wohnzimmersp!onage #13

foto & grafik: felix liebig

[dokumentation steht aus…]

juli 2012: wohnzimmersp!onage #13 AN / AUS

++ zeitpunkt: freitag, 20. juli 2012 um 21:00 uhr ++
++ gastgeber: metropole pieschen & überraschungsgäste ++
++ treffpunkt: brunnen der haltestelle „altpieschen / elbcenter, leipziger straße, 01127 dresden ++

idee >>> AN / AUS

„AN I AUS: pieschen war schon immer etwas ander(e)s. AN. was einst ein beschauliches fischerdorf war, wurde „f***pieschen“ und nennt sich nun manchmal schon „vorzeigeviertel“. AUS. als dereinst bäder in jedes haus einzogen, fragte niemand mehr nach dem sachsenbad. AN. wo früher kartonagen produziert wurden, schießen nun wohnpilze aus dem boden. AUS. bald schon werden die wohnzimmerspione im areal der krautwaldfabrik den menschen auf den sonnigen bauch gucken können. AN. im sommer 2012 erkunden sie die lage des privaten haushalts in pieschen – zwischen licht und schatten, ort und welt, schutt und geld. KNIPS.“

im dunkeln ist gut munkeln, stubenhocker aufgepaßt, die wohnzimmerspione kommen! ob löbtau, pieschen oder london – nachtspaziergänge zur lage des privaten haushalts.
die „wohnzimmerspionage“ ist ein hinterwitziger stadtteilspaziergang bei laternenlicht: investigativ & interventionistisch. ziel ist es den abendlichen haushalt im jeweiligen viertel unter die lupe zu nehmen und dabei zum streunerischen aufenthalt im freien und diskursiven ruhen auf der couch anzuregen. hoch vom sofa zuhause und rauf auf’s sofa bei jemand anderem! vielleicht in einem anderen stadtteil, vielleicht nebenan. mehr dazu im leitartikel!

++ ein format von kultur!ngenieur felix liebig in kooperation mit gastgebern & gästen. ++

wohnzimmerspionage #2

15. juli 2011

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fotos: felix liebig, kultur!ngenieur

eine runde tour.
die fotos sind diesmal von mir. habe mich aber von anic inspirieren lassen!

+++ wer gern etwas beitragen möchte zur doku (karte jan?), der möge kommentieren oder mir schreiben. vielen dank. +++

wir kamen an dem alten haus am ortsamt pieschen vorbei.
die bewohner sind erst im frühjahr ausgezogen und nun steht dort ein italo-eis-wagen.
hier zur auflösung der wohnung einge fotos von lothar lange (freiraum elbtal e.v.)

 „zwischen 1950 und 2011-ddr archäologie bei einer haushaltsauflösung in Pieschen“

es wurde verschiedentlich der wunsch nach einem filmabend geäußert.
dies könnte ja anlässlich der nächsten spionage_drei am 19. august  2011 passieren – technik wäre vorhanden.

bringt alle tolle filme mit!

insbesondere interessiert hier der film über das ehem. obdachlosenasyl in altpieschen von bernd kilian und eckhardt reichel 1999/2000. es gibt dazu verschiedenen zweite oder dritte fundsachen im web und „altpieschen film“.
zum ort eine seite der ehrenamtlichen stadtteilhistoriker über altpieschen.

was noch?

es war eine klasse sinnliche und ruhige stimmung!
so kann der eine oder die andere vielleicht erspüren, dass demnächst auch mal eine wohnuhng von innen zu erspähen sein wird…
es ist eben eine ganz eigene athmosphäre, abends im dunkeln um die häuser zu ziehen, wenn die menschen ihre sinne langsam nach innen ins heimelnde kehren und man vor ihrem fenster im dunkeln nicht mehr gesehen wird und unter einiger pietät ein wenig zugucken kann bei dia-abenden oder im gegenlicht dinge sieht, die tags nicht sichtbar sind oder einige türen plätzlich doch mal aufgehen und man plötzlich mitten drin steht bzw. orte erschließt, die man bisher nicht erschlossen hat. na, und allerhand kreaturen treiben sich ja auch noch rum.

spionier. spionier. 

wohnzimmerspionage #1

10. Juni 2011

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fotos: mit freundlicher unterstützung von annette nickel, wirklich herzlichen dank!

text folgt … prompt:

alles organisatorische zu den „wohnzimmerspionen“ findet ihr im kalender auf der metropole pieschen website.
das tagebuch schreibe ich erstmal hier:

+++ am freitag 15. juli 2011 wieder ab 22 uhr machen wir pieschen unsicher+++
+++ am samstag 16. juli 2011 gibt es zudem ab 14 uhr einen spaziergang im rahmen der u r b a n o f e e l–ausstellung in der krautwaldfabrik +++

dank annette gibt es herrlich diffus–verzerrte und intuitiv–stimmungsvolle nachtbilder vom geschehen in pieschen. was war da los?

wohnzimmerspione auf tour.

die ersten eindrücke haben wir zu siebent gesammelt. schon jetzt sind einige überraschungen hinter den fassaden zum vorschein gekommen. die zwei stunden zeit funktionieren gut. dies soll fortgesetzt werden.

vorschläge für neue orte und die ausgestaltung können jetzt abgegeben werden!

es hat sich bereits angekündigt, dass wir nachher noch ein bier in der fabrik oder an einem ort auf dem weg nehmen sollten (von „fusspils“ halte ich in diesem zusammenhang nicht ganz so viel …) aber das war ja geplant und regt die gedanken an. auch sind wir uns sicher einig, dass ein gewollter oder ungewollter „hausbesuch“ beim nächsten mal absolut erstrebenswert ist.

bitte fragt alle im pieschener bekanntenkreis nach interessierten!

so ein besuch sollte ungezwungen sein. ca. viertel stunde. kurzes gespräch über ort, zeit, wohnen. dann weiter, wenn nicht die sympathie für ein längeres verweilen spricht.

was noch?

wir kamen auf einiges. zum beispiel sprachen wir über die „gardinensteuer“, die es in den niederlanden gegeben haben soll. ein beitrag hierzu bei wikipedia klärt auf.

mir erscheint auch das bewusste verweilen und einhören an einem ort interessant. was im nachbarhhof gesprochen wird am grill oder was von ferne heranschallt. dann besser einfach hingehen und mitreden. aber auch die entdeckungen hinter den gardinen. was freitag abend so gemacht wird, wo sonst scheinbar wirklich im innersten pieschen die bürgersteige hochklappen und nur an frequenten straßen und treffpunkten das leben tobt. auch das könnte näher untersucht werden.

hausaufgabe *smile*

wo wollt ihr hin?
was / wen wollt ihr sehen?
was könnte spione noch herausfordern?

gibt es geeignete dokumentationswerkzeuge?
gibt es möglichkeiten zur intervention?

brachenrundgang am sachsenbad

der brachenrundgang fand im auftrag der ‚Sächsischen Umweltakademie der URANIA e.V.‚ statt.

hauptaspekte der erkundung waren stadt(teil)kultur und umwelt.

am rundgang nahmen vier junge menschen im freien ökologischen jahr teil (föj). wir trafen uns um 10 in einem aussichtsreichen ambiente gegenüber dem sachsenbad, spazierten im engsten umkreis um das bad und werteten hinterher das gefundene aus. hierzu die mentale karte.

kooperative praxis in der begriffsfindung

zur einstimmung und nachlese stellte ich aus meinem fundus ‚denkanstösse‘ ohne anspruch auf vollständigkeit über das sachsenbad zusammen:

BEGRIFFE

  • Konversion, Kooperation, Stadtraum, Ensemble, Geschichte, Identität, Projektion, Zwischennutzung, Intervention, …

FILM

> ‚Wege ins Sachsenbad‘ – 3,5 min – Christine Elmer / Felix Liebig – 2007 – (Vorf.)

  • Interviews über die Vorstellungen von Pieschener BürgerInnen, wie sie das Sachsenbad erlebt haben und sie denken, dass es wieder genutzt werden könnte

> ‚Tuvalu‚ – Spielfilm ca. 90 min – Veit Helmer – 1999 – (Teaser)

  • filmisch-komödiantische Erkundung des Zustandes eines ruinösen alten Bades und dessen Vorzügen gegenüber eines drohenden Abrisses …

STUDIEN

> Vertiefungsarbeit Sachsenbad – Fakultät Architektur – Lena Eppinger – (Bsp.)

