit den Zipfeln“ – eine Lesung mit Klängen und Geräuschen auf nicht mehr als 20 qm Bürofläche, die seit etwas mehr als 1 Jahr Vorposten der Kulturarbeit sind. Dazu gibt es kulturzeittypische Freuden. Freut Euch drauf! (Link zum PROGRAMM) ++

++ „Acht Monate dieser Geruch! Acht Monate dieses Schmatzen und Glucksen! Acht Monate von einem Ding belagert zu werden, von dem ich noch nicht mal weiß, was es ist!“Das Ding mit den Zipfeln – Tagebuch einer Verfolgung ist die Geschichte einer Frau, die ein Ding in ihrer Küche gefunden hat, das nicht wieder gehen will. Vieles hat sie schon versucht, um es loszuwerden, doch es erweist sich als erstaunlich resistent. Die Nachbarn tuscheln, ihre Freunde meiden sie. Als Anke Sommer eines Morgens im Büro einen Schrei hört, beginnen sich die Dinge mit dem Ding zu überschlagen…

Kafkaesk und an den Haaren herbeigezogen. Während ich lese, wird Micha Wieting Klänge und Geräusche erzeugen. So werden wir beide versuchen, die Geschichte zum Leben zu erwecken. Das solltet Ihr nicht verpassen! Und nicht nur das. Unser werter Gastgeber Felix Liebig, seines Zeichens Kulturingenieur, feiert sein Büro, welches nun ein Jahr alt wird und bäckt für Euch einen Kuchen. Na, wenn Euch das nicht überzeugt, dann weiß ich auch nicht, wie man Euch hinterm Ofen hervorlocken kann.
Die Entscheidung liegt, wie immer, bei Euch: Entweder hinterm Ofen verdorren oder ins kultur!ngenieurbüro kommen. Wir sehen uns! ++

++ Vorgeschmack aus der Konserve. Ziege zeigt Zipfel. ++

Kunst- und Kulturfabrik Krautwald 2011

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fotos war-zustand: felix liebig & ralf nowak, grafiken: conny cobra & nadja nitsche

nachdem das sachsenbad in dresden-pieschen der ig „metropole pieschen“ wiederholt vom liegenschaftsamt für zwecke der kulturellen überbrückung seines vegetativen verfalls versagt wurde, war seit zwei jahren die ehem. r. krautwald maschinenfabrik auf der torgauer straße 38 in das blickfeld gerückt.

bereits seit 2008 waren beauftragt von der metropole pieschen künstler im artist-run-space „koloni“ und angeschlossenem künstlerhaus auf der torgauer straße 40 unter leitung der künstler jens besser & kata huszar ansässig. mit dem eigentümer ist vertraglich eine zwischennutzung gegen miete vereinbart worden. das haus war nach der anlaufzeit gut gebucht. ausstellungen & veranstaltungen fanden regelmäßig statt.

während dieser zeit kamen unregelmäßige gespräche mit den eigentümern bzw. dem hausverwalter des grundstückes zustande. ausschlaggebend für intensivere gespräche war letztlich die übertragung des besitzes auf einen in dresden-pieschen ansässigen bauträger. künstler und vor ort tätige handwerker sowie der bauleiter des bauträgers kamen zunehmend auf dem hof zusammen. als gemeinsamer gesprächsinhalt stellte sich die geschichte des ortes als ex-ballsaal und über hundertjährige maschinenfabrik heraus. ebenso fanden die akteure über ganz alltägliche interessenlagen im umgang mit der immobilie bzw. den anliegen der jeweiligen anwesenheit zueinander.

diese menschliche grundlage im praghmatischen vor ort wurde ergänzt auf der ebene des administrativen im büro:

im zusammenhang mit den vorgesprächen für die zukunftswerkstatt „pieschen 2020“ fanden stefanie fuhrmann und felix liebig den weg zum inhaber des bauträgers. hier wurde die frage nach einer kooperation zur zwischennutzung des als bauvorhaben noch nicht genehmigten saales direkt gestellt.

kunst- und kulturfabrik krautwald 2011.

alltägliche und administrative aktivitäten ergänzen sich weiterhin. inzwischen hat sich eine gruppe von knapp 25 mehr oder weniger aktiven menschen um die metropole pieschen, den trägerverein pro pieschen e.v. und die künstlerin conny cobra in ihrer knark-art.gallery gebildet um das projekt zu begleiten. conny cobra – seit mehr als fünf jahren an diesem ort in dresden pieschen-ansässig und tätig– suchte für den „zapfenstreich“ ihrer gallery einen passenden ort und gibt mit ihrem programm ab 1. juni 2011 den startschuss für fünf monate kunst und kultur in der fabrik. das interesse hat bereits über den stadtteil hinaus regionale und internationale kulturinteressenten und künstler angesprochen und zur sehr schnellen vernetzung geführt – ausdruck für die langzeitwirkung und überregionalität der fortgeführten arbeit einer lokalen kutlurinitiative wie auch des vielfachen mehrwertes einer initialen kulturförderung durch die stadt dresden 2008.

in der knark-art.gallery auf der torgauer straße 24 treffen sich die organisatoren und interessenten nun jeden mittwoch ab 18 uhr.

mit blick auf die verzahnung im stadtteil und bei den menschen hat sich an diesem ort des früheren vergnügens und der arbeit in mehr als 100 jahren kürzlich ein ehemaliger mitarbeiter vorgestellt. das aufräumen und reinigen des raumes geht einher mit diversen erkenntnissen über seine frühere nutzung – nun auch tatsächlich menschlich. mit etwas glück wird uns der frühere mitarbeiter anhand von fotos und zeugenberichten einblick geben können.

die maschinenfabrik verzahnt nun geschichte, kunst und kultur mit den menschen im stadtteil.
das plakat von conny cobra gibt dies ohne gleichen wieder:

zapf_plak

einige der akteure:

stephan popella

– anikó töppel – stawowy media

– nadja nitsche – N2

– susann wagner – schultheater dresden

– ralf nowak – initiator der metropole pieschen

– carsten möller – scargo designbüro

– lothar lange – freiraum elbtal e.v.

rebecca jane jones

– jesn klant & kathrin peine – studio 24 tango argentino

yaelle dorison