7 Fragen an Felix Liebig urbanite Dez 2015

urbanite stellt „7 Fragen an Felix Liebig“

Grafik: Screenshot, urbanite.net

In meinem schönen kleinen Interview des Stadtmagazins urbanite Kultur!ngenieur mit dem Kultur!ngenieur im Dezember 2015 ist u.a. vom „JohannStadtRad“ und den Vorhaben der „Löbtauer Runde“ 2016 die Rede. Reinschauen lohnt sich … Vielen Dank für den Artikel an Viola Martin-Mönnich!

StadtBauWerkStatt = JohannWerkStadt

Fotos: Felix Liebig, 9. bis 13. Februar 2015 / Grafik: Johannstädter Kulturtreff


Wir bauen unsere Stadt.

Kulturingenieur_StadtBauWerkStatt_WirBauenUnsereStadt_Kulturtreff_Promo

Jaja, das wär‘ schon was … nee, das geht wirklich!

Im → Johannstädter Kulturtreff konnten Ferienkinder vom 9. bis 13. Februar 2015 im Rahmen des dortigen Kursangebotes ihren Stadtteil Johannstadt selbst erkunden, nachbauen und umgestalten. Dabei gab der Kultur!ngenieur den 8 bis 11-Jährigen an vier Vormittagen eine methodisch Anleitung mit verschiedenen Aspekten von Stadt selbst machen, während nachmittags weitergebaut, siebgedruckt oder an einem Tag auch Keramik aufgebaut wurde. Obwohl zur Präsentation am Freitag nicht die Stadtplanerin Frau Grosche aus dem Stadtplanungsamt da sein konnte und Siebdruck und Keramik letztlich nicht das Stadtbauthema aufgriffen, so war doch der Stadtplaner Jörg Morszoeck von → U.M.A. kurz zu Gast, der das → Konzept für das Programm „Soziale Stadt“ in Dresden-Johannstadt verfasst hat, und eine Fruppe von FSJ-lern filmte die Vorstellung (Film folgt).

Mehr zum Ablauf und einigen Erkenntnissen in dem kleinen → Bericht zur StadtBauWerkStatt als PDF.

Ein wunderbarer Anfang. die → urbanofeel GbR will das nun fortführen…

Im Jahr 2014 gab es als Auftragsarbeit für eine Kooperation des Deutschen Hygienemuseums mit dem Medienkulturzentrum Dresden im Rahmen der CrossMedia Tour eine Art Vorgängerprojekt mit „Minecraft als Simcity“  hier ist der Bericht der Organiatoren.

Anbei eine Auswahl Fotos vom Prozess zum Durchblättern in Ruhe.
– Da der Autor zwar die Bildrechte, nicht aber das Einverständnis der Eltern inne hat, ist die Galerie zum Schutz der Persönlichkeitsrechte soweit möglich ohne die beteiligten Jugendlichen angelegt. Dafür aber mit ihren Charakteren!


(fast alle) Bauherrinnen und Bauherren


Der Rundgang am Tag 1


Der Entwurf am Tag 2


Der Modellbau am Tag 3


Das Finale am Tag 5


Die Mentalen Karten vom Tag 1


Die Entwürfe vom Tag 2

CrossMedia Tour 2013 PM Teaser

CrossMedia Tour startet in die 5. Runde

CrossMedia Tour Dresden 2013 Alienmarke

Mit einer Vielzahl von Medienworkshops startet die CrossMedia Tour mit Beginn der Sommerferien in ihre fünfte Runde. Unter dem Motto: „Deine Ideen – Deine Medien – Deine Stadt“ können sich Dresdner Kinder und Jugendliche selbst als Medienproduzent auszuprobieren.

Die Angebote für die sechs bis 10-jährigen sind vielseitig. Die jungen Teilnehmer können zum Beispiel ihren ersten eigenen Film mit der Handykamera drehen, ein Hörspiel kreieren, ihren Superhelden im Trickfilm zum Leben erwecken oder Elektronikschrott in Alltagsgegenstände verwandeln.

