LöMuWeiKa: Am 15.12. „Das Ding mit den Zipfeln – Tagebuch einer Verfolgung“ im Kultur!ngenieurbüro

das ding mit den zipeln

das ding mit den zipfeln

Grafik: Annie Lux
Text & Bild: Felix Liebig

++ 15. Dezember 2012 um 19.00 Uhr im Kultur!ngenieurbüro, Clara-Zetkin-Straße 48, 01159 Dresden ++

++ LöMuWeiKA. Häh? 1 Jahr Kultur!ngenieurbüro. Aha! ++

++ Kurz & Gut: Der „Löbtauer Musikalische Weihnachtskalender“ ist der Weihnachtskalender für Menschen mit performativer Ader. Auch im tiefsten und verschneiten Löbtau-Süd. Die literarischen und musikalischen Gesellen Annie Lux & Micha Wieting schenken uns „Das Ding mit den Zipfeln“ – eine Lesung mit Klängen und Geräuschen auf nicht mehr als 20 qm Bürofläche, die seit etwas mehr als 1 Jahr Vorposten der Kulturarbeit sind. Dazu gibt es kulturzeittypische Freuden. Freut Euch drauf! (Link zum PROGRAMM) ++

++ „Acht Monate dieser Geruch! Acht Monate dieses Schmatzen und Glucksen! Acht Monate von einem Ding belagert zu werden, von dem ich noch nicht mal weiß, was es ist!“Das Ding mit den Zipfeln – Tagebuch einer Verfolgung ist die Geschichte einer Frau, die ein Ding in ihrer Küche gefunden hat, das nicht wieder gehen will. Vieles hat sie schon versucht, um es loszuwerden, doch es erweist sich als erstaunlich resistent. Die Nachbarn tuscheln, ihre Freunde meiden sie. Als Anke Sommer eines Morgens im Büro einen Schrei hört, beginnen sich die Dinge mit dem Ding zu überschlagen…

Kafkaesk und an den Haaren herbeigezogen. Während ich lese, wird Micha Wieting Klänge und Geräusche erzeugen. So werden wir beide versuchen, die Geschichte zum Leben zu erwecken. Das solltet Ihr nicht verpassen! Und nicht nur das. Unser werter Gastgeber Felix Liebig, seines Zeichens Kulturingenieur, feiert sein Büro, welches nun ein Jahr alt wird und bäckt für Euch einen Kuchen. Na, wenn Euch das nicht überzeugt, dann weiß ich auch nicht, wie man Euch hinterm Ofen hervorlocken kann.
Die Entscheidung liegt, wie immer, bei Euch: Entweder hinterm Ofen verdorren oder ins kultur!ngenieurbüro kommen. Wir sehen uns! ++

++ Vorgeschmack aus der Konserve. Ziege zeigt Zipfel. ++
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Cynal Salon 6.0 – Der Wert der Leerstelle…

Text & Grafik: Cynal.de Katharina Groß

Der Kultur!ngenieur ist eingeladen zu einem Gesprächssalon über den Wert der Leerstelle. Das passiert im Vorlauf auf die Herausgabe der Printausgabe Cynal #1. Daran hat er sowohl redaktionell als auch textlich mitgewirkt. Die Einladung gibt er deshalb gerne weiter:

…wir laden ganz herzlich zum CYNAL Salon 6.0 am 29.09.2012 um 16 Uhr ein!

„Der Wert der Leerstelle“…

… die Thematik, welche in der ersten Printausgabe CYNAL #01 in Bild und Text analysiert, subjektiviert und poetisiert wird, soll nun in einer offenen Gesprächsrunde weiter diskutiert werden. Verena Andreas füllt Leerstände mit temporalen Ausstellungen und vermittelt Kunstschaffende an Räume und Räume an Kunstschaffende. Felix Liebig wird über Dresden aus der Sicht eines Spaziergängers berichten, zudem soll das Zwiegespräch zwischen ihm und Ulrike Gärtner über Leerstellen fortgesetzt und geöffnet werden.

„Leere regt an, fordert heraus. Visionen entstehen in der Überlagerung von wahrgenommenen Sinneseindrücken und simultan gefundenen Ausdrucksformen. Ich, der Raum und das Denken werden eins im Spazierengehen. Es erzeugt wahrnehmungspsychologische Redundanz im direkten sinnlichen Erfahren. Es erzeugt Identifikation von Mensch zu Ort. Die [ ] dazwischen ist Kultur.“
(Felix Liebig)

Desweiteren gibt es die Möglichkeit das CYNAL#01 – Kunstjournal im Vorverkauf zu erwerben. Der Vorverkauf ist notwendig um die entstehenden Druckkosten anteilig decken zu können.

