überflug 3 löbtau

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fotos: felix liebig, 25. september 2011

der nördliche teil des im april begonnenen spaziergangs folgte nun ein gutes halbes jahr später. bei google-maps.

löbtau nord ist anders:

hier bilden sich von löbtau-süd verschiedene stadtstrukturen ab. es gibt dort den bramsch-tunnel. dort stehen plattenbauten. die flächen zwischen den häusern sind weiter. es gibt hier auch, aber andere, gegensätze. zwischen dem kaffee-mühlen-löbtau und dem plattenbau-löbtau ist ein bruch, der heute mit würfelhäusern bebaut wird. wer erfahren will wie das namensgleiche bramschareal der tlg in der friedrichstadt aussehen soll, kann hier schonmal visionen tanken. andere gegensätzlichkeiten liegen eher im politischen milieu und betreffen bestimmte straßen oder bauten. ist es nicht gut, dass man diese kraft noch spürt?

auch fällt das gelände an der „schanze“  – einem dieser dresdner eigennamen – stark ab und mensch kann ein wenig den blick in richtung friedrichstadt schweifen lassen. unter diesem blick liegen kleingärten, ehem. bahnwohnanlagen, bahnsportanlagen und güterverschiebeanlagen. die wohnverhältnisse sind hier zudem ein wenig „unaufgeräumter“ und die bevölkerung vernehmlich heterogener. man guckt öfter in „hinterhöfe“ oder auch weniger aufgeräumte vorgärten als im süden. hier ist nicht alles umkreist vom bürgerlichen gartenspeck. hier gibt es mehr (öffentliche) ecken zum „hinpinkeln“, alles wirkt auf mich ein wenig lebendiger und doch reichlich zwischengelagert. unentschieden.

nicht alles ist so lebendig. mancherorts wurde das dorf zum umzäunten wohnzirkus, der verwirrender weise bei streetview ausgepixelt ist. wem hilft diese soziale gestik

mein gefühl – vielleicht aber auch nur die diesmal getätigten fotos – eröffnen mir dennoch einen vielgestaltigeren teil der stadt, der mehr freiräume oder zumindest andersartige räume und details bietet mit demzufolge poetischeren anmutungen. verspielter, versonnener als der süden. der blick fand mehr und konnte kritischer agieren. deshalb hier auch mehr fotos. dafür haben wir hier direkt mit leuten sprechen können, wie einer frau die mit tochter vor ihr haus trat um uns ein wenig vom objekt zu berichten. mit anderen lieferten wir uns fotoduelle, anstatt miteinander zu sprechen…

paralleles gibt es allerdings auch. während die stützenden strukturen mancherorts im süden aus metall sind, sind diejenigen im norden eben aus holz; das ist der epoche geschuldet und macht doch visuell eindruck.

übrigens wurde reichlich saatgut ausgebracht, das vom verregneten unkrautsalon übrig war. hier dürfen wir auf das frühjahr gespannt sein, wenn die saat der stadtteil(be)arbeit(ung) aufgeht… durch die blume gesprochen.

wichtig für uns:

der stadtteil hat ein gesicht und menschen, die dieses gesicht auch zeigen!

wohnzimmerspionage #1

10. Juni 2011

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fotos: mit freundlicher unterstützung von annette nickel, wirklich herzlichen dank!

text folgt … prompt:

alles organisatorische zu den „wohnzimmerspionen“ findet ihr im kalender auf der metropole pieschen website.
das tagebuch schreibe ich erstmal hier:

+++ am freitag 15. juli 2011 wieder ab 22 uhr machen wir pieschen unsicher+++
+++ am samstag 16. juli 2011 gibt es zudem ab 14 uhr einen spaziergang im rahmen der u r b a n o f e e l–ausstellung in der krautwaldfabrik +++

dank annette gibt es herrlich diffus–verzerrte und intuitiv–stimmungsvolle nachtbilder vom geschehen in pieschen. was war da los?

wohnzimmerspione auf tour.

die ersten eindrücke haben wir zu siebent gesammelt. schon jetzt sind einige überraschungen hinter den fassaden zum vorschein gekommen. die zwei stunden zeit funktionieren gut. dies soll fortgesetzt werden.

vorschläge für neue orte und die ausgestaltung können jetzt abgegeben werden!

es hat sich bereits angekündigt, dass wir nachher noch ein bier in der fabrik oder an einem ort auf dem weg nehmen sollten (von „fusspils“ halte ich in diesem zusammenhang nicht ganz so viel …) aber das war ja geplant und regt die gedanken an. auch sind wir uns sicher einig, dass ein gewollter oder ungewollter „hausbesuch“ beim nächsten mal absolut erstrebenswert ist.