Aber auch für Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahren bietet die CrossMedia Tour wieder ein facettenreiches Angebot von Grundlagen- bis hin zu Fortgeschrittenenkursen. Dabei entwickeln die Teilnehmenden in Eigenregie Ideen für Kurzfilme, Radiosendungen und Computerspiele. Sie drucken ihre eigenen Plakate und erkunden, ausgestattet mit Kamera und Mikrofon, die Geschichten ihrer Stadt.

Für das Projekt haben sich dreizehn Dresdner Vereine und Initiativen zusammengeschlossen, um ein umfassendes medienpädagogisches Angebotsspektrum von insgesamt 26 Kursen von Juli bis November 2013 zu entwickeln. Die Koordination übernimmt das Medienkulturzentrum Dresden in Kooperation mit dem Objektiv e.V.
Die CrossMedia Tour Dresden 2013 steht unter der Schirmherrschaft der Dresdnder Oberbürgermeisterin Helma Orosz.

Alle Workshops sind kostenfrei. Anmelden können sich Interessierte ab jetzt unter http://www.crossmediatour.de, wo auch weitere Informationen zum Programm zu finden sind.

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Koordination:

CrossMedia Tour 2013 PM Medienkulturzentrum Dresden eV     CrossMedia Tour 2013 PM Objektiv-eV

Mitveranstaltende:

Chaos Computer Club Dresden
ColoRadio/ Radio Initative Dresden e.V.
Cyber4Kids
Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Diakonisches Werk – Stadtmission Dresden e.V.
Fantasia Dresden e.V.
medienfux gemeinnützige GmbH
riesa efau. Kultur Forum Dresden
Trans-Media-Akademie Hellerau
urbanofeel
Werk.Stadt.Laden Löbtau

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Förderer:

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Sächsische Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien
Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden
SAP AG
Ostsächsische Sparkasse Dresden

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Weiter Informationen und Kontakt:

Medienkulturzentrum Dresden
Almuth Frommhold
Tel: 0351/31540678
info[at]crossmediatour.de
www.crossmediatour.de

Streifzüge Johannstadt Wohnkultur Logo Favicon

Einladung auf die Johannstädter Streizüge

Ab Sofort wohnt & arbeitet der Kultur!ngenieur einen Monat für die Ausstellung Wohnkultur – zum Bauen und Wohnen nach 1945 in der Johannstadt und geht dabei mit älteren Menschen auf Streifzüge in deren persönliche Erinnerung an den Stadtteil.

Die Wohnung ist auf der Wormser Straße 24c in 01307 Dresden-Johannstadt. Erreichbar unter 0176 24083754.
Der Arbeitsort ist die Johannstadthalle auf der Holbeinstraße 68 in 01307 Dresden-Johannstadt. Erreichbar unter 0351 4469568.
Das Tagebuch des Projektes führt der Kultur!ngenieur auf der Website Streifzüge Johannstadt.

Orte der Erinnerung
– Ein Arbeitsaufenthalt zur Architekturfotografie verbunden mit einem Workshop für Senioren

6 Wochen lang lebt und arbeitet ein junger Fotograf in der Johannstadt mit dem Ziel, zusammen mit Senioren Orte deren Erinnerung aufzusuchen und zu dokumentieren. Ausgangspunkt sind dabei private Aufnahmen der Workshopteilnehmerinnen und –teilnehmer, die um aktuelle Aufnahmen dieser Orte ergänzt werden. So kann sich Dokumentarisches mit einem aktuellen Blick, Erfahrungswissen mit künstlerischer Betrachtung vermischen. Die künstlerische und generationsübergreifende Auseinandersetzung mit dem Baubestand der Johannstadt, ihrer Erinnerungskultur, mit dem Stadtteil an sich wird zum Arbeitsfeld.

Die „Johannstädter Streifzüge”

In Zusammenarbeit mit der Ausstellung „WohnKultur – Bauen und Wohnen nach 1945” in der JohannStadthalle entwickelt eine kleine Gruppe von 8 bis 10 Senioren im Frühsommer eigene fotografische Ausstellungsbeiträge. Diese sollen sich mit dem Ober-Thema „Raum – Zeit – Perspektiven” beschäftigen. Oder anders gefragt:

* An welche Orte in der Johannstadt erinnern sie sich besonders?
* Zu welchen Zeiten oder Zeitabschnitten haben sie die Johannstadt kennengelernt? 
* Mit welchem persönlichen Blick schauen sie heute auf die Johannstadt?