  • Studie über die denkmalpflegerischen Gesichtspunkte bei einer möglichen Revitalisierung des Bades

> Sanierungskonzept der STESAD vertreten durch Axel Walther

  • offizielle, mit 150.000 € vom Stadtrat unterstützte, Studie zur Sanierung des Sachsenbades, veranschlagt aktuell mit der hochgerechneten Summe von 20 Mio €, Wettbewerbsprojekte: Waldbad Klotsche, Freiberger Straße, Bühlau

VEREINE

> Pro Pieschen e.V. zur Förderung der Soziokultur im Stadtteil Pieschen

  • Kulturverein, der aus dem Wunsch von Pieschener BürgerInnen nach kultureller Mitbestimmung in ihrem Stadtteil hervorging, Vorsitzende Heid Geiler
  • Träger der Inititive ‚Endlich wieder Wasser in das Sachsenbad ! ‚
  • Träger von Projekten im Rahmen der Metropole Pieschen seit 2008

INITIATIVEN

> Bürgerinitiative ‚Endlich wieder Wasser in das Sachsenbad ! ‚

  • politische Meinungsbildung über die Vorzüge des Bades, Aktionen, Podiumsdiskussionen
  • Podiumsdiskussion zu Sachsenbad mit Vertretern aus Politik, Bürgerschaft, Kulturprojekten, Unternehmern etc. in Pieschen am 19.11.2007
  • Fachgespräch zum Sachsenbad mit Vertretern des Sanierungsträgers der Stadt Dresden (STESAD), der Politik, der Bürgerschaft und Kulturprojekten zur Vorstellung der aktuellen Studie der STESAD zur Sanierung des Bades
  • Druck der Broschüre ‚SACHSENBAD‘ als historischen Abriß der wechselvollen Geschichte des Bades

KULTURPROJEKTE

> Metropole Pieschen – Interessengemeinschaft von Kulturproduzenten (Bsp.)

Aktionen/Interventionen:

  • Handtuchaktion – Handtücher in Pieschen gesammelt. z.T. zugenäht in Kooperation mit Bewohnern und in den Fenstern des Bades aufgehängt (wie am Giebel zu sehen)
  • Postkarten – ‚Grüße aus Dresden (Sachs.)‘
  • geplante Lichtinstallation ‚Sachsen BAD‘ mit der Leuchtschrift am Giebel …
  • verschiedene Konzepte zur potentiellen Zwischennutzung des Bades

> ‚Wünsche für das Sachsenbad‘ – (Bilder)

  • gemalte oder textliche Äusserungen von intuitiven Wünschen für das Sachsenbad von Pieschenern, die ihre Identifikation mit dem Bad ausdrücken

TAGUNGEN

> ‚Landschaft quer Denken‚ des ISGV am 17.9.2009 – Beitrag am Saba (Bsp.)

(Institut für sächsische Geschichte und Volkskunde)

  • Tagung zu Theorien, Bildern, Formationen im Verstehen von Stadt als eine Art Landschaftsraum mit typischen landschaftlichen Elementen,
  • gemeinsamer Beitrag mit Dorothea Becker von H.E.I.Z. Haus Architekten zum kulturellen Spannungsfeld des Sachsenbades als einstiger Integralbaustein eines städtebaulichen Ensembles und heutiger Ruine mit weitreichenden Nutzungsprojektionen seitens verschiedenster Träger

AUSSTELLUNGEN

> ‚Das Sachsenbad als Mehrgenerationenhaus‘ vom 20.1. – 25.2.2010 (Flyer)

  • Ausstellung studentischer Entwürfe eines Architekturwettbewerbs der Messeakademie Leipzig, die zur Messen ‚Denkmal‘ stattfindet
  • Ort: Kunstfoyer des Kulturrathauses, Königstraße 15, Innere Neustadt

ENTWÜRFE

  • Studentenentwürfe unter Dorothea Becker an der Westsächsischen Hochschule Zwickau
  • Studentenentwürfe unter Christoph Schulten an der Architekturfakultät der TU Dresden
  • Studentenentwürfe an der Fachhochschule Reichenbach

PARTNER

> H.E.I.Z Haus Architekten im Hof gegenüber des Sachsenbades (Besichtigung)

  • anerkanntes Architekturbüro, das sich auch in der Bürgerinitiative engagiert und der Metropole Pieschen bei ihren Projekten geholfen hat

> Stadtplanungsamt vertreten durch Heidi Geiler

  • in Personalunion immer neueste Informationen über aktuelle Entwicklungen

BEISPIELE

> Berlin: (Bilder)

> Dresden: (Bilder)

  • ehem. Güntzbad – nicht mehr vorhanden
  • Nordbad – saniert & beliebt – Vorbild für aktuelles Konzept zum Sachsenbad!

> Chemnitz: (Bilder)

> Jena: (Bilder)

  • Kulturbad Jena – Konversion zum Kulturspielort mit Theater usw.

> Leipzig: (Flyer)