Wer an diesem Nachmittag schon etwas anderes vor hat und trotzdem gerne CYNAL #01 im Vorverkauf erwerben möchte oder den Druck mit finanzieren helfen möchte, sei hier hin verwiesen:

http://www.startnext.de/cynal-kunstjournal

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

++ Kultur!ngenieur ++ Ticker ++ 120601 ++

1. juni 2012

liebe kinder & junggebliebene,

der gute pablo picasso soll einst gesagt haben: 
„Man braucht sehr lange, um jung zu werden.“
 
in diesem sinne darf sich trotz meteorologischer melancholie die eine oder der andere von uns wieder in das kind versetzen, das sie oder er war oder vielleicht auch immernoch ist.
der autor peter wawerzinek tut dies z.b. in „das kind das ich war“ und hält uns einen aufrechten spiegel unseres tuns auch heute entgegen.
die kooperationsgemeinschaft   u r b a n o f e e l   hält es da eher erlebnispädagogisch und geht just heute–am 1. juni 2012 um 16 uhr–auf einen spaziergang nach kindisch.
 
heißt es nun kindlich oder kindisch? 
der kultur!ngenieur sieht das so: wir haben ein leben lang zeit um den bogen vom kindlichen zum kindischen selbst zu spannen, denn am ende werden wir sowieso wieder zu kindern :)
 

mit kindlischen grüßen, 

der kultur!ngenieur.

ausblick >>>>>>>>>> juni

++ die ausschreibung für die printausgabe cynal #1 läuft noch. ++ hier und heute am 1. juni geht   u r b a n o f e e l   auf die suche nach „kindisch„. ++ am 9. juni startet ganz spontan und mit ausdrücklicher empfehlung für alle subkultur-und-kunst-freunde die wohnzimmersp!onage #11,5 im labyrinth der wohnkunst anlässlich des noch jungen kunstprojektes „springhouse“ 2012. ++ am 15. juni gibt es den zweiten teil der kulturforschung im hecht, wohnzimmersp!onage #12 zum neuen (und alten) bauen im hechtviertel. das wird ein sofahopping und ist anlässlich der BRN schwer zu empfehlen. ++ tagsdrauf am 16.6. lädt der kultur!ngenieur endlich wieder zum brachenbrunch #2, dem mitmachkulturbrunch. ein tag mit musik, spiel, sonne, spass u.v.a.m. ++ am 22. juni veranstaltet der kultur!ngenieur mit dem medienkulturzentrum und dem landesverband soziokultur sachsen eine medienrallye. ++ am 23. juni geht es dann schon auf richtung sommercamp futOUR in naumburg. bis zur wohnzimmersp!onage #13 am 20. juli ist herrscht dann relative kulturruhe :) ++


mai <<<<<<<<<< rückblick

++ viel ist passiert und nicht alles konnte aufgearbeitet werden. deshalb immer mal wieder auf kulturingenieur.com nachsehen! ++ am 4. mai sollte im rahmen der dresdner studententage 2012 die diskursvorlage freiheit Aushalten! #5 das studentenleben beleuchten und hat dann nur das studentenklubleben beleuchtet. auch spannend. ++ am gleichen tag ging das projekt „stadt.klang.farbe“ von   u r b a n o f e e l   zuende. in der theaterkita am badweg 1 in löbtau hängt nun eine eindrucksvolle ausstellung, das spiel zum projekt ist entstanden und das audiofeature kommt bald–auch auf CD. ++ die „stadt.bild.wanderung“ am 5. mai harrt noch der dokumentation. soviel: dresden ist voller offener räume, ein städtebaulicher kräutergarten und ein erlebnispark eigener prägung. ++ die wohnzimmersp!onage #11 zum studentenleben war eine odyssee vom studentenwohnheim bis zur studentenwohnwelt, die teilweise im computerspiel ersteht. nicht alle haben das durchgehalten. ++ zwischendurch gab es gleich zweimal den ausblick von oben vom „dachpappenkino“ auf dresden. das wetterleuchten am 16. mai war besonders eindrucksvoll und reiht sich in die reihe „dresden von oben“ der ag stadtdokumentation. ++