Ab Mitte Mai vereinbart die Gruppe  Termine zum Kennenzulernen und Spazierengehen in der Johannstadt sowie mehrere Einzeltermine um ihre fotografischen Interessen und vorhandenes Bildmaterial zu sondieren. Vom 3. bis 30. Juni dann betreibt das Team vier Wochen lang intensive Stadtteilforschung und Fotografie. Orte und Menschen werden z.T. (erneut) aufgesucht und individuelle fotografische Perspektiven auf Raum & Zeit in der Johannstadt entwickelt. Die Workshop-Termine werden gemeinsam geplant und gestaltet. Am Schluss steht die Vorbereitung von ganz persönlichen Foto-Beiträgen zur bestehenden Ausstellung „WohnKultur” für die Eröffnung in einer gesonderten Veranstaltung Anfang September 2013. Felix Liebig, Kultur!ngenieur, leitet und begleitet die Senioren methodisch bei ihren Streifzügen, ihrer Bildfindung und Auswahl. Er wird wie sie in der Johannstadt wohnen und sich ganz dem Stadtteil und den Menschen dort widmen.

Live-Blog auf dem Abschluss der CrossMedia Tour 2012

Der Kultur!ngenieur möchte alle Unterstützer, Teilnehmer und Freunde sehr gern einladen:

Am Sonntag, dem 18. November 2012 findet von 10.00 bis 16.00 Uhr in der Scheune, Alaunstraße 36/40, 01099 Dresden, der diesjährige Abschluss der CrossMedia Tour statt.  Die Mediensafari wird mit einem Liveblog, einer Show der entstanden Filme und der Ausstellung der Ergebnisse präsent sein. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Medienfestivals MB21, das darüberhinaus schon am Samstag jede Menge spannende Medienangebote bereit hält. MB21_Festivalprogrammflyer

Wir freuen uns über Ihren und Euren Besuch!

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Anbei die Presseinformation vom 5. November 2012 des Medienkulturzentrum Dresden e. V.

Die CrossMedia-Tour lädt zum Medien-Brunch für die ganze Familie 

Dresden, 5. November 2012. Es wird schrill und experimentell an diesem November-Sonntag in der Scheune. Am 18. November ab 10 Uhr lädt die CrossMedia Tour zum Fest, denn dann präsentieren die 220 Teilnehmer der vierten CrossMedia Tour die Ergebnisse ihrer fünfmonatigen multimedialen Erkundungsreise durch Dresden. In 25 kostenfreien Workshops konnten die Kinder und Jugendlichen den Umgang mit modernen Medien und Computertechnologien erlernen und dabei ihre Heimatstadt auf spielerische Art und Weise erforschen.

Das Fest startet mit einem kostenfreien Familienbrunch im Rahmen des MB21 Festivals. Neben Schlemmen und Schmausen können sich die Besucher an unterschiedlichsten medialen Stationen ausprobieren. Das Besondere: hinter jeder dieser Stationen steckt ein Workshop aus dem Programm der CrossMedia Tour 2012, der von den jugendlichen Teilnehmern selbst betreut wird. Die Multimediapallette reicht weit: Computerspiele selbst produzieren, Klangexperimente mit Kinderfüßen erleben, die eigene Tasche mit Siebdruck gestalten, Trickfilmtechniken ausprobieren oder 3-D-Brillen konstruieren.

Den Organisatoren ist wichtig „sowohl den Kindern und Jugendlichen als auch ihren Eltern ein großes Spektrum medialer Möglichkeiten zu zeigen und vor allem erlebbar zu machen“, so Almuth Frommhold, Leiterin des Projekts beim Medienkulturzentrum Dresden. Diese mediale Vielfalt ist vor allem durch den Zusammenschluss von insgesamt elf Dresdner Vereinen und Initiativen unter der Schirmherrschaft der OB Helma Orosz möglich. „Die Besucher treffen an diesem Tag also nicht allein auf verschiedenste Multimediaaktionen, sondern auch auf viele Fachleute verschiedener Dresdner Vereine“, so Almuth Frommhold. „Ein gemeinsamer Austausch und das Experimentieren und Ausprobieren medialer Möglichkeiten ist unser Anliegen“, so Frommhold.