bitte fragt alle im pieschener bekanntenkreis nach interessierten!

so ein besuch sollte ungezwungen sein. ca. viertel stunde. kurzes gespräch über ort, zeit, wohnen. dann weiter, wenn nicht die sympathie für ein längeres verweilen spricht.

was noch?

wir kamen auf einiges. zum beispiel sprachen wir über die „gardinensteuer“, die es in den niederlanden gegeben haben soll. ein beitrag hierzu bei wikipedia klärt auf.

mir erscheint auch das bewusste verweilen und einhören an einem ort interessant. was im nachbarhhof gesprochen wird am grill oder was von ferne heranschallt. dann besser einfach hingehen und mitreden. aber auch die entdeckungen hinter den gardinen. was freitag abend so gemacht wird, wo sonst scheinbar wirklich im innersten pieschen die bürgersteige hochklappen und nur an frequenten straßen und treffpunkten das leben tobt. auch das könnte näher untersucht werden.

hausaufgabe *smile*

wo wollt ihr hin?
was / wen wollt ihr sehen?
was könnte spione noch herausfordern?

gibt es geeignete dokumentationswerkzeuge?
gibt es möglichkeiten zur intervention?

blumenkind dd

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die stadt ist voll von eindrücken, manche haben eine prägnanz und symphatie, deneben aber vielleicht auch ein mystikum, dass sie hängen bleiben und immer wieder interessant sind:

meine ersten entdeckungen des ‚blumenkindes‘ in dresden gehen auf den sommer 2007 zurück. ich weiss auch noch, wie eines stets an einer der statuen auf der hauptalle im grossen garten auf dem baugerüst prankte… seitdem ist es an einigen stellen verschwunden, an einigen stellen grafisch von jemandem erweitert worden oder gar von ‚kollegen‘ ergänzt worden – zum teil augenzwinkernde interaktionen. und ich entdecke zur zeit gerade wieder neue alte blumenkinder in der stadt.

das phänomen, wenn man so will, hat viel mit dem kindlichen, der blume und dem räumlichen wahrnehmungscharakter dieser figur zu tun – wer könnte sie nicht ansprechend finden? aber auch mit der tatsache, dass zwei bekannte von mir ungefähre aussagen machen über den writer, den sie flüchtig kannten, der nun aber nicht mehr in dresden sei. ungelöstes bleibt spannend! für mich persönlich ist das blumenkind eines der herausragenden urbanen phämomene, weil es – so klein und unscheinbar – etwas sehr wertvolles in sich trägt: eine schnittstelle zwischen allgemeinverbindlicher wahrnehmung von kunst im öffentlichen raum und der informellen kunst der strasse. ein kulturelles icon, das auf gewisse weise welten verbindet.

hier meine archivierten blumenkinder im slide.

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a city is loaded with impressions, some of them possessing a significance and even sympathy, besides this yet possessing a bit of mysthique to stick to our minds and become interesting every now and then:

my first impressions of the ‚flower child‘ in dresden i picked in the summer of 2007. is still even know one always showed up on the scaffolding of one of the statues on main avenue in grosser garten… ever since it disappeared in some places, in some it got grafically extended by someone or even got contextualised by ‚colleagues‘ – in part these are interventions with a twinkling eye. and i just now discover new old flower children in town.

the phenomenon, if you will, has much to do with the childish approach of the figure, with the flower and the spatial appearance of it all – who could not be subtally moved, one may ask? but also it has to do with the fact that two people i know give diffuse statements about the writer, whom they knew roughly before he moved somewhere else. the unsolved stays exciting! as for me personally the flower child is one of the most outstanding urban phenomenas because – apart from being tiny and unimposing – it holds something very important: an interface between globalised reception of art the  public space and the informal art of the streets. a cultural icon combining worlds in a way.

here are my archived flower children in a slide.

view across…

diese fotografien aus uk und europa neigen zum überblicken der strasse. eine chronologie. schnitte aus dem derzeitigen zustand der strassen.

städte: liverpool, birmingham, nottingham.

dabei ist das initiale motiv nichts weiter als die visuelle prägnanz beim sich-neu-orientieren in der fremde des exils.

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these photographs from the uk and europe that tend to look across the street. a chronology. slices from the present aggregate of the streets.

cities: liverpool, birmingham, nottingham.

as for that the initial motif is not more than the visual significance in navigating in the foreighn fields of exile.

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