>>> sondermeldung–kulturtechnik aktuell: satz & layout, das d.i.y. tutorial der buchbindewerkstatt

++ mit besonderem stolz wird auf das „d.i.y. tutorial“ der buchbindewerkstatt im april im werk.stadt.laden löbtau verwiesen. es ist jedem an’s herz zu legen, der gerne selbst macht und wird bei entsprechender nachfrage als handgebundene kleinauflage (gern unter schöpferischer selbstbeteiligung) verwirklicht. anfragen bitte an den kultur!ngenieur! ++


>>>ERNEUT sondermeldung: konferenz zur alternativen raumnutzung >>> OPEN CALL des werk.stadt.laden: 

Der Werk.Stadt.Laden. ist vom Stadtplanungsamt Dresden mit Konzeption, Organsiation und Durchführung einer Stadtteilkonferenz betraut worden. Diese wird vom 07.  –  09.  September 2012 in einem leerstehenden Haus innerhalb eines benachteiligten Quartiers des EFRE II Entwicklungsgebietes stattfinden. Das Projekt trägt momentan den Arbeitstitel Raum.Werk.Stadt.

Die dreitägige Veranstaltung wird sich interdisziplinär und multimethodisch mit Konzepten alternativer Raumnutzung von Leerstand in Großstädten auseinandersetzen. Für den Einstieg in das weite Feld gibt es den klassischen Konferenzteil mit Vorträgen zu zeitgenössichen und visionären Themen. Angeschlossen sind Arbeits – Methoden wie OpenSpace, BarCamp und IdeenWerkstatt. Konkrete Gesprächsrunden mit Experten werden die Einzelthemen konkretisieren. So verengt sich das Themenfeld zum Ende immer mehr bishin zu konkreten Handlungsansätzen. Schlussendlich steht eine Publikation in Form eines HowTo Leitfadens, welcher ergänzt wird durch Fachbeiträge
unterschiedlicher Autoren. Innerhalb prekärer Rahmenbedingungen wollen wir einen Werkzeugkoffer für Stadtentwicklung von Unten entwickeln. Dieser Prozess soll offen zugänglich, aber auch wissenschaftlich hinterfüttert sein. Als Ergänzung zu dem eher theoretischen Teil werden wir uns um ein umfangreiches Kunst- & Kulturprogramm, medial gestützte Wahrnehmungsrundgänge und familienfreundliche Staßenfest – Athmosphäre bemühen.

OPEN CALL FOR PARTICIPATION !  Wir sind offen für Partizipation in jeglicher Hinsicht und freuen uns über Beiträge. Beteiligung, Referenten, Themen, Methoden, Erfahrungen, Partner, Medien, Texte, Recherchen – Bitte kontaktiert uns!

>>> tonales

nicht geschafft.

>>> cinematografisches

nicht geschafft.

>>> literarisches

ganz witzig, aber auch ein wenig trendy: „die känguruh-chroniken“ von marc-uwe kling. spannend im wieder- und nachlesen–nochmal basketball: „time out“ von bob greene über michael jordan.

>>> einladen & ausladen <<<

wer dem kultur!ngenieur folgen mag, der drücke gerne den „follow“-knopf auf kulturingenieur.com und erhalte email-erinnerungen bei neuen artikeln. lohnt sich!
wer keinen kultur!ngenieur.ticker mehr bekommen möchte, der antworte mir bitte kurz. vielen dank.

campussp!onage = ge(h)schichten

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fotos: felix liebig, 24. märz 2012

die campussp!onage erging sich als teil der campus!nventur am hauptcampus der tu dresden in geschichten, den persönlichen raumerlebnissen von menschen mit der tu dresden.
sie war teil des eigenen programms zum 8. marktes für dresdner geschichte und geschichten.

deshalb sprechen hier auch nicht so sehr die bilder, als vielmehr die worte der sieben beteiligten menschen. diese hat antje meichsner von coloradio aufgezeichnet und sie müssen noch nach publikationsrecht und aussagekraft vorgehört werden… >>> bald hier in ton & text. ein würdiges zitat soll vorangestellt sein:

„so müssen wahrhafte erinnerungen
viel weniger berichtend verfahren
als genau den ort bezeichnen,
an dem der forscher ihrer habhaft wurde.“