Ein Höhepunkt des Tages sind die Präsentation der Ergebnisse und die Auszeichnung der aktivsten Teilnehmer der CrossMedia Tour, die vom Medienentdecker über den Medienmacher bis zum Medienexperten aufsteigen konnten. So präsentiert die CrossMedia Tour zum Beispiel die Premiere des Handyclips „Eine Katze mischt mit“ (Elisabeth Smetankin und Poppea Kahlert, 11 Jahre), der bereits für den Deutschen Handyclip-Wettbewerb Ohrenblick mal! nominiert ist.

Familienbrunch der CrossMedia Tour Dresden

Eintritt frei
Sonntag, 18. November 2012 von 10 bis 16 Uhr,
ab 10 Uhr kostenfreier Familienbrunch, ab 14 Uhr Preisverleihung CrossMedia Tour
Scheune Dresden, Alaunstraße 36/40, 01099 Dresden

Weitere Informationen gibt es unter: www.crossmediatour.de

Für Presserückfragen:

Mandy Ziegler Tel.: 0351- 315 40 678, Email: ziegler [at] medienkulturzentrum.de.

Medienkulturzentrum Dresden e.V., Schandauer Straße 64, 01277 Dresden
Tel.: 0351 31540-670, Fax: 0351 31540-671, post [at] medienkulturzentrum.de
www.medienkulturzentrum.de 

Kritik der kritischen Raumproduktion – ein Make-Shift Report aus Berlin

Text: Felix Liebig & Jan Minack
Bild: Felix Liebig, 6. Oktober 2012

7. Oktober 2012

Die internationale interdisziplinäre Konferenz „Make_Shift, the expanded field of critical spatial practice“ fand am 6. Oktober 2012 an der TU Berlin im Institut für Architektur auf der Straße des 17. Juni 152 statt. Zu den Einzelheiten des Projektes, Kooperationen und Teilnehmern steht auf den Seiten der Veranstalter KW Institut for Contemporary Art, Urban Drift Projects, IBA Berlin 2020 und TU Berlin, Fakultät Architektur mehr zu lesen (diese werden hier nicht weiter behandelt).

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Make_Shift ist das Improvisieren. Ein make-shift shelter im Englischen ist auf Deutsch eine Behelfsunterkunft. Die Konferenz fand in englischer Sprache statt; Kritik vorweg: Der Zeitrahmen war zwischen 11 und 19 Uhr eng gesteckt. Auch in dieser Konferenz glänzten einige aus der vielleicht zu umfangreich besetzten Rednerliste mit unpräzisen und gedehnten Vorträgen. Eine Vortragsredaktion bzw. -kuration ist scheinbar mehr als schwierig. Die Diskursmehthode der Konferenz aus drei Rednerblöcken (Panels) mit jeweils abschließender Diskussion, die allerdings zwischen den eingeladenen Rednern und ebenfalls eingeladenen Antwortern (Respondants) stattfand, ließ für das wirklich zahlreiche rund 100-köpfige Publikum zu wünschen übrig. Beim Mittagsessen gab es wider die Agenda der meisten Teilnehmer Klassentrennung zwischen Brezel mit Getränk für die Teilnehmer unten und Teigtaschen, Suppe und Wein für die geladenen Gäste oben. Schließlich kam der Saal lange nach der Uhr und bereits im Abschied von der Konferenz auf das entscheidende Thema: Was machen wir am Montag für die Arbeit am Besseren? Sind die politischen und ökonomischen Instanzen der Zeit noch tragfähig für eine selbstwirksame Gesellschaft?

Selbstermächtigung ist Trumpf; auch der intellektuelle akademische Diskurs hat noch immer nicht das Tor zur Straße und zum „wahren Leben“ geöffnet. Die Geladenen verkrümelten sich nachher in ein Restaurant und die Besucher taten das ihre an anderer Stelle. Es wird Zeit!