(walter benjamin: ausgraben und erinnern – schweppenhäuser/tiedemann (hg.): walter benjamin – gesammelte schriften, bd. vi: fragmente, autobiographische schriften, frankfurt am main 1984, s. 486. zitiert bei: christa wolf, stadt der engel oder the overcoat of dr. freud, suhrkamp, 2010) (hier ein externer link zu dem fragment)

bei schönem wetter fanden einige junge und ältere forscher zum spaziergang im campus. sie begaben sich an die orte ihrer erinnerung und bestimmten mit ihrem vorwissen das tatsächliche ausformulieren der grob vorskizzierten route. vor ort wurde dann gezielter ausgegraben – eine „narrative archäologie“: eine spaziergängerin konnte z.b. fotos ihrer abschlussfeier am ort des damaligen studiums im berndt-bau vorzeigen sowie gar rasterelektronenmikroskopische proben von werkstoffen als fotos. zauberhaft! eine andere spaziergängerin ist als kunstgeschichtliche mitarbeiterin von „kunst+bau“ insbesondere in der kunst am, im und um den bau in dresden und auch der tud bewandert. das ist insofern schön, da maria obenaus von der kustodie der tu dresden, die normalerweise selbst spaziergänge auf dem campus zur kunstgeschichte anbietet, an diesem tag nicht dabei sein konnte. ein älterer spaziergänger vom geschichtsmarkt brachte seine kenntnisse als philatelist ein.

impulse zur route gab ebenso die tagessituation, die es nun ausgerechnet an diesem schönen sonnabend nicht erlaubte, in die am vorigen wochenende zur gleichen zeit noch offenen gebäude auch hineinzugelangen um dort nach „erzählarchäologie“ zu fanden. also unterhielten wir uns im außenraum über den innenraum. lange verweilten wir etwa beim neuen chemiegebäude, das in vier abschnitten an der bergstraße zwischen hörsaalzentrum und mommsenstraße unter einbezug eines altbaus aus den 80er jahren neu errichtet wurde. die „käsereiben“ an der fassade ließen uns über die größe des dazu passenden käses spekulieren. angewandte forschung ist das am gebauten objekt, das dazu reichlich anregt.

weitgehend spekulativ redeten wir auch – aber aus ganz anderen gründen – über die vorgänge im hannah-arendt-institut für totalitarismusforschung. hier werden merklich die grenzen des erklärbaren erreicht, da das thema totalität in seiner komplexität und verflechtung nicht nur mit der körperschaft der tu dresden zu jeder zeit – auch heute – politisch polarisiert und vielfach tabuisiert wird. menschen finden keine worte für durchaus erklärbares, weil sie unsicher sind über die zeitgeschichtliche „richtigkeit“ ihrer aussagen. dabei wären diese stimmen gerade wichtig für eine propagierte   u n i v e r s a l i t ä t   der blickwinkel. gleichsam leuchten hier die grenzen der sozialraumforschung auf, die nur soweit gehen kann wie die gedanken der menschen auch worte finden. öffentlich „erklärbares“ ist hierarchisiert von meinungsbildenden hoheiten und mehrheiten. zeitzeugenhaft erwiesen ist jedoch mittlerweile, dass die sed in zeiten der ddr in denselben räumen wie das heutige institut ihre büros hatte. das sprichwörtliche „kratzen an der tapete“ ist hier wie andernorts u.u. aufschlussreich, auch im übertragenen sinn.

so lädt die campussp!onage womöglich auch in zukunft wieder ein zum überschreiten einiger grenzen und erforschen augenscheinlicher allegorien in der tu dresden.

urbanofeel @ kubik

foto: felix liebig, 17. februar 2012

kubik? nein hier geht es nicht um rauminhalte.
naja, nicht vordergründig, nicht auf den ersten blick.

das programm „kubik = kulturelle bildung in kindertagesstätten“ ist von der stadt dresden, amt für kultur und denkmalschutz aufgelegt worden um kinder, mitarbeiter und auch eltern in kindertagesstätten in den kulturellen dialog über kreative fortbildung zu bringen. auf dem „kita bildungsserver“ des medienkulturzentrum dresden e.v. gibt es eine projektseite dazu. die broschüre als pdf hier im link:

11111_Broschur_Kubik

die kooperationsgemeinschaft   u r b a n o f e e l   wird im rahmen des programms ein siebenwöchiges projekt namens „stadt.klang.farbe“ mit einer kita durchführen. vom 9. märz bis 4. mai 2012. da geht es dann auf den zweiten blick tatsächlich um rauminhalte, aber eher um sinnliche – eben klang und farbe.

die idee des projektes ist es mit mitarbeitern, eltern und kindern den eigenen städtischen raum, sein städtisches umfeld zu entdecken und sich selbst in dieser umgebung wahrzunehmen!

in welchem raum befinde ich mich und wie geht es mir dort?

das ist die ausgangsfrage mit der wir uns beschäftigen. die stadt besteht insbesondere bei den jüngsten stark aus den wahrnehmungsmustern von klang und farbe sowie ihren synästhetischen verbindungen. wie ein kind dieses wahrnehmen und ausdrücken kann, soll im rahmen der projektarbeit in form von bildern und geräuschen in der erfahrung gebracht und der in selbständigen produktion erforscht und bearbeitet werden.

die partnerkita für das projekt ist eine äußerst frische und willkommenheißende kita in dresden-löbtau: die theaterkita, besser bekannt als kita „funkel dunkel licht gedicht“.

spiel mit den bildern

link & screenshot: Dokumentationsfilm „Spiel mit dem Tod“, Felix Müller

der link erreichte den kultur!ngenieur von einem bekannten mit der ausdrücklichen bitte, den film auch über minute 18 hinaus anzusehen. das ist tatsächlich ratsam und öffnet die augen für etwas, das wir alle irgendwie vielleicht wissen, jedoch alltäglich eben nicht bewusst vor augen haben.

spontan meine reaktion:

zu jedem im fernsehen gezeigten film, zu jeder werbung, zu jeder politikerrede müssten in zukunft gleichsam als „beipackzettel“ solche dokumentationen bzw. eingehende erläuterungen dazu wie das produkt entstand und wieviel und was genau daran verfälscht worden ist dargereicht werden. oder:

„alles zweifelhafte muss angezweifelt werden“

kurz zur erklärung: der film zeigt bis zur ca. 18. minute ein setting mit einer dokumentarischen handlung über ein kritisches thema. dann bricht er den sich aufbauenden spannungsbogen betont ab und bringt eine ca. 10-minütige erklärung der angewandten bildmanpulationen.

haben wir uns daran gewöhnt mit einer überfülle an halbwahrheiten zu leben?

wir können heute weder ermessen noch in allen einzelheiten bewerten, was uns als wahr und was als verfälscht vermittelt wird. medienpädagogik z.b. hat es demgegenüber reichlich schwer einen soliden standpunkt in der bildung von selbstbestimmten, neugierigen und kritischen menschen zu formulieren. in einem netz aus abhängigen (fehl)informationen lösen sich tatsächliche anschauungen auf und bilder werden produziert – bzw. produzieren sich im world wide web auf einen impuls hin mittlerweile selbst – die nurmehr ein amalgan einer tatsächlichen begebenheit, einer information sind.

wie kritisch müssen wir sein?

für mich ist nicht das, sondern vor allem der blick auf die authentizität von informationen, ihre fühlbarkeit, ihre sinnliche echtheit interessant. menschen bewegen sich heute in vielen „sinnlosen“ räumen, deren fühlbare information wie im fernsehen, in werbungen, in reden von repräsentanten nicht mehr auf ihre „echtheit“ überprüfbar sind. aus unfähigkeit, aus mangel an eben den echten informationen oder schlicht aus überdruß über die masse und konsequenz des abzuarbeitenden berges an fehlbarkeiten unterbleibt das hinterfragen. resignation ist dabei nicht weit und das equilibrium unter dem dauerfeuer an über- und unterreizung – eben reizung – besteht in einer balance des aushaltens, nicht aber in freier wahl.

was aber ist echt?

automatisch kommen einem gedanken an filme wie „the matrix“ oder „fight club“. aber auch an literatur und kunst. dort wird die hintergründigkeit des „echten“ beschrieben und in einer (fast) dystopie überspitzt. ganz nah liegen dann persönliche und berufliche themen wie stadtmarketing und andere bildgeführte debatten oder die omnipräsenz der welt in der digitalen welt, die überdeutlichkeit / überbedeutsamkeit alles wahrgenommenen in der (digitalen) reproduktion. aber auch die als „politiktheater“ längst verballhornte doppelbödigkeit im umgang mit den grundbedürfnissen der gesellschaft als sozialer ganzheit kommt mir in den sinn.

wo sind unsere rückzugsräume, um die welt zu reflektieren und sie wirklich zu erkennen und demnach zu gestalten?