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Das klingt vernichtend, aber die Konferenz war trotzdem eine Fundgrube! Imposant und relevant waren für mich drei der insgesamt 13 Vorträge in den drei Panels. Allesamt kommen von englischen Muttersprachlern, die nicht nur ihre Sprache, sondern auch den rhetorischen Klarsprech und die argumentative Prägnanz beherrschen:

Prof. Jeremy Till vertrat die Kernidee einer „spatial agency“, d.h. einer raumbezogenen Anwaltschaft der Akteure, in der die soziale Konstitution / Produktion von Raum das Leitbild und das sozialräumliche Urteilsvermögen, geteiltes Wissen und kritische Aufmerksamkeit die Werkzeuge sind. Unter selbigem Titel ist ein Buch erschienen, das noch zu wenige gelesen haben und die Website gibt Auskunft über Akteure. Till gibt damit einen klaren Hinweis auf die zeitgenössische Politik des Raumes fernab von Stadträten und Mediendiskussion.

Inderpaul Johar von von 00:/ formulierte eindrucksvoll stimmlich moduliert unter dem Titel „back to architecture“ die wichtige und noch im Einzelfall zu prüfende These: „Wir müssen uns unsere Hände schmutzig machen.“ Nicht nur Wissen, sondern auch Architektur können und müssen seiner Meinung nach von allen geteilte Produkte außerhalb des technokratischen Formlismus sein („open source“). Das Beispiel des „Wiki-House“ zeigt dies.

Francesca Tonkiss schließlich gab mit ihrer Expertise zu verstehen, dass die–neoliberal motivierte–“permanente Krise des Wohnungsbaus“ (Peter Markuse) und der „privatisierte Keynesianismus“ (C. Crouch) neue Instrumente im Umgang mit kommunaler und staatlicher Landvergabe und den geschärften Blick auf ein „Soziales Kapital“ verlangen, vermeindliche Sparzwänge kiritsch zu hinterfragen sind. Mit einem „kommunalen Liegenschaftsfonds“ solle „langsameres Geld“ und „mehr Engagement“ für die Projektentwicklung im Sinne des Nutzers erreicht werden. Allerdings hindert uns hier die Sprachhürde oder auch der „weichere Kapitalismus“ in Deutschland am besseren Verständnis, denn der Liegenschaftsfonds Berlin und dessen Wirken wurden in derselben Konferenz nicht minder kritisch hinterfragt.

/////// Im weiteren Kreis dieser von mir so empfundenen Keynotes staffelten sich keine ganz neuen Inhalte:

Die Initiative „Stadt Neudenken e.V.“ aus Berlin war nicht im Panel, wohl aber im redeaktiven Publikum vertreten und reagiert genau auf diesen Liegenschaftsfonds. Die Frage wie man denn in verkrustete politische Stadtentwicklungsdiskurse konstruktiv eingreifen könne („die Demokratie neuaufstellen“) hing als Wolke über der Diskussion. Mit Blick auf die sog. „IBA alt“ von 1984 und die avisierte Neuauflage IBA 2020 mit D.I.Y.-Elementen (do it yourself = mach es selbst) regnet es da nicht unbedingt neue Instrumente. Klar war trotz Wolkenverhang an diesem Tag, dass es um eine „soziale Stadt“, soziales Kapital, soziale Raumproduktion, sozialen Wert, soziale Wirtschaft, eben einen gerade gut nutzbaren Begriff für eine schwer zu vollziehende Veränderung geht. Nur: Was ist Sozial?