nicht erst seit walter benjamin und „das kunstwerk im zeitalter seiner technischen reproduzierbarkeit“ (wikipedia) ist die maschinenhaft technoide und damit erst vermarktbare, weil abgrenzbare, verwertung alles sinnlichen zumeist de-konstruktiv. benjamin selbst hat hitlers vor- und untergang vorausgesehen. an dieser stelle könnte aber klar werden, dass der von benjamin vor allem in bezug auf film und fotografie und deren massenhafte reproduktion beschriebene wandel noch immer und vielleicht schon immer andauert. heute haben sich neue „erweiterungen“ in das repertoire geschlichen, der prozess sich auf ein allgmeingültiges für jeden zugängliches wirkungsfeld verlagert. heute sprechen wir davon global als „augmented reality“ bzw. erweiterter realität (wikipedia).

wo und wann aber setzen wir die mittel der verfälschung konstruktiv und kreativ sinnlich ein?
wann und wo nutzen wir diesen raum der möglichkeiten zum besseren unseres lebens, spielen und kreieren damit?

hinter reingerechneten neongrauen, zeitgereiften und anders retortenhaft titulierten oberflächen und spannenden animationen verbergen sich die wahren vorgänge eines bildhaften kulturinhalts, geschweige des prozesses. niemand erkennt mehr – und soll es auch nicht – welche authentizität und komplexität sich hinter dem schicken äußeren verbirgt. der gebrauchswert steht hinter dem objektwert klar zurück. unter der motorhaube des audi ist kein motor mehr, sondern ein plastikdeckel mit hübschen gelben knöpfen, sie man anfassen soll. das macbook und mehr noch das ipad ist nurmehr eine hülle ohne zugriff auf die bestandteile, sondern lediglich einem wischtableau, das uns eine neue taktilität anerzieht. ein verstehen ist so ausgeschlossen. aufschrauben kann man aber beide immernoch. werkzeug gibt es überall, in jedem haushalt… notfalls auch den hammer oder den kuhfuß.

hier beginnt die crux z.b. der medienpädagogik, die das nutzen vor das verstehen stellt. für das verstehen soll die informatik zuständig sein. gelbe knöpfe sind verführerisch, aber zeigen eben nur das, was man sehen soll.

was muss und soll ich erklären?
was soll und muss sich der nutzer selbst aneignen und woher bezieht er die motivation und die information dazu?

xxx

wohnzimmerspionage_2012

sofa

(bild ist ein –platzhalter–, foto: felix liebig)

im dunkeln ist gut munkeln, stubenhocker aufgepaßt, die wohnzimmerspione kommen!

++ gastgeber: wird jeweils vorher bekannt gegeben. ++
++ treffpunkt: wird jeweils vorher bekannt gegeben. ++
++ zeitpunkt: jeden dritten freitag im monat ab 21 uhr ++
++ bitte anmelden unter felixliebig@gmx.net oder 0351 4662766. danke ++
ob löbtau, pieschen oder london –  nachtspaziergänge zur lage des privaten haushalts.

die „wohnzimmerspionage“ ist ein hinterwitziger spaziergang bei laternenlicht: investigativ & interventionistisch. ziel ist es den abendlichen haushalt im jeweiligen viertel unter die lupe zu nehmen und dabei zum streunerischen aufenthalt im freien und diskursiven ruhen auf der coach anzuregen. hoch vom sofa zuhause und rauf auf’s sofa bei jemand anderem! wohnzimmer, kneipe, späti, straßenecke,… – zunächst soll erschnüffelt werden, was mensch abends so macht, wohin er geht, warum er drin bleibt, was ihn zum wohnen hier und jetzt motiviert. die spaziergänger kommen mit menschen in wohnungen und auf den straßen ins gespräch, linsen hier und da mal vorsichtig zur tür oder dem fenster rein. für jede wohnzimmerspionage gibt es einen >gastgeber<, der im viertel zuhause ist und eine besondere motivation mitbringt, dort zu spionieren …

experten im aufspüren interessanter haushalte sind alle beteiligten. vorschläge für neue spionageorte und gastgeber sind erwünscht!

++ termine 2012: 20. januar, 17. februar, 16. märz, 20. april, 18. mai, 15. juni, 20. juli, 17. august, 21. september, 19. oktober, 16. november, 21. dezember ++

ein format von kultur!ngenieur felix liebig in kooperation mit gastgebern & gästen.