Alle Beteiligten waren Architekten, Stadtplaner, Geisteswissenschafter, einige Künstler, die aus einem akademischen Kontext das Problem diskutierten. Keiner war im Sinne der „dreckigen Hände“ Indy Johars von der Straße. Die Ausschließlichkeit dieses Zirkels und seiner Formalien steht dem durchaus guten Ansinnen folglich im Weg. Mit dem Architekturhistoriker Wouter Vanstiphout und der Autorin Hannah Arendt gesprochen („Die Banalität des Guten“, durch Vanstiphout abgleitet von der „Banalität des Bösen“ bei Arendt) müssen wir uns entscheiden wohin wir mit unserer Motivation für das Bessere wollen. Dabei scheint es auf einen mentalen Status Quo der Improvisation anzukommen, eben nicht in das Formale, das Abgrenzende, schlimmstenfalls das Totalitäre zu verfallen. Haben wir denn angesichts heutiger politischer Verhältnisse eine andere Wahl? Haben wir eine tatsächliche Offenheit für Kritische Praxis? Warum fällt es uns denn so schwer, etwas wirklich zu verändern?

Die Diskussion des ersten Panels gab zu bedenken, dass das „globale Gehirn“ des Web 2.0 nicht unbedingt vereinbar sein könnte mit dem durchaus geäußerten Wunsch „Marx neu zu schreiben“. Die Frage lautet vielmehr: Wie können wir die omnipräsente soziale Ungleichheit, die uns sogar im kritischen Handeln beschränkt, überwinden? Nach der sog. „Wiedergeburt der Geschichte“ (Nach dem Buch „The Rebirth of History–Times of Riots and Uprisings“ von Alain Badiou) im „arabischen Frühling“ oder der „Occupy-Bewegung“ wurde im Panel eben nicht von Bildung als einem Hauptproblem samt der damit verbundenen notwendigen Resourcen gesprochen. Leider.

Natürlich können wir als Schnittstellenakteure in einer wachsenden Förderlandschaft auf Mittelacquise gehen um Menschen den Zugang zu Wissen und Mitwirkung zu ermöglichen. Damit können wir punktuell gemeinnützige Ressourcen im Sinne der „Allmende“ (heute „Commons“) generieren. Bei Make_Shift war allerdings kein Raum für die Auseinandersetzung über konkrete Beispiele zur Umsetzung einer bildungsorientierten Raumproduktion, einer „Raum_Bildung“ bzw. „Nutzergenerierten Architektur“ wie sie der Kultur!ngenieur seit längerem diskutiert. Auch konnten nicht die Probleme diskutiert werden, die viele der anwesenden Akteure im Umgang mit Ämtern, Politikern, Medien und offensichtlichen Hemmnissen in der Weltanschauung nicht mehr (?) haben. Das Bauen und die Stadt dürfen eben nicht zur Hülse eines Spekulationsmarktes werden, in dem sich die Menschen räumlich weder identifizieren noch ökonomisch verankern können. Vielmehr sollten sie selbst zur Raumproduktion in der Lage sein und müssen dazu freilich ausgebildet werden–von Anfang an. Die aktuelle, von Marcus Clausen („Prinzessinnengärten„) kurz eingeflochtene, Debatte um das Bildungsniveau in Berlin bestätigt dies.

Noch weniger scheint hier der sich subtil ausbreitende und in Berlin schon genannte Begriff der „Stadtrendite“ angebracht (eine unabhängige Erläuterung blieb das Web leider schuldig). Wir müssen sicher nicht das alte Indianersprichwort vom letzten Baum und dem nicht essbaren Geld zitieren. Wir sind keine Shareholder und auch kein Spekulationskapital des Unternehmens Stadt, wie es viele heutzutage in Ermangelung sozialer Perspektiven und der Übermacht der Zahlenökonomie nachreden. Die „Sellout City“ der Jetztzeit darf nicht das Ziel sein, auch nicht „the rise of the creative class“ (Richard Florida) wie sie nicht nur in Dresden, sondern auch am Tempelhofer Flughafen mit Büros weit über dem Wert einer von Kreativen Kulturproduzenten bezahlbaren Miete beködert werden soll. Auf dem Flughafen scheint nach Tonkiss eine Dreiklassengesellschaft auf „klassischem“ Immobilienmanagement im Flughafengebäude, einer „offenen Bühne“ für Messen und Firmenempfänge auf dem Flughafenvorfeld und der „tolerierten Menge“ auf dem Flugfeld sich zu entwickeln. Wer als geneigter Betrachter das Kraftwerk Mitte und den weiteren Kreis der Entwicklungen bis zum Ostragehege in Dresden ansieht, erkennt hier womöglich Parallelen.

/////// Können wir nicht anders als in Klassen denken?

Langsam wird es langweilig und unkreativ. Ob wir nun sowieso in der Krise leben oder der Kapitalismus stets neue Krisen produziert, ob wir von Oben herab oder von Unten herauf Stadtentwicklung betreiben–das ist Schall und Rauch: Unsere Motivation sollte in den direkten Austausch zwischen Nutzern und Besitzern münden und keinen Halt vor Planern, Politikern oder Medien machen, diese aber stets kritisch zu bewerten und auch einzubeziehen wissen. Ja, ich stelle hier die gängie Denkweise bewusst auf den Kopf. Der Grund: Die „Solidarökonomie“ á la Prinzessinnengärten oder Startnext (Crowdsourcing & Crowdfunding) ist sicher ein Anfang, wenn auch nicht immer das probate Mittel. Eine Volksabstimmung wie es sie im schweizer in Zürich am Beispiel des genossenschaftlichen Wohnungsbaus gibt, ist für Berliner oder Dresdner Verhältnisse noch in weiter Ferne. In Zürich entschieden die Bürger, dass bis 2050 die Stadt und die Genossenschaften 33 % genossenschaftlichen Wohnungsbau in der Stadt zu entwickeln hätten. Zürich ist damit bereits gut ausgestattet, Dresden sicher auch. In Dresden gibt es jedoch keinen kommunalen Zugriff mehr auf die Wohnungsbestände und auch nicht sichtbar ein genossenschaftliches (geteiltes) Baurecht, womit dieser Stadt symbolisch konstatiert werden muss: AUSVERKAUFT!

Vielleicht müssen wir den archimedischen Punkt wirklich mal in Cottbus ansetzen und von Berlin aus Dresdens Entwicklungslethargie aushebeln…

Cynal Salon 6.0 – Der Wert der Leerstelle…

Text & Grafik: Cynal.de Katharina Groß

Der Kultur!ngenieur ist eingeladen zu einem Gesprächssalon über den Wert der Leerstelle. Das passiert im Vorlauf auf die Herausgabe der Printausgabe Cynal #1. Daran hat er sowohl redaktionell als auch textlich mitgewirkt. Die Einladung gibt er deshalb gerne weiter:

…wir laden ganz herzlich zum CYNAL Salon 6.0 am 29.09.2012 um 16 Uhr ein!

„Der Wert der Leerstelle“…

… die Thematik, welche in der ersten Printausgabe CYNAL #01 in Bild und Text analysiert, subjektiviert und poetisiert wird, soll nun in einer offenen Gesprächsrunde weiter diskutiert werden. Verena Andreas füllt Leerstände mit temporalen Ausstellungen und vermittelt Kunstschaffende an Räume und Räume an Kunstschaffende. Felix Liebig wird über Dresden aus der Sicht eines Spaziergängers berichten, zudem soll das Zwiegespräch zwischen ihm und Ulrike Gärtner über Leerstellen fortgesetzt und geöffnet werden.

„Leere regt an, fordert heraus. Visionen entstehen in der Überlagerung von wahrgenommenen Sinneseindrücken und simultan gefundenen Ausdrucksformen. Ich, der Raum und das Denken werden eins im Spazierengehen. Es erzeugt wahrnehmungspsychologische Redundanz im direkten sinnlichen Erfahren. Es erzeugt Identifikation von Mensch zu Ort. Die [ ] dazwischen ist Kultur.“
(Felix Liebig)

Desweiteren gibt es die Möglichkeit das CYNAL#01 – Kunstjournal im Vorverkauf zu erwerben. Der Vorverkauf ist notwendig um die entstehenden Druckkosten anteilig decken zu können.

Wer an diesem Nachmittag schon etwas anderes vor hat und trotzdem gerne CYNAL #01 im Vorverkauf erwerben möchte oder den Druck mit finanzieren helfen möchte, sei hier hin verwiesen:

http://www.startnext.de/cynal-kunstjournal

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!